Elmo träumt von Keksen

Der Sottrumer Schulhund Elmo ist in der Bienenklasse angekommen

Elmo liegt auf dem Teppich in der Sottrumer Grundschule
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Wenn die Kinder der Bienenklasse arbeiten, bleibt Elmo gelassen.

Oft ist Annika Sterneck, Leiterin der Grundschule Am Eichkamp in Sottrum, nicht alleine, wenn sie in ihre Klasse geht: Denn bei ihr ist ihr Hund, Mischlingsrüde Elmo. Elmo ist als „pädagogischer Mitarbeiter auf vier Pfoten“ in der Bienenklasse aktiv und unterstützt ihren Unterricht.

Sottrum – Gäbe es einen Wettbewerb in Sachen Beliebtheit an der Sottrumer Grundschule am Eichkamp – er würde das komplette Lehrerkollegium wohl locker in die Tasche stecken: Elmo. Der dreijährige Mischlingsrüde mit dem leuchtend gelben Halstuch ist seit einiger Zeit an der Schule aktiv, „sozusagen als pädagogischer Mitarbeiter auf vier Pfoten“, sagt Rektorin Annika Sterneck mit einem Lachen. „Wenn ich mit ihm in die Schule komme, begrüßen sogar meine Kollegen immer erst den Hund, und dann mich.“ Sie ist seine Chefin – und gleichzeitig seine Besitzerin.

Wer zu bestimmten Schulstunden am Klassenraum der Bienenklasse vorbeikommt, findet dort ein Schild an der Tür, das darauf hinweist, dass Elmo gerade bei der Arbeit ist: An drei bis vier Tagen in der Woche unterstützt der Rüde Sterneck für jeweils ein bis zwei Schulstunden bei ihrer Arbeit mit den Drittklässlern. Obwohl er seinen Job jedes Mal ruhig angehen lässt – angeleint auf einer grauen Decke mit dem eingestickten Wort „Schulhund“ liegend. „Die Decke habe ich geschenkt bekommen, als Elmo die entsprechende Prüfung bestanden hatte“, freut sich Sterneck.

Jelle legt ein Leckerli zwischen Elmos Pfoten: Erst wenn er ein entsprechendes Signal bekommt, darf der Hund die Belohnung genießen.

Runde durch das Klassenzimmer

„Achtung, Ranzen zu!“ Als Sterneck das sagt, klicken augenblicklich die Schnallen der auf dem Boden stehenden Rucksäcke, zugleich klickt der kleine Karabinerhaken der Hundeleine, die Sterneck nun von Elmos Halsband löst. Und sofort verlässt der Hund seine Decke und bricht zu seiner Runde durch das Klassenzimmer auf. „Das macht er immer so“, sagt Clara. Er schnüffelt ein wenig, holt sich Krauleinheiten ab, bis er sich irgendwann zu einem Kind setzt oder sich in die Mitte des Raumes hinlegt. „Wenn er schläft, macht er immer so lustige Geräusche“, sagt Anne. „Vermutlich träumt er dann von Keksen“, ergänzt Jelle.

Denn eine Ablenkung vom Lernen, da sind sich alle einig, ist Elmo nicht. „Man kann sich viel besser konzentrieren, wenn er da ist“, findet Emma. „Ich kann schreiben und ihn gleichzeitig streicheln“, betont auch Sky. Und ist keine Hand frei, geht das auch mal ganz sanft mit dem Fuß. Aber es gibt klare Regeln: Liegt er auf seiner Decke, dürfen ihn die Kinder weder ansprechen noch streicheln. „Die Decke ist sein Ruheplatz, seine Ladestation“, erklärt Julian.

Qualifikation zum Schulhund

Dass Elmo die Qualifikation zum Schulhund mitbringt, war Sterneck schon wichtig, als sie ihn aus dem Tierheim holte. Zu diesem Zeitpunkt war er 13 Monate alt. „Ich kannte das Konzept von meiner früheren Schule und fand es toll“, erinnert sie sich. „Und ich wusste, wenn ich einen Hund wollte, dann einen, der mich in der Schule unterstützen kann.“ Das spiegelt sich auch im Namen wieder, den Sterneck ihm gegeben hat: „Die Figur ,Elmo‘ ist in der Sesamstraße der, der immer neugierig und aufgeschlossen ist. Das passte einfach!“

Lesezeit für Jette (v.l.), Tobias und Clara. Und Elmo ist selbstverständlich dabei.

Der Hund erwies sich von Anfang an als perfekt für den Job: „Er ist sicher im Kontakt mit anderen und nicht geräuschempfindlich“, lobt Sterneck. Das kam ihm beim Wesenstest zugute, wo er sich freundlich und aufgeschlossen präsentierte. Der Test war Teil der halbjährigen Schulhundausbildung. Als es um die Prüfung ging, haben die Kinder der Bienenklasse mit ihm trainiert. „Mittlerweile hat sich das prima eingespielt, inzwischen können wir auch die Terrassentür zum Lüften offen lassen, ohne das er hinausläuft“, sagt Sterneck. „Er beobachtet die Eichhörnchen im Garten jetzt von seinem Platz aus.“ Die Eltern der Bienenklasse hatten per Unterschrift ihr Einverständnis mit Elmos Einsatz erklären müssen. „Noch nie habe ich einen Abschnitt so schnell zurückbekommen“, sagt Sterneck und lacht. Im Vorfeld klärte sie mit den Schülern die Regeln, zu Beginn war Elmo immer nur für wenige Minuten in der Klasse. Seit den Herbstferien ist er voll im Einsatz.

Für Elmo sind alle Kinder gleich, egal, woher sie kommen, ob sie schüchterner sind oder nicht.

Annika Sterneck

Sie ist von den Qualitäten des Konzepts überzeugt: „Die Kinder bekommen mehr Sicherheit im Umgang mit Hunden, er hat eine beruhigende Wirkung auf sie. Und für Elmo sind alle Kinder gleich, egal, woher sie kommen, ob sie schüchterner sind oder nicht.“ Einige der „Bienen“ haben selbst Hunde, andere haben dank ihm ihre Scheu vor den Tieren verloren. Auch Elmo fühlt sich sichtlich wohl. Als Jette, Tobias und Clara gemütlich lesen, weiß der Hund sofort, wo sein Platz ist: zwischen ihnen liegend. Perfekt, um von Keksen zu träumen.

Rieke signalisiert Elmo, wann er auf den Buzzer drücken soll.

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