„Dannert IV“ ist nahezu durch

Sottrumer Fachausschuss diskutiert über Bahnlärm im Baugebiet

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Während die Arbeiten an der Krippe im „Dannert IV“ begonnen haben, wird der Gemeinderat den Bebauungsplan des zukünftigen Wohngebietes beschließen.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Die verwaltungsseitige und politische Vorarbeit ist fast geschafft. Am Montag wird der Sottrumer Gemeinderat den Bebauungsplan für das neue Baugebiet „Dannert IV“ wohl endgültig beschließen. Anfang dieser Woche haben Planungs- sowie Verwaltungsausschuss schon zugestimmt – nicht ganz geräuschlos. Der Lärm durch die benachbarte Bahntrasse sorgte für Diskussionen.

Die Straße Zum Dannert ist ein geschäftiger Ort. Tagsüber ist die Gegend fest in der Hand von Bauarbeiten. Direkt angeschlossen – im sogenannten „Dannert III“ – stehen die meisten Häuser schon, und wenn nicht, werden sie gerade gebaut. Auf der anderen Straßenseite entsteht die neue Kinderkrippe. Die typischen Geräusche sind zu hören – eine Säge, ab und zu ein Hämmern, einer ruft etwas seinem Kollegen zu. Bis die Bahn kommt, in diesem Fall ist es ein Güterzug, der alles übertönt.

Bahnlärm im neuen Baugebiet „Dannert IV“, direkt an der Trasse zwischen Hamburg und Bremen, wird sich wohl kaum verhindern lassen. Zur Eindämmung wird daher eine 400 Meter lange Lärmschutzwand errichtet. Trotzdem, beste Lage haben die Grundstücke in „Dannert IV“ nicht. Insbesondere der Planungsausschuss hat sich daher noch mal intensiv damit beschäftigt, wie mit dem Bahnlärm gegenüber Käufern fair umzugehen ist.

Udo Lohreit betrachtet es ganz nüchtern. Der Planer vom Bremer Büro Instara berichtet im Planungsausschuss von den Ergebnissen der öffentlichen Auslegung. „Insgesamt eine sehr entspannte Geschichte“, sagt er. Lediglich drei Anregungen hat es gegeben. Doch die des Landkreises hat es in sich.

Die Grünen fordern Lärmschutzmaßnahmen

Es ist Grünen-Ratsherr Lühr Klee, der diese hervorholt. Der Lärm-Immissionsrichtwert wird deutlich überschritten, heißt es vom Landkreis. Tagsüber um drei, nachts um elf Dezibel. Das hat ein Gutachten ergeben. Im Kreishaus fordert man, passive Lärmschutzmaßnahmen festzusetzen, sodass zumindest im Inneren der Gebäude kein gesundheitsgefährdender Lärm auftritt. 

Insbesondere für Schlaf- und Kinderzimmer seien diese im Bebauungsplan anzuordnen, diese Räume sollten nur an der lärm-abgewandten Seite des Hauses entstehen. Klee beantragt, das genau so zu beschließen.

Was folgt, ist eine breite Diskussion, was einem Käufer zuzumuten ist. Nicht nur in Sachen Lärm, sondern auch an Regeln. Lohreit und Gemeindeverwaltung haben da eine klare Vorstellung: Der Bauherr soll selbst darüber entscheiden, wo die einzelnen Räume liegen und welche Lärmschutzmaßnahmen er trifft. Kontrolliert werde das am Ende eh nicht, so auch die Argumentation von Gerd Helms (SPD).

Käufer sollen auf Geräuschpegel hingewiesen werden

Einigkeit herrschte aber darin, dass die Gemeinde beim Lärm klaren Wein einschenken muss. Bauwillige würden den Bebauungsplan nicht lesen, so Heinz-Wilhelm Oetjen (FDP). Auch Gemeindedirektor Holger Bahrenburg stimmte zu, dass der Bahnlärm in Verkaufsgespräch zur Sprache gebracht werden sollte, „auch wenn Bauherren den Bebauungsplan vorher eigentlich lesen müssten“. 

Um sicher zu gehen, stellte Oetjen den Antrag, die nächtliche Überschreitung des Lärm-Immissionsrichtwertes um elf Dezibel in die Kaufverträge mit einfließen zulassen. Dieser fand im Fachausschuss Einstimmigkeit. Der Antrag Klees wurde indes abgelehnt. Das letzte Wort hat am Montag, 10. Dezember, dann der Gemeinderat. Dieser kommt um 19 Uhr im Rathaus zusammen.

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