Der Containerplatz als Müllkippe

Vielleicht sind die Altkleider im Koffer neben dem Container noch gut gemeint. Der andere Müll hat dort allerdings gar nichts zu suchen. Foto: Röhrs

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Sei es Unwillen, Ignoranz oder Faulheit – über die Gründe, warum einige an den Containerplätzen der Gemeinde Sottrum nicht nur ordnungsgemäß ihr Altglas oder das Altpapier abladen, kann man wohl nur spekulieren. Die Plätze an der Alten Dorfstraße bei den Sportplätzen und an der Straßenecke Am Riegesee/An der Bahn sehen immer wieder aus wie Müllplätze.

Es ist nicht der normale Hausmüll, der dort landet, sondern gerne auch Sperrmüll: Alte Decken zum Beispiel, aber auch Gläser, Teller, Tassen auf den Containern, Müllsäcke, Kartons oder Wäschekörbe mit Sperrmüll davor, daneben und dahinter. Elektrogeräte, Matratzen, ja sogar Farben und Lacke oder ein Aquarium, haben Leser dieser Zeitung bereits dort aufgefunden. Ein schöner Anblick ist das nicht, zumal es mit Sperrmüll oder der mobilen Schadstoffsammlung des Landkreises, die zum Beispiel am Mittwoch in Sottrum Station gemacht hat, auch einfache und legale Wege gibt, sich diesen Dingen zu entledigen.

Thema genießt keine Priorität

„Ja, das ist insgesamt ein Problem“, sagt auch Holger Bahrenburg, Sottrums Gemeindedirektor. Und das sei immer mal wieder Thema in der Lokalpolitik, zuletzt im vergangenen Jahr im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss. Ideen, dem entgegenzutreten gibt es, es scheitert aber immer wieder an der schwierigen Umsetzung. Zudem genieße das Thema im Rathaus keine Priorität.

So denkt man beispielsweise, die Containerplätze an zentralerer und öffentlichere Orte zu verlegen. Etwa in die Nähe von Supermärkten und Läden, um sie sozusagen ständig unter der Beobachtung der Sottrumer Obrigkeit zu stellen. Doch da müssen die Grundstückseigentümer mitspielen und nicht zuletzt, auch der nötige Raum vorhanden sein.

Kameras kontra Datenschutz

Auch immer wieder im Gespräch sind Überwachungskameras. Die Zustimmung gibt es laut Bahrenburg trotz „massiver“ Gegenstimmen vom Verwaltungsausschuss bereits. Es sei eine kontroverse Sitzung gewesen. Insbesondere datenschutzrechtlich seien Kameras heikel – ein „inhaltlich aufwendiger Prozess“, so Bahrenburg. Die Gemeinde selbst kann nicht so einfach Kameras installieren. Für den Eigentümer der Container – die Karl Meyer Umweltdienste GmbH – allerdings seien die Hürden niedriger. Derzeit würden Gespräche laufen, die grundsätzliche Bereitschaft habe das Unternehmen bereits signalisiert. Aber auch das lege Wert darauf, dass alles rechtskonform ablaufe. Doch seit vergangenen Jahres sind auch diese Gespräche wieder ins Stocken geraten.

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