Christopher Kapp macht seinen Bundesfreiwilligendienst in Sottrum

Zurück in den Jugendtreff

+
Auch das Kickern darf bei der ganzen Arbeit nicht zu kurz kommen – auch wenn es für Christopher Kapp (Mitte) mal nur als Schiri beim Spiel von Julian Tewes (v.l.), Lars Elzholz, Johannes Graf und Finn Petersen ist.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Mit 19 immer noch im Jugendtreff – für Christopher Kapp, den alle nur Chris nennen, selbstverständlich. Der Clüversborsteler hat sich nach dem Abitur für ein Bufdi-Jahr (Bundesfreiwilligendienst) bei der Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe („SoFa“) entschieden und schaut dabei seit September einmal in der Woche im Jugendtreff Sottrum vorbei – dort wo er früher selbst als Jugendlicher seine Freizeit verbracht hat.

Eine Gruppe Jungs hängt nach der Schule zusammen im Dorf ab, einer kennt den Jugendtreff und auf einmal treffen sich befreundete Cliquen nachmittags immer in dem Haus an der Alten Dorfstraße in Sottrum – so ist die Geschichte nahezu bei jedem, der einmal in den Jugendtreff kommt. Auch bei Christopher Kapp. „Das war einfach ein cooles Team und wir sind gerne hierher gekommen“, berichtet der 19-Jährige.

Und sein Kumpel Finn Petersen bestätigt das – ist er doch auch immer noch zu Gast im Jugendtreff, um den Skatepark nach Feierabend mit fertig zu stellen. Denn auch die Idee stammt von Kapp und seinen Freunden. Vor knapp sieben Jahren – in ihren eigenen Anfängen im Jugendtreff – ist die Gruppe um Kapp auf die Idee gekommen, einen eigenen Skatepark zu bauen. „Am Anfang war das bloßes Wunschdenken, aber die Motivation ist da, ihn wirklich zu bauen.“ Deswegen kommen auch Kumpel Finn (Zimmermann) und Lars Elzholz (Tischler) noch nach Feierabend vorbei und helfen beim Bau mit.

„Es ist beeindruckend, dass die Jugendlichen, die damals die Idee hatten, immer noch mit Begeisterung dabei sind“, gibt es von Streetworker Julian Tewes ein Kompliment für das Durchhaltevermögen der drei.

Für Christopher Kapp, der nach dem Bufdi-Jahr vorhat soziale Arbeit zu studieren, war relativ schnell klar, dass er nach dem Abitur erst einmal eine Auszeit braucht. „Ich war 13 Jahre in der Schule. Bevor ich wieder weiter lernen muss, brauchte ich mal eine Abwechslung“, so der 19-Jährige. Eigentlich wollte er ein Freiwilliges Soziales Jahr machen – das aber bietet „SoFa“ nicht an – also hat er sich für das Bufdi-Jahr entschieden.

Zu dem Schritt hat ihn auch ein Schülerpraktikum bei Jacqueline Newe bewogen, die selbst längere Zeit für „SoFa“ in Sottrum aktiv war. Dort hat er die Schulsozialarbeit in einer Grundschule kennen gelernt. Das habe ihn zwar nicht wirklich angesprochen, was aber viel mit dem Alter der Schüler zu tun hat. „Ich kann mir schon vorstellen, in die Schulsozialarbeit zu gehen, dann aber an einer weiterführenden Schule.“ Daher will er in seinem Bufdi-Jahr auch dort noch einmal Station machen.

Nun ist Kapp dreimal in der Woche in der Grundschule in Uphusen, zweimal pro Woche im Jugendtreff in Achim, einmal die Woche in der Sottrumer Oberschule bei der Graffiti-AG und eben im Sottrumer Jugendtreff mit dabei. „Es ist das Optimum, wenn die Jugendlichen erwachsen werden und ihren eigenen Laden irgendwann selbst übernehmen können“, so Julian Tewes.

Jeden Mittwoch von 15 bis 19 Uhr ist Kapp in Sottrum. Dort übernimmt er auch Aufgaben, die seine „SoFa“-Kollegen sonst machen. „Wir können Chris nicht aus dem Jugendtreff lassen, bevor er nicht den Arbeitsalltag kennt“, stellt Tewes klar. Es sei besser jetzt Fehler zu machen, als später. Die Jugendlichen suchten auch immer wieder den Kontakt zum 19-Jährigen. „Ich finde es wichtig, dass sie auf mich zukommen und sehen, dass wir die Zukunft sind.“

Übrigens: Am Dienstag zwischen 15 und 19 Uhr steht mit der „Winter-Zauber-Weihnachtsparty“ der Jahresabschluss im Jugendtreff an.

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

„Nicht akzeptabel“

„Nicht akzeptabel“

Kommentare