Christoph Rosenplänter kommt mit seiner Band für ein Konzert zurück in seine alte Heimat

„Flexibilität macht Tripod besonders“

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Mit Tripod kommt der gebürtige Ahauser Christoph Rosenplänter (Mitte) am 26. Juni in seine alte Heimat. Zur Band gehören auch Stefan Ehrhardt (r.) und Henning Walter.

Ahausen - Von Inken Quebe. Vom Pastorensohn aus Ahausen zum Profimusiker in Hamburg – Christoph Rosenplänter hat sich für eine nicht unbedingt alltägliche Karriere entschieden. Am Freitag, 26. Juni, kommt er mit seiner Band Tripod für ein Konzert zurück in die alte Heimat. Mit der Kreiszeitung hat der 35-Jährige vorab über das Leben als Musiker, Helden von früher und die Rückkehr nach Ahausen gesprochen.

Herr Rosenplänter, Sie spielen viele verschiedene Musikrichtungen von Jazz bis Rock. Welche ist die beste?

Christoph Rosenplänter: Das kann man so nicht sagen. Der Witz am Musikerberuf besteht darin, so viele verschiedene Dinge wie nur möglich zu machen. Mir wäre das wohl zu langweilig, wenn ich jede Woche immer nur das Gleiche spielen würde. Gerade wenn es ein künstlerischer Beruf ist, ist es total wichtig, Abwechslung zu haben. Darum habe ich so einen Spaß daran, an einem Abend Jazz zu spielen und am nächsten Abend Rock mit Feuerengel. Das ist abwechslungsreich, aber auch schwer. Die Sounds und Spieltechniken sind völlig verschieden. Auch, wie ich dafür probe und arbeite ist anders.

Was ist an Tripod anders als an den anderen Projekten?

Rosenplänter: Tripod ist in erster Linie eine Cover-Band, die keine eigene Musik macht. Stücke, die im Normalfall ein riesiges Orchester oder noch ein Keyboard dabei haben, spielen wir nur mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Also machen wir daraus eigene Versionen. Wenn man das zu dritt macht, klingt es sofort rockig. Dadurch, dass wir alle drei singen, ist die Herausforderung einfach genial. Es macht großen Spaß, Gesangssätze und Chöre auf ein Trio zu arrangieren. Was Tripod wirklich besonders macht, ist die Flexibilität. Wir haben ein Repertoire von ungefähr 300 Stücken. Wir reagieren dann in einem Konzert immer auf das, was das Publikum hören will. Wenn die Zuhörer auf Hardrock stehen, dann können wir auch ein ganzes Set spielen.

Was machen Sie, wenn Sie den Song nicht im Repertoire haben?

Rosenplänter: Wir spielen den Song trotzdem – eigentlich sogar noch lieber. Die Akkorde bekommen wir immer hin, denn wir sind alles ausgebildete Musiker. Der Text wird notfalls ge-googelt. Das geht heute ja ganz fix. Und dann spielen wir Stücke, die wir nicht kennen. Das macht noch mehr Spaß.

Warum?

Rosenplänter: Weil es für uns spannend bleibt. Im Notfall scheitern wir eben an dem Song, selbst das ist dann für die Show sehr lustig. Aber dadurch wissen wir vorher bei keinem Konzert, was passiert. Das heißt nicht, dass wir nichts planen. Wir könnten auch ein Set komplett durchspielen, aber machen wir eigentlich nie. Diesen Rückzugsplan brauchen wir, falls sich die Leute nichts wünschen.

Was verbinden Sie noch mit Ahausen?

Rosenplänter: In Ahausen bin ich inzwischen gar nicht mehr, weil meine Eltern dort nicht mehr wohnen. Sie sind in die Nähe von Hannover gezogen. Dadurch habe ich zur alten Heimat nur noch sehr wenige Kontakte. Umso schöner ist es, dass ich jetzt wegen meines Berufes einen Grund habe, dorthin zurückzukommen.

Wie ist die Idee zur Rückkehr am 26. Juni entstanden?

Rosenplänter: Im Januar sind wir für einen Geburtstag in Ahausen gebucht worden und haben dann im Ahauser Hof gespielt. Das Geburtstagskind Andreas Bode selbst hat dann entschieden, dass das noch einmal gemacht werden muss – aber öffentlich. Und der hat sich dann mit dem Ahauser Hof zusammen getan und uns gefragt, ob wir das machen würden. Ich tippe, dass es dann eher rockig wird, aber das wissen wir vorher eben nicht.

Sie haben schon mit einigen anderen Künstlern zusammen gearbeitet. Wer war denn am interessantesten?

Rosenplänter: Ich habe in meiner Laufbahn ein paar Mal das Glück gehabt, mir wirkliche Jugendträume zu erfüllen. Es ist total beeindruckend zu sehen, wie solche Menschen arbeiten – und gleichzeitig desillusionierend. All diese Helden von früher kochen genauso mit Wasser wie ich jetzt. Ein Beispiel wäre Reggie Worthy, der Bassist von Tina Turner. Mit ihm durfte ich mal Konzerte spielen. Das war super, aber er kam nicht so gut vorbereitet zu den Proben, und wir haben die Stücke dann gemeinsam erarbeitet. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich dachte, so ein Profi kommt an und kann das alles. Er arbeitet eben völlig anders als ich.

Ihr Vater war Pastor und Sie covern Rammstein. Gibt’s da eigentlich auch mal Ärger?

Rosenplänter: Nein, überhaupt nicht. Dafür muss man aber wissen, dass mein Vater auch studierter Kirchenmusiker ist. Musik war also zu Hause immer ein Thema. Jedes meiner Geschwister kann Instrumente spielen. Er selbst hört Rammstein nicht, aber wir haben mal einen – nennen wir es informationsreichen – Abend gemacht, wo ich ihm Rammstein vorgespielt habe. Weil er sich damit auseinander setzen wollte, das war spannend. So ein Song wie „Gott weiß, ich will kein Engel sein“ und dann als Theologe zu sagen: „Ich will wissen, worum es dabei geht.“ Meine Eltern haben sich beim Jubiläumskonzert in Scheeßel auch mal Feuerengel angeguckt, um zu sehen, was ich so mache. Sie fanden es gut und waren von der Show beeindruckt. Die Musik trifft nicht ihren Geschmack, obwohl sie erkannt haben, dass die Texte gut gemacht sind.

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