„Zoe“ für Sottrum

Testphase beginnt: Carsharing für Sottrum

Die Seite eines Autos mit der Aufschrift „E-Carsharing Bürger Energie Genossenschaft Sottrum eG“.
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Logo des E-Carsharings der BEGS.

In Sottrum soll es bald ein Carsharing-Angebot geben. Die Bürgerenergiegenossenschaft testet aktuell ein solches Projekt. Im Herbst sollen alle darauf zugreifen können.

Sottrum – Zum Bummel nach Bremen oder Hamburg, zum Arzt nach Rotenburg oder auch nur zum Einkaufen in Sottrum selbst: Gilberto Gaidano kann sich so einige Szenarien vorstellen, in denen ein elektrisches Leihauto sinnvoll sein kann. Der Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Sottrum (BEGS) steht stolz zwischen zwei Renault „Zoes“ auf einem neuen Parkplatz an der Straßenecke Bremer Straße/Auf der Riege.

Von diesem Parkplatz aus beginnt die BEGS ihr neues Projekt: Ein Carsharing-Angebot mit Elektroautos für die Sottrumer. Erst vor Kurzem hat die Testphase für die Mitglieder der Genossenschaft begonnen. Wenn alles gut geht, sollen bereits ab Herbst – kolportiert wird der September – alle interessierten Sottrumer das E-Carsharing nutzen dürfen.

Bis zu 350 Kilometer Reichweite

Diese zwei Autos stehen zunächst zur Verfügung: Sie haben eine Reichweite von 350 Kilometern, und das reicht laut Gaidano locker für eine Fahrt nach Bremen oder Hamburg. Die längste Strecke, die die beiden Wagen bereits gefahren sind, war die von Bielefeld, wo er sie bei der Leasingfirma abgeholt hat, nach Sottrum – auch das sei kein Problem gewesen.

Die ersten Mitglieder der Genossenschaft haben das Angebot bereits getestet, vier neue Mitglieder seien vor Kurzem neu dazugekommen. Sie dürfen die Autos beitragsfrei fahren. „Das Interesse ist da“, sagt Gaidano. Nichtmitglieder müssen ab Herbst eine Nutzungsgebühr zahlen, deren Höhe aber noch nicht feststeht, so der BEGS-Vorstand.

Reserviert wird das Auto per App, die BEGS ist damit schon professioneller ausgestattet als zu diesem Zeitpunkt gedacht. Bei einer ersten Projektvorstellung im Dezember war die Genossenschaft noch davon ausgegangen, zumindest in der internen Testphase die Ausleihe über einen Messenger-Dienst koordinieren zu müssen. Nachdem man das Auto an der Station vom Ladegerät entkoppelt hat, kann es im Prinzip gleich losgehen.

Ladestation ist für alle da

Was für manche vielleicht ungewohnt sein wird, ist das Automatikgetriebe. Auf der Autobahn erreicht die „Zoe“ eine Höchstgeschwindigkeit von rund 140 Stundenkilometern, doch Gaidano persönlich fährt damit am liebsten auf der Landstraße. „Das macht richtig Spaß.“ Genauso wie das zügige Anfahren an den Ampeln, berichtet er und lacht. Wer sich für das Carsharing-Angebot interessiert, kann das Modell zunächst auch einmal Probe fahren.

Rund zwei Stunden soll ein Ladevorgang in an der Sottrumer Station dauern. Meistens gehe das aber schneller, glaubt Gaidano, da die gefahrenen Strecken oft gar nicht so lang seien und man dementsprechend weniger Strom „nachtanken“ müsse. Die Ladestation an der Ecke Bremer Straße/Auf der Riege wird übrigens mit dem Strom der Solaranlage betrieben, die die BEGS auf dem Dach nahen Halle der Firma Bischoff betreibt. Die beiden Anschlüsse dürfen auch von allen E-Autofahrern genutzt werden, sind also öffentlich. Doch kostenlos ist dies wieder nur für BEGS-Mitglieder, alle anderen müssen für den Strom zahlen.

Gaidano glaubt daran, dass sich das E-Carsharing in Sottrum durchsetzen kann, auch wenn man zunächst Überzeugungsarbeit leisten oder neue Denkmuster aufzeigen muss. „Mobilität fängt im Kopf an“, sagt er. Ein Beispiel: Wenn das Leihauto am Lienworth steht, könne man auch mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren, das Gekaufte mit dem Wagen nach Hause bringen und dann das Fahrrad wieder am Lienworth abholen.

Lokalpolitik setzt Zeichen

Bei der BEGS hofft man nun auf einen Erfolg des Projekts. Auch aus der Lokalpolitik hat sie bereits Zeichen erhalten, dass man dort das Projekt befürwortet und unterstützt. So hat der Sottrumer Gemeinderat am Mittwoch schon einmal zugestimmt, eine Fläche für einen weiteren Stellplatz an der Kirchstraße vorzuhalten. Dort wären dann auch weitere Ladesäulen möglich, auch wenn diese noch unter der Überschrift „Zukunftsmusik“ laufen.

Hinzu kommt das Einverständnis der Gemeinde für einen Stellplatz im Kurvenbereich des Lienworths. Dort würde man zwar nicht laden können, dafür sei der Werbeeffekt an dieser exponierten Stelle für die BEGS umso größer. Der Standort steht aber noch unter Vorbehalt, da die Gemeinde noch prüfen muss, ob er überhaupt zulässig ist. Langfristig sind auch Ladesäulen am Lienworth möglich, soll dieser doch im Zuge des Entwicklungskonzeptes „Sottrum 2030“ neu geplant werden.

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