Entlaufenes Pfauenpaar hält Clüversborstel auf Trab

Bunte Plagegeister

Auch in der Reeßumer Ortsmitte wurden die Pfauen schon gesichtet. Mittlerweile leben sie in Clüversborstel.

Clüversborstel – Bettina Symanowski und Rolf Heitmann wundern sich nicht mehr. Seit einigen Wochen bekommen sie und ihre Nachbarn immer wieder Besuch von einem Pfauenpaar. Sie laufen durch die Gärten, schlafen in den Bäumen und gehen über die Straße, erzählen Symanowski und Heitmann. Und auch wenn der Hahn es dem Ehepaar noch nicht gegönnt hat, einen Blick auf sein Rad zu werfen, seien beide schöne Tiere. Doch die anfängliche Verwunderung im Dorf ist einer gewissen Ungeduld gewichen. Mittlerweile, kann man nicht nur bei dem Ehepaar raushören, dass es langsam auch genug ist. Die beiden Tiere haben sich fast schon zu einer kleinen Plage entwickelt.

Doch die Frage ist, wem die Tiere denn eigentlich gehören: „Sind sie ausgebüxt? Wurden sie ausgesetzt?“, fragt sich Symanowski. Wildlebende Pfauen gibt es in unseren Breitengraden nicht. Ohnehin seien die Pfauen beringt, „ die müssen jemanden gehören“, sagt die Clüverborstelerin. „Irgendjemand muss die doch vermissen“, sagt auch Inge Förster, ebenfalls aus Clüversborstel.

Förster stört sich zunehmen an den Tieren. Die beiden Pfauen werden nach und nach zum Problem. „Anfangs war alles toll und schön. Alle haben Fotos gemacht“, berichtet Förster. Doch nach rund drei Wochen interessierten Anschauens und Fotografierens überwiegen die Nachteile. Denn – das haben die Clüversborsteler mittlerweile auf die harte Tour lernen müssen – auf der Suche nach Futter graben sie große Löcher in den Gärten, sie sind zudem sehr laut und machen überall hin, auf die Wege, auf die Terrassen.

Wo die beiden Tiere herkommen, weiß man nicht. Einige Wochen zuvor wurden sie bereits mitten im Reeßum beim Kindergarten gesichtet, im Internet gibt es Gerüchte, sie würden schon seit einigen Jahren in einem Wald in der Nähe leben. Bestätigen kann das aber niemand so recht. Der Sottrumer Hegeringsleiter Daniel Tramm jedenfalls hat davon noch nichts gehört. Und Jäger wissen in der Regel, was alles in den Wäldern lebt. Auch die Behörden führen keine Listen über Pfauen. „Die Tierhalter müssen sich bei der Tierseuchenkasse melden und erhalten eine Registriernummer vom Landkreis“, so die Sprecherin des Landkreises, Christine Huchzermeier. Doch in dieser Liste wird der Pfau nicht als Pfau gezählt, sondern als sonstiges Geflügel. Auch die Tierseuchenkasse kann deswegen auf Nachfrage keine Auskünfte geben, wie oft die Tiere in der Region gehalten werden. Pfauen seien überdies nicht meldepflichtig, so die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Tierseuchenkasse, Ursula Gerdes.

Förster, Symanowski und Heitmann hoffen wie wohl viele andere in Clüversborstel, dass die Tiere bald von ihrem Besitzer wiedergefunden werden oder zumindest weiterziehen. Förster und ihr Ehemann haben sich schon selbst auf die Suche nach möglichen Haltern gemacht – ergebnislos. Dann können sie vielleicht auch wieder eine Nacht durchschlafen. Zuletzt seien sie wieder kurz nach 3 Uhr in der Nacht vom Lärm der Pfauen aus dem Schlaf gerissen worden. „Das ging dann anderthalb Stunden so“, sagt Förster.

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