Es wird scharf geschossen

Bundeswehr macht Übungsplatz zum Sicherheitsbereich

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Bald ein militärischer Sicherheitsbereich: Der Truppenübungsplatz südlich von Hellwege.

Hellwege - Von Matthias Röhrs. Die Schüsse sind bereits von Weitem zu hören. Direkt an der Grenze zu Haberloh und damit zum Landkreis Verden üben die Soldaten des Jägerbataillons 91 aus der Rotenburger Lent-Kaserne. An der kleinen Kreuzung ist der Schießstand noch einige hundert Meter weg; denkt man sich die Schüsse einmal weg, ist es idyllisch in diesem Wald. Die Bäume stehen dicht beieinander, wirken aber naturbelassen. Und die Straße, die hier vorbei führt, ist zwar unverhältnismäßig breit, dafür ist sie aber wenig befahren. Nur Ortskundige kennen diesen Quasi-Schleichweg zwischen Völkersen und Hellwege.

In Zukunft wird in diesem Idyll, in diesem Wald südlich von Hellwege, mehr los sein. Denn wie der Standortälteste Maik Münzer am Dienstag auf dem Neujahrsempfang der Kaserne verkündet hat, wird die Bundeswehr ihre Aktivitäten an diesem Standort ausweiten. Das gesamte Gelände wird daher zum militärischen Sicherheitsbereich - denn dort sollen die Soldaten in Zukunft mit scharfer Munition üben.

Im Moment ist das Gebiet lediglich ein militärischer Bereich. Noch wird mit Manövermunition geschossen - Platzpatronen. In Zukunft wird es sogenannte PT-Munition sein: „Eine Art Mittelweg zwischen Manöver- und Gefechtspatronen“, erklärt Markus Weggel, seines Zeichens der Presseoffizier der Rotenburger Kaserne.

Hintergrund ist der Auszug der Fernmelder und Logistiker aus der Lent-Kaserne und der Einzug des jetzt dort beheimateten Jägerbataillons. Das war im Jahr 2015. Das Jägerbataillon gehört zur Infanterie und wird dementsprechend anders ausgebildet als Fernmelder und Logistiker, so Weggel. Wald ist das typische Gelände für die Infanterie.

Erweiterte Sicherheitsauflagen

In den vergangenen Jahren hat man daher auf dem Truppenübungsplatz eine Waldkampfbahn aufgebaut, die nun nicht mehr ausschließlich von Rotenburger Soldaten genutzt wird, sondern auch von jenen aus der Kaserne Seedorf. Der militärische Sicherheitsbereich dient der juristischen Unterscheidung. Es geht um erweiterte Sicherheitsauflagen, die die Bundeswehr wegen der scharfen Munition einhalten muss.

Stand jetzt dürfen Zivilisten außerhalb der Übungszeiten noch das Gelände betreten. In Zukunft ist dies an Wochentagen verboten. Nur an Wochenenden ist der Zutritt erlaubt, es sei denn, es findet erneut eine Übung statt. In diesem Falle sind die Eingänge mit roten Flaggen versehen, außerdem werden die Zufahrten bei Übungen von Posten bewacht, damit keiner unbefugt hinein gelangt. Falls es doch einer schafft, muss dieser mit Strafe rechnen, der Presseoffizier spricht von „größeren Konsequenzen“.

Umzäunt wird das Gelände nicht, dafür werden die bereits bestehenden Schilder, die auf den Übungsplatz hinweisen, durch neue Warnungen ausgetauscht. Das soll im Laufe des Jahres passieren. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest.

Betreten nur am Wochenende erlaubt:

Die Bundeswehr warnt Unbefugte vor dem Betreten der Standortübungsplätze Hellwege und Luhner Forst. Da auf Ersterem scharf geschossen wird, dürfen Privatpersonen die Übungsplätze nur am Wochenende betreten. Eine Ausnahme besteht, wenn an den Eingängen zum Standortübungsplatz rote Signalflaggen gehisst sind. In diesem Fall besteht auch am Wochenende ein absolutes Betretungsverbot, teilt die Bundeswehr mit. Zudem weist sie darauf hin, dass das Befahren der Übungsplätze mit Kraftfahrzeugen jeglicher Art grundsätzlich verboten ist. Das gelte auch für das Berühren, Aufnehmen oder Entwenden von Fundgegenständen. Insbesondere bei Munition oder Munitionsteilen besteht Lebensgefahr. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt.

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