Bahrenburg scheitert an 50-Prozent-Hürde

Bürgermeisterwahl in Sottrum: Es geht in die Stichwahl

Holger bahrenburg
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Gewinner des Abends, aber nicht Wahlsieger. Holger Bahrenburg muss in der Stichwahl nochmal gegen Nicolas Fricke antreten.

Im Rennen um das Samtgemeinde-Bürgermeisteramt in Sottrum gibt es am Sonntagabend keinen Sieger. Die Kandidaten Holger Bahrenburg und Nicolas Fricke sind nun in der Stichwahl.

Sottrum – Um 19.45 Uhr hat es dann auch Holger Bahrenburg eingesehen: Der Horstedter gewinnt zwar den jetzt ersten Wahlgang zum Sottrumer Samtgemeindebürgermeister, als solcher grüßen darf er aber noch nicht. Der erforderliche und von Bahrenburg erhoffte Stimmanteil von mehr als 50 Prozent ist an diesem Abend noch nicht erreicht. Um 19.45 Uhr sind 15 von 19 Wahlbezirke ausgezählt.

Knapp drei Prozentpunkte fehlen ihm noch, die werden auch nicht mehr kommen, ist man überzeugt. Er und seine Unterstützer, die sich im Heimathaus versammelt haben, beschließen jetzt, doch lieber ein Bier zu trinken zu gehen. Das sei unabhängig vom Ergebnis geplant gewesen, sagt der 46-Jährige. In zwei Wochen, am 26. September, geht es nun in die Stichwahl. Es wird das Duell der Parteilosen: Nicolas Fricke gegen Holger Bahrenburg.

Am Ende des Abends wird Einzelbewerber Bahrenburg 44,6 Prozent der Stimmen auf sich vereint haben. Nicolas Fricke aus Sittensen, von SPD und Grüne unterstützt, kommt auf 39,7 Prozent. Der dritte Kandidat, Robert Abel (FDP) fliegt mit 15,7 Prozent aus dem Rennen um das höchste Verwaltungsamt Sottrums. Überrascht habe ihn die Stichwahl nicht, so Bahrenburg, der Amtsleiter für Bildung, Soziales und Kultur in der Samtgemeinde-Verwaltung sowie Gemeindedirektor Sottrums ist, gegenüber der Kreiszeitung. Die ist bei drei Kandidaten ohnehin nicht unwahrscheinlich.

Bahrenburg gewinnt die meisten Wahlbezirke

Auch wenn er sich nicht als Sieger fühlt, die meisten Wahlbezirke in der Samtgemeinde hat Bahrenburg gewinnen können. In Ahausen stimmen die Wähler mehrheitlich knapp für ihren Nachbarn Abel (34,3 Prozent), die SPD-Hochburg Hellwege geht an Fricke, Clüversborstel und Stuckenborstel ebenso. In Eversen, ein Teil Ahausens, kommen sowohl Bahrenburg als auch Abel auf 37 Prozent.

Frickes Vorteil seien die Parteien im Hintergrund gewesen, so Bahrenburg weiter. „Das sind viele Wähler, die mich nicht kennen und die ich nicht kenne.“ Das zeige wieder, wie offen so eine Wahl sein kann. Dennoch, die 45 Prozent seien ein gutes Ergebnis. „Ich fühle mich bestätigt.“ Immerhin habe er alles alleine stemmen müssen, ohne im Wahlkampf Unterstützung einer Partei zu haben.

Im Sottrumer Süden sind unterdessen die Grünen zur Wahlparty zusammengekommen. Auch Nicolas Fricke ist dabei. Die SPD habe keine derartige Zusammenkunft organisiert, erklärt er. Der Sittenser glaubt im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Bahrenburg nicht, nur durch die Parteinunterstützung dieses Ergebnis erreicht zu haben und beruft sich auf seinen Haustürwahlkampf. Er sei zudem ja auch ein parteiunabhängiger Kandidat. Die Stimmung vor Ort ist gelöst bei den Grünen. Die fast 40 Prozent „sind ein super Ergebnis“, freut sich der 53-Jährige. In der Tat ist das Ergebnis bemerkenswert. Bis vor zweieinhalb Monaten hat in der Samtgemeinde Sottrum kaum jemand vom Juristen Fricke gehört. Die Stichwahl gegen Bahrenburg ist nun aber denkbar offen. Trotz des zweiten Platzes gibt er sich zuversichtlich, in zwei Wochen die Stichwahl zu gewinnen. Er schielt auf die Wählerschaft Abels. Für diejenigen, die keinen Verwaltungsmann als Bürgermeister haben wollen, sei er die natürliche Alternative, erklärt er.

Robert Abel ist „enttäuscht“

Er sei hinter seinen eigenene Erwartungen zurückgeblieben, räumt indes Robert Abel am Rande der FDP-Wahlparty ein. Er habe zwar mit einer Stichwahl gerechnet, aber mit ihm auf dem Wahlzettel. „Ich hätte nicht gedacht, dass es unter die 20 Prozent geht“, so der 57-Jährige. „Für mich ist das sehr enttäuschend.“ Sein Thema war die Verhinderung einer Einheitsgemeinde Sottrum. „Offenbar war das nicht das Thema der Wähler.“

Am Ende des Abends haben insgesamt 7 695 Wahlberechtigte in der Samtgemeinde Sottrum ihre Stimme abgegeben. Das ist eine Beteiligung von 64 Prozent, eine leichte Steigerung gegenüber der Kommunalwahl 2016, als 61,5 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Holger Bahrenburg hat runde 3 300 Stimmen bekommen, Nicolas Fricke 2 941 und Robert Abel 1 160. Für Bahrenburg und Fricke heißt es nun, weiterzukämpfen, um im November die Nachfolge von Bürgermeister Peter Freytag (parteilos) anzutreten, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Der erreichte bei seiner Wahl 2016 übrigens 53 Prozent der Stimmen. Im Gegensatz zu seinem Nachfolger blieb ihm damals die Stichwahl erspart.

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