Bürgermeister Claus Kock beschwert sich / Deutsche Post bedauert Situation

Leere Briefkästen in Ahausen

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Claus Kock hat alle Hände voll zu tun: Die Briefpost der vergangenen zehn Tage kommt an einem Tag geballt.

Ahausen - Von Inken Quebe. Seit mehr als einer Woche sind viele Ahauser von der Außenwelt abgeschnitten – zumindest, was die Briefzustellung angeht. Unter ihnen auch Bürgermeister Claus Kock (CDU), der sich bei der Deutschen Post AG beschwert hat: „Das geht so nicht!“

Zwar ist es nicht immer positiv, wenn Briefe ins Haus flattern – insbesondere wenn es sich um Rechnungen handelt –, und zuerst mag sich manch einer wohl darüber gefreut haben, aber mehr als eine Woche lang ohne Zustellungen? Das ist für Claus Kock nicht tragbar. „Wir leben doch nicht in einer Bananenrepublik, wo es nur sporadisch Post gibt“, echauffiert sich der Bürgermeister. Er bezeichnet es als Unding, zumal er selbst auf wichtige Dokumente gewartet hat: den Pensionsbescheid. Und nicht nur Kock ist von dem Problem betroffen. „Es sind auch einige Bürger auf mich zugekommen, zum Beispiel die stellvertretende Bürgermeisterin Gerda Hollmann“, berichtet Kock. Man habe sogar die Postbotin – eine Urlaubsvertretung – angesprochen. „Die kann aber ja gar nichts dafür.“

Und nicht nur Briefe erhält der Ahauser nicht mehr. Auch seine Beschwerde-E-Mails – Montag, Dienstag und Mittwoch schrieb er jeweils einmal – an die Deutsche Post blieben zunächst unbeantwortet. Den Versuch in der Warteschleife über die Post-Hotline hatte er nach 17 Minuten in der Warteschleife zuvor abgebrochen. Der schlechte Service stört ihn: Ab Anfang 2016 könnte die Deutsche Post erneut das Porto erhöhen von jetzt 62 Cent auf dann 70 für einen Standardbrief. Dass er angesichts solcher Preise so lange auf jeden Brief verzichten muss, passe nicht zusammen.

Mit der Sachlage in Ahausen konfrontiert, bestätigt die Hamburger Pressestelle des Unternehmens, „dass wir in Ahausen in der vergangenen Woche ein paar Zustellabbrüche hatten, die wir sehr bedauern“. „Ein extrem hoher Krankenstand“ habe zu Personalumbesetzungen geführt. Inzwischen habe sich die Situation etwas beruhigt, trotzdem sei der Krankenstand noch immer hoch.

Trotzdem hätte es gar nicht zu so vielen Tagen ohne Briefzustellung kommen dürfen. Von der Post heißt es weiter: „Im Fall eines Abbruchs einer Tour gilt die Anweisung, dass am Folgetag der Abbruchteil zuerst zugestellt wird, damit die betroffenen Kunden nicht zwei Tage hintereinander keine Post bekommen.“ In Ahausen waren es sogar mehr als sieben Tage am Stück. Die Zusteller vor Ort seien bemüht: „Wir hoffen, dass sich die Situation zum Wochenende entspannt.“

Entspannter ist es inzwischen: Am Donnerstag sind erstmals Umschläge bei Kock eingetroffen. „Der älteste trägt den Poststempel mit Datum vom 12. Oktober“, berichtet er. Nach so langer Zeit hatte sich einiges angehäuft: Einen großen Stapel musste Kock entgegen nehmen. Auch der für ihn wichtige Brief von der Rentenkasse ist angekommen. „Ursprünglich hatte ich aber vier Wochen Zeit, um darauf zu reagieren. Eine Woche ist davon natürlich jetzt schon verstrichen“, so der Bürgermeister. Ob es sich dabei nun um eine einmalige Zustellung handelt oder tatsächlich Besserung eintritt, werden die kommenden Tage zeigen. Claus Kock hofft zumindest, dass so etwas künftig nicht mehr vorkommt: „Für solche Fälle muss das Unternehmen Vorsorge treffen.“

Übrigens: Auf seine Beschwerde-E-Mails hat Kock ebenfalls am Donnerstag eine Antwort erhalten. Man bat ihn um Geduld und verwies darauf, dass es in Einzelfällen vorkommen könne, „dass ein Brief mehrere Tage unterwegs ist“. Darauf, dass es sich um ein Problem handelt, das viele im Ort betrifft, ging das Unternehmen aber nicht ein.

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