Bürger und Politiker haben viele Ideen, die Anlage aufzuhübschen

Schönheitskur für Bahnhof

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Beim Vor-Ort-Termin am Bahnhof sind sich die Teilnehmer einig: Es muss sich was tun.

Sottrum - Abblätternde Farbe, defekte Dachrinnen, fehlende Sanitäranlagen – Reisende, die am Sottrumer Bahnhof ankommen, lernen den Wiesteort nicht von seiner schönsten Seite kennen, denn die Gebäude haben längst ihre besten Tage hinter sich. Auch von Pendlern komme oft Kritik. Um den Bedarf zu ermitteln und Verbesserungsvorschläge zu sammeln, hatte jetzt der Ortsverband „Bündnis 90/Die Grünen“ zum Bahnhof eingeladen.

Ursprünglich hatte die Fraktion vor der Versammlung einen Kofferservice geplant. „Wir wollten den Metronomfahrern Koffer, Kinderwagen oder Fahrräder auf die andere Gleisseite tragen“, erklärte Dieter Szczesny. Dieser Einsatz wurde jedoch überflüssig, denn nach langem Stillstand kam in der Vorwoche endlich Bewegung in die Fahrstuhlproblematik. Auslöser war eine Mail von Szczesny an Hermann Bollmann, Manager des Bremer Hauptbahnhofs.

Nur einige Tage später gab es die langersehnte Freigabe und Reisende haben die Möglichkeit, den Fahrstuhl nun zu nutzen. „Wahrscheinlich war ich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“, vermutete der Kommunalpolitiker, der besonders Klaus Dreyer (SPD) erwähnte, der sich schon viele Jahre für den barrierefreien Bahnhof eingesetzt hatte. Auch Ulrich Thiart (Grüne), Bürgerbusfahrer und langjähriges Mitglied im Sottrumer Samtgemeinderat, bekam ein Lob für sein Engagement vom Ortsverbandsvorsitzenden. Wo es ging, halfen Thiart und die anderen ehrenamtlichen Fahrer den Gästen. Schon im November 2012 hatten die Grünen einen Antrag zur Verbesserung der Situation am Bahnhof an die Samtgemeinde gestellt. Kernpunkte waren damals die Schaffung eines „angemessenen“ Warteraumes, sanitäre Anlagen sowie ein Raum für einen Kiosk. Ähnlich gestalteten sich die Wünsche der Bürger, die die Einladung der Grünen zum Bahnhof angenommen hatten.

Die Samtgemeinde ist in Sachen „WC“ sogar schon aktiv geworden. „Holger Bahrenburg konnte nach langer Arbeit herausfinden, dass das Gebäude neben dem Bahnhof, wo es Toiletten gibt, einer Immobiliengesellschaft mit Sitz in London gehört“, sagte Dieter Szczesny. Diese will aber für das stark sanierungsbedürftige Haus noch stolze 70000 Euro haben. Eine Alternative wäre eine neue WC-Anlage vor dem Bahnhof, für die zwischen 100000 bis 120000 Euro fällig werden würden. Außerdem fielen bei beiden Möglichkeiten laufende Kosten an. Derzeit würde die Investition aus finanziellen Gründen zurückgestellt.

Auf der Wunschliste der Gäste steht aber noch mehr, von dem sich manches ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lässt. Dazu gehören, wie Sassa Weyandt äußerte, auch zusätzliche Fahrkartenentwerter sowie die Bepflanzung einzelner Schotterflächen. Für einen Gebäudeanstrich kam Helga Busch auf die Idee, Graffiti-Sprayer einzuspannen. „Wir müssen aber erst die rechtliche Lage abklären“, meinte Stefan Heinrich dazu. Trotz der Kritik kamen auch positive Aspekte. „Wir können dankbar sein, denn in Ottersberg und Sagehorn kann man sich nicht einmal unterstellen“, sagte Anke Wergowski, selbst viele Jahre Pendlerin. Wie ein Bahnhof umgestaltet werden kann, hat sie in Scheeßel gesehen. „Was dort geschaffen worden ist, hat mich sehr beeindruckt“, lobte sie. Jetzt wollen sich die Grünen mit interessierten Teilnehmern den dortigen Bahnhof sowie andere Haltestellen anschauen. Um bei den notwendigen Investitionen die Gemeindekasse möglichst wenig zu belasten, sollen parallel Fördermöglichkeiten ausgelotet werden. Szczesny: „Das ist eine Aufgabe für den neuen Samtgemeindebürgermeister.“

ho

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