Bremer Musical Company zieht beim Open Air rund 150 Zuhörer in ihren Bann

Phantom auf dem Kirchhof

+
Zum Fürchten: Dennis Egel als das Phantom der Oper.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Die Bänke bei dem Musical-Open-Air am Freitag im Sottrum blieben weitestgehend leer. Aber nur, weil es sich der Großteil der rund 150 Zuhörer für das gut zweieinhalbstündige Programm auf den selbst mitgebrachten Stühlen bequem machte. Bei Sommerwetter, Wein und hochkarätigen Darbietungen ließ es sich auf dem Kirchhof gut aushalten. Inklusive Gänsehaut-Feeling, hervorgerufen durch tiefgreifende Texte.

Nach dem erfolgreichen Spontan-Auftritt unter freiem Himmel von Ensemble-Mitgliedern der Bremer Musical Company (BMC) im vergangenen Jahr, war klar: „Das hat uns so gut gefallen, das wollen wir wieder machen“, so BMC-Macher Thomas Blaeschke. Bereits zum vierten Mal gastierte die Company in der Wiestegemeinde. Fünf Künstler hatte Blaeschke mitgebracht. Nicht fehlen durfte selbstverständlich die mehrfach ausgezeichnete Sara Dähn (Bremen). Die 24-Jährige überzeugte erneut mit ihrer ganz eigenen Bühnenpräsenz in Werken wie „Wein nicht um mich Argentinien“ (aus Evita) und „Ich will keine Schokolade“. Letzteres Stück sorgte für den ersten Jubel am Abend.

Immer wieder beeindruckend sind die von Sängerin und Schauspielerin Leonie Fuchs (Hamburg) interpretierten Stücke. Erstaunlich nicht nur, über was für eine große Stimme diese schmale Person verfügt. Ihre Mimik und ihr schauspielerisches Talent nehmen die Zuhörer mit. Besonders brillant und überzeugend, mit ihrer überdimensionalen Sonnenbrille ein wenig an Audrey Hepburn erinnernd, war ihre Darbietung als „Die Kleptomanin“ aus Spuk in der Villa Stern. Dabei zeigte sie sich publikumsnah und wahrhaft diebisch.

Unvergleichlich präsentierte sich erneut die Chemnitzerin Nadine Bieber, die ihre Rollen – je nach Thema – bildhaft humorvoll oder überzeugend leidend auf die Bühnenbretter brachte. Umwerfend komisch und wirklich schon phänomenal war der Auftritt von Nina Arena (Bremen) mit dem Schlager „Egon“ (Friedel Hensch und die Cyprys). Gespielt betrunken, beschimpft sie ihren Kerl und rutscht nachher noch auf seinen Schoß.

Auffällig war, wie sehr bei den Ensemblestücken die einzelnen Sängerinnen herauszuhören waren. Positiv vom Publikum wurde zudem aufgenommen, dass die jungen Damen immer wieder auf Tuchfühlung mit den Zuschauern gingen und sich bei Songs wie „Schafft die Männer ran“ aus Jekyll and Hyde zwischen den Stuhlreihen bewegten.

Einziger Mann im Bunde war Dennis Egel aus Posthausen. Und: Er hat sich enorm weiter entwickelt, schnürte sich aber durch seine vorwärts und aufwärts gestreckte Halshaltung mitunter die Töne ab.

Bremer Musical Company in Sottrum

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Smart Luggage: Wenn der Koffer zum Lautsprecher wird

Smart Luggage: Wenn der Koffer zum Lautsprecher wird

Games: Farbbomben, Planetenaufbau und ein Unrechtsstaat

Games: Farbbomben, Planetenaufbau und ein Unrechtsstaat

Keine Taschenlampe: Kabellose Leuchten inspirieren Designer

Keine Taschenlampe: Kabellose Leuchten inspirieren Designer

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Meistgelesene Artikel

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

SPD sieht Konflikte auf die Gemeinde Bothel zukommen

SPD sieht Konflikte auf die Gemeinde Bothel zukommen

Kommentare