Bremer Band „TrioZZic“ in Ahausen 

Jazz-Flair im Kulturhof

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„TrioZZic“ holt sich für das Konzert in Ahausen in ihrem „experience“-Projekt Unterstützung durch Musiker Edwin Bohlmann aus Hellwege. 

Ahausen - Von Bettina Diercks. Blues-Kneipen-Atmosphäre gab es am Samstag im Ahauser Kulturhof. Erstmals spielte dort eine Jazzband und brachte neues Flair in die Räume. Zu Gast war „TrioZZic“ aus Bremen. Die Band bewies, wie sehr sich der Raum in Ahausen für Jazz- und Blues-Konzerte eignet.

Dabei ist „Trio“ glatt gemogelt. Denn die Bremer Combo hat in ihrem „experience“-Projekt schon häufiger den Hellweger Profi-Musiker Edwin Bohlmann engagiert. So auch für die Ahauser „Music-Hall“. Bohlmann stellte sich als wahre Bereicherung in dem Ensemble heraus, da das erste Set ein wenig schmalspurig daher kam.

Die Aufregung verursachte die Anfangsprobleme, stellte sich später heraus. Denn, „TrioZZic“ hätten zwar immer wieder mal Auftritte, aber Routiniers seien sie nicht, verriet ein Insider später. Völlig unnötig bei dem entspannten Publikum, das weitestgehend nicht aus Ahausen kam.

Kontrabass (Randolph Henning) und Flügel (Alexander Hanke) übernahmen den Anfang und leisteten einen Vorgeschmack auf Songs bei bester Akustik. Sänger Dieter Göllner hatte allerdings Anlaufschwierigkeiten bei den ersten Stücken und modulierte nur wenig die Songs. Seine leicht rauchige Stimme erinnert ein Stück weit an Tom Waits und manchmal, auszugsweise, sogar an Joe Cocker – allerdings ohne dessen Stimmgewalt. Spannend: Cocker gelang mit einem Beatles-Song der große Durchbruch. Gejazzte Beatlesversionen sind ein Spezialgebiet von TrioZZic. Und, Tom Waits befindet sich mit „Temptation“ im Repertoire der Bremer. „Mich würde mal interessieren, was Paul McCartney dazu sagen würde. Ich habe ihn aber noch niemals persönlich gesprochen“, scherzte Göllner, als er das im „TrioZZic“-Stil gecoverte Stück „Things we said today“ ankündigte. Cool gemacht, doch der Rest Schmelz in der Stimme fehlte dann doch ein wenig.

Mutig von Göllner war auch „Roxanne“ von The Police/Sting zu intonieren. Irre schwer und meistens nicht zu erreichen, so speziell und anspruchsvoll ist Stings Stimme. Neben Bohlmann, der sich immer wieder zurücknahm, um nicht zu stark in den Vordergrund zu rücken, beeindruckten Contrabassist Henning und Hanke am Flügel, der allerdings etwas hart gestimmt war und dennoch passte.

Dafür überzeugte Göllner ausnahmslos bei allen selbstgeschriebenen und -komponierten Stücken. Mit Inbrunst sang er über Lebenserfahrungen und -beobachtungen, Zuneigungen, Vorlieben, (Ex)-Beziehungen und die Liebe. Gerade letztere ist es ja, die Künstler jeden Genres inspiriert. Bei den eigenen Werken stimmte das Timbre und die Modulation. Gelebte Songs eben. Oder gesungenes Leben.

Den mehr als 40 Zuhörern gefiel offenbar der Abend. Und Veranstalterin Christina Fry freute sich über eine gelungene Jazz-Premiere auf dem Kulturhof, die von ihrer Mutter, der früheren Opernsängerin Natalie Usselmann-Kock, bejubelt wurde.

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