Brandenburgische Konzerte in der St.-Georg-Kirche

Bach in sommerlich leichtem Klangkostüm

Henrik Schulte an der Gitarre.
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Henrik Schulte an der Gitarre.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Das Ottersberger Flötenensemble „Windstärke 11“ und hochdekorierte Musiker aus Lohne und Osnabrück haben am Sonnabend die Besucher der St.-Georg-Kirche begeistert. Im Rahmen der Konzertreihe „Sottrumer Kirchenmusiker“ waren die „Brandenburgischen Konzerte“ von Johann Sebastian Bach in wechselnder Besetzung zu hören.

Gleich der dritte Satz (Allegro) aus dem ersten Konzert gab den Zuhörern die Möglichkeit, sich entspannt zurückzulehnen und die Vitalität des Werkes in sich aufzunehmen. Im Allegro ist der italienische Hauch unverkennbar, der einem Teil der Brandenburgischen Konzerte innewohnt und dem Auftakt eine tänzerische Note verlieh.

„Es ist etwas speziell, die schweren Stücke Bachs auf schweren Instrumenten mit Laien zu spielen“, sagte Konzertleiter Johannes Kaußler. Erneut gelang es dem Kirchenmusiker, sowohl eine Brücke zwischen Bach und dem mit Laien besetzten Flötenensemble als auch zum Publikum zu schlagen. Bach zum Anfassen, sozusagen.

„Fast alle Werke, die wir heute spielen, sind bearbeitet und nicht unbedingt für Blockflöte geschrieben“, erklärte Kaußler. Das erste Konzert ist in seiner Ursprungsform eigentlich für Hörner, Oboen, Fagott, Violino piccolo, Streicher und Continuo geschrieben. Dem Publikum dürfte das bei den hochkarätigen Darbietungen egal gewesen sein.

Mit einer berührenden Intensität und atemberaubendem Feingefühl lieferte Gitarrist Henri Schulte die Prelude Es-Dur BSW 998 – nicht umsonst ist Schulte Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Ebenfalls hoch dekoriert und mit 23 Jahren bereits Lehrkraft an der Musikschule Lohne, trat Gitarrist Bui Anh Luong ebenfalls als Solist mit der Fuga aus BWV 1001 auf.

Dann der großartige Abschluss: Ein gemeinsamer Auftritt von Windstärke 11 und dem komplett mit Preisträgern bestückten Projektensemble Lohne/Osnabrück. Das Konzert Nr. 2, erster Satz, ergriff das Publikum so sehr, dass der anhaltende Applaus die Musiker drei Mal vor den Altar holte. Auf eine Zugabe verzichteten sie bewusst, wie der von so viel Zuneigung ergriffene Kaußler erklärte: „Darauf waren wir nicht vorbereitet. Und wir wollen jetzt nicht einfach irgendetwas von diesem Abend wiederholen“.

bd

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