Umfrage soll helfen

Jetzt haben die Bürger das Wort

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Der ehemalige Dorfladen in Bötersen soll wieder mit Leben gefüllt werden. 

Bötersen - Von Matthias Daus. Wie wichtig Wolfgang Gröll von der Gesellschaft multifunktionaler Dorfläden für das Bötersener Projekt eines eben solchen Dorfladens ist, zeigte sich beim zweiten Treffen des dazugehörigen Arbeitskreises auf vielfache Weise. Vielleicht am deutlichsten, als es darum ging, aus dem Arbeitskreis verschiedene Gruppen zu bilden, die für die unterschiedlichsten Bereiche zuständig sind. 

Wie ein Fußballtrainer bei der Mannschaftsaufstellung ermittelte Gröll von jedem der Anwesenden die persönlichen Fähigkeiten oder Neigungen, die für das Projekt wichtig sind, und sorgte am Donnerstag so dafür, dass sich zumindest für die anfänglich wichtigen Dinge wie Betriebswirtschaft und Rechtsfragen sowie Marketing, Personengruppen fanden, die sich mit diesen Themengebieten beschäftigen werden.

Er konkretisierte sozusagen die Arbeitsbereitschaft der Mitglieder. „Es ist effektiver, wenn Sie in mehreren Bereichen parallel arbeiten können“, betonte der Münchener. Über weite Teile des Abends bestand seine Hauptaufgabe allerdings darin, detaillierte Informationen für spätere Planungs- und Ausführungsaufgaben den Mitgliedern der Arbeitsgruppe näher zu bringen.

„Das Angebot von Produkten regionaler oder lokaler Produzenten und Anbieter wird für Ihr Vorhaben von immenser Bedeutung sein. Das ist der Grundstein dafür, dass Sie ein eigenes Profil erhalten, mit dem Sie sich von anderen Geschäften und Einkaufsmöglichkeiten abheben können“, sagte er und nannte viele Beispiele, die er aus seiner langjährigen Erfahrung mit derartigen Läden gemacht hatte.

Das wichtigste Ergebnis des Abends aber war die Erstellung eines Fragebogens, der in Kürze an alle Haushalte in der Gemeinde Bötersen ausgeteilt wird. Die Fragen lassen sich in drei Schwerpunkte unterteilen, die Gröll wie folgt benannte: Was macht der Bürger? Was wünscht er sich? Und wie kann er mitwirken? Der erste Frageblock beschäftigt sich damit, wie das derzeitige Einkaufsverhalten ist. Also wer kauft in welchen Orten bei welchen Geschäften welche Waren und Produkte ein. Im zweiten Bereich geht es darum, was ein Dorfladen für die potenziellen Kunden gewährleisten müsste, um attraktiv zu sein. Was sollte zum Sortiment gehören, oder welche Dienstleistungen sollten mit angeboten werden und dergleichen mehr. Der dritte Teil beschäftigt sich damit, wie die Bürger das Projekt unterstützen würden und das ist nicht zuletzt auch eine Frage der Mitfinanzierung, beispielsweise über Genossenschaftsanteile.

Keine einfache Frage, denn es ist entscheidend, wie hoch die Summe für einen derartigen Anteil sein soll. „Wenn wir zu hoch ansetzen, verschrecken wir die Leute und wenn wir zu niedrig sind, bekommen wir vielleicht nicht genügend Geld zusammen“, erläuterte Cord Trefke, Mitglied des Arbeitskreises. Und dass man einen hohen Kapitalbedarf haben wird, daran ließ Wolfgang Gröll keinen Zweifel. „Egal welche Option Sie wählen, sei es der Umbau des ehemaligen Geschäftes in Bötersen, oder eine andere Alternative. Sie haben kein bezugsfertiges Gebäude, in das der Laden kommen könnte. Also werden Sie investieren müssen“, sagte er. Aber das sei eigentlich der Regelfall bei einem derartigen Dorfladen und von daher keine Hürde, die man nicht meistern könne, so der Münchener.

Die Fragebögen werden, wie erwähnt, in alle Haushalte verteilt und von dort auch wieder persönlich abgeholt. Das Ganze soll bis zum 15. Juni über die Bühne gehen, damit die Auswertung der Ergebnisse noch vor den Sommerferien präsentiert werden kann. Die Daten werden analysiert und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen dienen als Basis für konkrete Berechnungen, an deren Ende Zahlen und Fakten stehen, die Aufschluss über das weitere Vorgehen geben werden. Ist das Echo groß genug unter den Gemeindebewohnern? Welchen groben Finanzierungsbedarf kann man ansetzen? Sind die Wünsche an den Dorfladen praktisch umsetzbar?

„Wichtig für uns ist, dass wir das Ganze auf ein solides Fundament stellen. Deshalb werden wir die Ergebnisse sorgfältig auswerten und nicht überstürzt an die Sache herangehen“, erläutert Cord Trefke die Marschroute in den kommenden Zeiten. Aber zunächst einmal haben die Bürger der Gemeinde Bötersen das Wort. Man darf gespannt sein, wie das Ergebnis ausfallen wird.

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