Blumen gegen das Insektensterben

Peter Erfurt will etwas für Bienen tun. Er baut einen Hektar Blumenwiese an. Foto: Röhrs

Lieber selbst machen, anstatt darauf zu warten, dass andere etwas tun. Der Hellweger Peter Erfurt möchte mit einer einen Hektar großen Wildblumenwiese etwas gegen das Bienensterben tun. Damit will er ein Zeichen setzen, dass jeder seinen Beitrag leisten kann. Er ist auf der Suche nach Paten für sein Projekt.

VON MATTHIAS RÖHRS

Hellwege – Peter Erfurt schaut sich um. „Außer Mais und Weihnachtsbäume wächst hier nichts“, sagt er. Er steht an der Straße zwischen Hellwege und Stapel vor einem jener Maisfelder. Von diesem hat er aber einen Hektar gepachtet. Ab dem kommenden Jahr will er dort selbst Nahrung anpflanzen – allerdings nicht für Menschen, sondern für Bienen und andere Insekten. „BürgerBlumenWiese 2020“ nennt der Hellweger dieses Projekt. Auf den 10 000 Quadratmetern soll eine große Wildblumenwiese entstehen. Damit will Erfurt ein Zeichen setzen und dafür sensibilisieren, dass jeder etwas gegen das Bienensterben unternehmen kann. Deshalb wird er nicht nur selbst aktiv, sondern will auch über die verschiedenen Möglichkeiten informieren.

Im Prinzip versucht er mit dem Projekt, den Begriff einer Kulturlandschaft auf Bienen umzumünzen. Deshalb werde die Wiese später nicht viel mit einer natürlich aussehenden Landschaft zu tun haben. Er hat sich einige Kilogramm der sogenannten Verdener Imkermischung angeschafft, die er ausbringen will. Die hält ein Jahr. Die Pflanzen stehen dann da, „wie Zinnsoldaten“. Er ist da ganz pragmatisch. „Es geht darum, Nahrung für Bienen zu beschaffen.“ Nicht mehr, nicht weniger. Am Rand der Wiese sollen dafür auch zwei Völker angesiedelt werden. Dafür sucht er allerdings noch einen Imker.

Erste Unterstützung hat er bereits von offizieller Seite erhalten. Die Rasenfläche zwischen Feld und Straße soll ebenfalls mit typischer Randbepflanzung versehen werden – Mohn- und Kornblumen zum Beispiel. Hilfe bekommt er von befreundeten Landwirten, aber auch seitens der Gemeinde und der Hellweger Arbeitsgruppe Umweltschutz. Diese bepflanzt zudem den Graben zwischen Wiese und dem angrenzenden Feld. An dieser Stelle soll zudem noch eine Wasserpumpe, eine Infotafel und eine Bank aufgestellt werden. Direkt dahinter: die Idee „Pflanzen für jedermann“, bei dem auf einer Fläche jeder, der möchte, selbst etwas anpflanzen kann. Erfurt will charmant zum Mitmachen auffordern und so für das Problem sensibilisieren. Wer gegensteuern will, müsse mal damit anfangen.

Auf rund 3 000 Euro schätzt er den finanziellen Aufwand, den er zunächst aus eigener Tasche bezahlt. Aber auch andere können sich an dem Projekt beteiligen, in dem sie Patenschaften für einen oder mehrere Quadratmeter übernehmen. 1,50 Euro wird das vermutlich kosten, Erfurt orientiert sich dabei an ein ähnliches Projekt, das Bauern in Twistringen durchführen. Einige Hellweger Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Damit kann man etwas für sein Image tun.“ Erfurt hofft, dass diese Bürgerblumenwiese auch von vielen anderen aus der Dorfgemeinschaft angenommen wird. Paten könnten so zum Beispiel die Fläche, die das Auto verbraucht, auf diese Weise kompensieren.

Für drei Jahre ist das Projekt zunächst angesetzt, so lange läuft der Pachtvertrag. Aber Erfurt ist zuversichtlich, dass es eine Verlängerung geben kann. Hoffnung schöpft er dabei mit dem Blick nach Twistringen, „da funktioniert es ja“. Erfurt ist überzeugt, in Hellwege beispielgebend sein zu können: „Dass es geht, muss man aber erst einmal zeigen.“

Teilnahme

Wer sich an der Bürgerblumenwiese von Peter Erfurt beteiligen möchte, findet online unter www.buerger-blumen-wiese.de Kontaktmöglichkeiten.

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