Zweite Weinlese läutet Ahauser Herbst ein

Ein Blues der Weinsorten

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Ob ein Rap über Rotwein, ein Blues als Streifzug durch die Geschichte des Weines: Für den Ahauser Sänger und Rezitatoren Volker Evers (v.r.) alles kein Problem. Ausführliche Infos gibt es von Carsten Kaßburg. 

Ahausen - Von Bettina Diercks. Heitere Stunden bescherte die zweite Weinlese in Ahausen. Am Donnerstagabend wurde, wie im Vorjahr, damit der Ahauser Herbst in „Hahn’s Wohnstube“ eingeläutet. Dabei ging es mitunter makaber und frivol zu.

„Blanc de Noirs“ klang erstmal ein wenig wie „rien ne va plus“ (nichts geht mehr). Doch in Wirklichkeit bezeichnete „Weiß aus schwarz“ (Blanc de Noirs) einen zartfließenden hellen Tropfen aus einer roten Traube. Ausgewählt hatten die Verantwortlichen den hochkarätige Traubensaft für die Weinlese nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Geschmacks: Er trägt den passenden Namen zum diesjährigen Motto des Ahauser Herbstes, „schwarzweiß“. Carsten Kaßburg, Veranstalter der Weinlese und Mitorganisator des Kulturwochenendes: „Ich hoffe, dass sich schwarzweiß wie ein roter Faden durch den Ahauser Herbst zieht.“

Der IHK-Weinkulturexperte hatte für den Auftakt nicht nur viele Gäste begeistern können, sondern auch die beiden Ahauser Volker Evers als Sänger und Rezitator sowie Christoph Wüstefeld als Gitarristen. Wie sich herausstellte, eine gelungene und unterhaltsame Konstellation.

„Ich bin heute für den offiziellen Bildungsauftrag zuständig“, scherzte Kaßburg, der erklärte, was es mit dem „Blanc de Noirs“ auf sich hat. „Die roten Trauben werden nur kurz angepresst und der Saft vergoren“, erklärte Kaßburg. Da die Schale nicht mit ausgepresst wird, entsteht so aus Rotweinsorten ein gekelterter weißer Wein.

Einen Blues über alle Weinsorten legte derweil Evers hin, der anschließend durch die Geschichte des Weines in der Literatur galoppierte und dabei Goethe, Lessing und seinen persönlichen Favoriten Heinrich Heine, „der stand auf Frauen“, rezitierte. Dann folgte noch ein Rap über Rotwein und Liebeskummer. Etwas, was in der Kunst immer wieder miteinander in Zusammenhang gebracht wird. Genauso wie Erotik, Wein, Mord und Totschlag. Alles fand sich im Rahmen der Weinlese wieder. Zumindest in den Texten. Der Genuss und die Vorzüge von Wein wurden allerdings ebenfalls wiederholt von Wein und Evers besungen.

Was die Gastgeber Julia und Heiner Hahn besonders freute: Nach dem Ende der Veranstaltung blieben viele Gäste entspannt sitzen und unterhielten sich. An Gemütlichkeit und Ambiente sind die Räumlichkeiten mit Holzbalken und -fußboden auch nicht zu überbieten. „Das ist ein großes Geschenk“, sagt Kaßburg über die Großzügigkeit von Hahns und die Wohlfühlathmosphäre.

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