Blechbläser in Sottrum

„Wildes Blech“ in der Kirche

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Benjamin Faber und seine Sänger überzeugen das Publikum in der Sottrumer St.-Georg-Kirche. 

Sottrum - Von Heidi Stahl. Wenn 21 Trompeten, Posaunen, Hörner und ein Schlagzeug in einer Kirche Hardrock von Rammstein und Metallica spielen, dann ist das schon nicht so alltäglich. Chorleiter Benjamin Faber hatte zu diesem außergewöhnlichen Konzert unter dem Titel „Rock den Georg“ am Sonntagnachmittag in die Sottrumer Kirche eingeladen.

Seine Sorge, dass wegen des guten Wetters und des gleichzeitig stattfindenden Ottersberger Marktes und des Kartoffelmarktes in Rotenburg nicht so viele Besucher den Weg nach Sottrum finden könnten, war völlig unbegründet. Dicht gedrängt füllte halb Sottrum die Kirchenbänke und gleich zu Anfang versetzte der Cupsong „You will miss me when I’m gone“, den Fabers Jugend- und Rockchor anstimmte, in eine richtig rockige Stimmung. Man merkte den jungen Sängern an, dass das ihre Musik ist und wie viel Spaß sie daran haben, sie gemeinsam zu interpretieren.

Gleich nach „Love is all around“ von der Gruppe Wet Wet Wet marschierten die 21 Bläser der Instrumentalgruppe „Wildes Blech“ mit ihren Instrumenten im Gänsemarsch nach vorn in den Altarraum. Was dann folgte, überraschte alle Zuhörer. Benjamin Faber hatte vorgewarnt: „Jetzt wird es gleich sehr laut, wer ein Hörgerät hat, sollte es besser ausschalten“, bemerkte er schmunzelnd.

Mit „Sad but true“ von Metallica eröffneten die Bläser mit Unterstützung von Carsten Neubauer am Schlagzeug den instrumentalen Teil des Konzertes. Mit „The final Countdown“ von Joey Tempest und „Smoke on the water“ von Deep Purple ließen die Bläser die Mauern der Kirche fast wie in Jericho erzittern und die Zuhörer rhythmisch mitschwingen. Eigentlich sind die Mitwirkenden von „Wildes Blech“ alle Einzelmusiker, die sich nur zu solchen Projekten wie „Rock den Georg“ zusammen finden, aber das, was sie nach nur fünf gemeinschaftlichen Proben zu Gehör brachten, war einfach mitreißend.

Im dritten Teil des Konzerts fanden dann Bläser und Chor zusammen, und mit „I bless the rains down in Africa“ von Toto oder Justin Biebers „Love yourself“ mit der Unterstützung einer einzelnen Solotrompete, rundeten sie den Höhepunkt ab. Auch die etwas düsteren Töne von „Paint it black“ der Rolling Stones kamen zum Einsatz. Aber mit „Applaus, Applaus“ der Sportfreunde Stiller kam das Konzert zu einem fulminanten Abschluss, und der langanhaltende Applaus der Zuhörer ließ nicht auf sich warten. Das war wirklich ein fröhliches, lebendiges und mutiges Konzert mit ganz neuen Tönen für den Drachentöter St. Georg und ganz ungewöhnlich für eine Kirche.

Neue Sänger ab der fünften Klasse sind bei Benjamin Faber für seinen Jugendchor willkommen. Auch der Kinderchor ab dem ersten Schuljahr nimmt noch neue Mitsänger auf, da einige schon aus dem Kinderchor herausgewachsen sind, wie beispielsweise Helen Lier, die schon den Noah in Fabers Musical „Die Arche Noah“ gesungen hat und sich nun im Jugendchor gut aufgehoben fühlt. Mehr Infos zu den Chören gibt es im Internet.

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