Sottrum diskutiert Teilnahme an Verbund

Biotop-Projekt: Vieles ist noch ungewiss

Eine Biene landet auf einer Blüte
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Unter anderem mit Blühstreifen möchte das BUND-Projekt die Artenvielfalt fördern.

Sottrum – Die Sottrumer Gemeindepolitik ist unentschlossen, ob die Kommune sich an einem BUND-Projekt beteiligt, dass die Vernetzung von Biotopen fördert – es geht unter anderem um klassische Blühstreifen.

Der Umweltausschuss jedenfalls hat sich in seiner jüngsten Sitzung zu keiner Empfehlung an die nächste Instanz Verwaltungsausschuss durchgerungen.

Es kam zu einem Patt von drei zu drei Stimmen. Ohnehin wirkt das Projekt noch recht schwammig. Es ist noch nicht offiziell gestartet, der Umweltverband wirbt aber bei den Kommunen um Unterstützung, nachdem man „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft“ bei der Bingo Umweltstiftung eingereicht hat. Diese könnte das Projekt dann mit erheblichen Mitteln fördern. Die Gemeinden, so hofft man beim BUND, geben eine Absichtserklärung ab, teilzunehmen.

Die Umsetzung des Biotopverbundes auf landesweiter aber auch regionaler Ebene, auf der Grundlage des Niedersächsischen Weges als Dialogerlebnis zwischen Landesregierung, Umweltverbänden und Landwirtschaft, ist ein wichtiger Schritt dem Verlust biologischer Vielfalt entgegenzuwirken, heißt es in der Beschlussvorlage. „Man muss das Thema ja nicht neu erfinden, Sottrum kann unterm Strich sehr davon profitieren“, bewertet Gemeindedirektor Holger Bahrenburg den Vorschlag. Das Thema findet sich auch in den Maßnahmen des Entwicklungskonzeptes „Sottrum 2030“ wieder.

Dort heißt es unter dem Abschnitt zu „blühenden Feldwegen“: „Feldsäume und Wegeränder sind prägende Elemente der Kulturlandschaft und haben besonderen ökologischen Wert. Der Gemeinde soll es ein Anliegen sein, diese wertvollen Magerstandorte in freier Flur in gutem Zustand zu erhalten. Auf eigenen Flächen soll dazu die Pflege nach einem Pflegekonzept erfolgen und dessen Einhaltung kontrolliert werden. Dabei ist der Austausch mit Naturschutzverbänden zu nutzen und zu verstetigen.“ Maßnahmen zur Sensibilisierung von Grundstückseigentümer, Landwirte sowie der breiten Bevölkerung sollen demnach unterstützt werden.

Die Verwaltung selbst erhofft sich durch die Teilnahme unter anderem Unterstützung bei Gewinnung von Flächen für die Umsetzung von Maßnahmen, Austausch und Bereitstellung von Materialien zu regionalen Biotopverbundprojekten und Planungen sowie die Teilnahme an Expertentreffen zur Erarbeitung von Leitbildern und Qualitätskriterien und Austausch zu Anforderungen an den regionalen Biotopverbund. Lühr Klee (Grüne) begrüßt den Antrag und auch „die Initiative des Gemeindedirektors“ in dieser Sache. Er habe mit dem BUND-Kreisvorsitzenden Manfred Radtke gesprochen, der hoffe, dass sich das Projekt am Ende nicht als Lippenbekenntnis herausstellt, sondern als „Auftakt, an der Stelle qualitativ weiterzukommen“, so Klee.

Jürgen Böschen (CDU), ein Landwirt, hält nichts von dem Projekt. Schon wieder werde Ackerland zurückgebaut, man habe bereits genug Naturschutzgebiete. Bahrenburg gibt ihm im Kern recht. Landwirte müssen Flächen weiter nutzen dürfen, sagt er. Carsten Fricke (CDU) kritisiert hingegen, dass nicht klar sei, was die Erwartungshaltung des Projektes ist, sieht aber ein anderes Problem. „Die Verwaltung ist bereits überlastet und damit zwängen wir uns noch weiter ein.“ Vom Aufwand her könne man es sich nicht leisten, sich solchen Projekten anzuschließen. Man müsse nicht alles mitmachen, Zuschüsse würden auch nie 100 Prozent der Kosten decken. „Wo soll die Kohle herkommen?“

Dass es am Ende auf ein Patt hinausläuft, hängt aber vielleicht auch mit der losen Formulierung des Antrages zusammen. Konkrete Informationen gibt es kaum. Gemeindedirektor Bahrenburg fasst das in seiner Replik auf Fricke nochmal ganz wunderbar zusammen: „Im ersten Schritt ist es eine Absichtserklärung, welche Maßnahmen das sind, ist noch offen. Wir wollen das Projekt aber nach außen tragen.“

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