Bilder in fröhlicher Farbigkeit

Ottersberger Kammerorchester beim Sommerkonzert in der Ahauser Kirche

+
Clive Ford mit dem Ottersberger Kammerorchester im Altarraum der Ahauser Kirche.

Ahausen - Von Heidi Stahl. Für ein Sommerkonzert war es an diesem Freitagabend nach kräftigen Regengüssen ziemlich kühl, als 30 Musiker vom Ottersberger Kammerorchester im Altarraum der kleinen Ahauser Kirche mit ihren Instrumenten Platz nahmen. Clive Ford, der seit 16 Jahren dieses Orchester der ambitionierten Freizeitmusiker leitet, hatte relativ unbekannte Musik von Francois-Adrien Boieldieu, Ottorino Respighi, Edvard Grieg und Antonio Rosetti für die drei diesjährigen Sommerkonzerte des Orchesters ausgewählt.

Der Musiker Ford stammt aus Südengland und unterrichtet an der Ottersberger Waldorfschule seit vielen Jahren Musik. Ihm ist es ein Anliegen, die Vielfalt der Musik auch in den Kompositionen der weniger bekannten Komponisten zu Gehör zu bringen.

Es gab in der klassischen Musik nicht nur die Stars wie Mozart, Beethoven oder Bach, auch viele ihrer Zeitgenossen haben wunderbare Musik geschaffen. Dies stellte das Kammerorchester gleich zu Beginn mit der Ouvertüre zu Boieldieus komischer Oper von 1800 „Le Calife de Bagdad“ unter Beweis. Nach Clive Fords mit sympathischem Akzent und Humor vorgetragenen Eingangsworten zauberte die Musik Bilder in fröhlicher Farbigkeit. Man konnte den Kalifen, der es liebte, sich unbekannt und verkleidet unter seine Untertanen zu mischen, förmlich mit seinem bunten Turban in orientalischer Pracht durch die Töne der zirpenden Violinen, fröhlichen Flöten, zarten Triangelklängen und akzentuierten Paukenschlägen schimmern sehen.

Musik lässt die norwegische Landschaft erahnen

Weiter ging es mit der Orchestersuite von Respighi „Gli ucelli“ (Die Vögel), bei der einzelne Vogelstimmen wie Kuckuck, Nachtigall oder gurrende Tauben in den verschiedenen Instrumenten zu hören waren. Erinnerungen an Mozarts „Spatzenmesse“ oder auch an Beethovens „Pastorale“ klangen bei den erfreut lauschenden Zuhörern an, und man hatte den Eindruck, die musikalischen Vögel unter das gewölbte Kirchendach aufsteigen zu sehen. Aber auch elegische und dramatische Töne mit Edvard Griegs Melodien von 1880 „Herzwunden“ und „Letzter Frühling“ erklangen virtuos interpretiert und ließen die herbe norwegische Landschaft musikalisch erahnen.

Nach der Pause setzte Antonio Rosettis Sinfonie in D-Dur „La Chasse“ (Die Jagd) noch einmal ganz andere Schwerpunkte mit Jagdhörnern und Paukenschlägen. Die Musik konnte die Herkunft des im 18. Jahrhundert lebenden Komponisten, der eigentlich Anton Rösler hieß, nicht verleugnen. Er stammte aus Böhmen, und seine Jagd-Sinfonie vertont das Rauschen der böhmischen Wälder und den Spannungsbogen, der einer Jagd inne ist. Nach dem begeisterten Applaus der vollends auf ihre Kosten gekommenen Zuhörer gab es als „Rausschmeißer“, wie Ford es humorvoll formulierte, noch einen Teil der Jagd-Sinfonie mit dem warmen Klang der beiden Jagdhörner, die Henry Lottner und Michael Barho meisterhaft zum Klingen brachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

60 Jahre Mercedes 300 SL Roadster

60 Jahre Mercedes 300 SL Roadster

Prinz Harry und Meghan Markle turteln in Toronto

Prinz Harry und Meghan Markle turteln in Toronto

Verden verleiht 59 goldene Ehrenamtskarten

Verden verleiht 59 goldene Ehrenamtskarten

Wenn sich die weißen Gassen leeren: Santorin im Oktober

Wenn sich die weißen Gassen leeren: Santorin im Oktober

Meistgelesene Artikel

Landesbergamt untersucht Abfälle in alten Erdgas-Fördersträngen

Landesbergamt untersucht Abfälle in alten Erdgas-Fördersträngen

Start der Ferienbetreuung für Kinder: Pilotprojekt in der Oberschule

Start der Ferienbetreuung für Kinder: Pilotprojekt in der Oberschule

Alles Paletti bei „Holzi Holz“

Alles Paletti bei „Holzi Holz“

Wahlhelfer bekommen ab der Landtagswahl mehr Geld

Wahlhelfer bekommen ab der Landtagswahl mehr Geld

Kommentare