Zwei Angeklagte aus dem Landkreis Rotenburg

Betrug in 27 Fällen

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In 27 Fällen sollen die Angeklagten angeboten haben, ein Auto zu vermieten. Nach Anzahlung wurde aber keines geliefert.

Verden/Rotenburg - Von Wiebke Bruns. Gewerbsmäßiger Betrug lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft Verden gegen eine 28-jährige und eine 61 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Rotenburg sowie einen weitere 28-Jährigen aus Riede im Landkreis Verden.

Sie sollen Autos vermietet, nach der Zahlung aber nicht ausgeliefert haben. Am Landgericht ist am Freitag der Prozess gestartet „Fahrzeugleasing ohne Schufa“ war den Geschädigten von einem eigens dafür gegründeten Unternehmen versprochen worden. Die Kunden schlossen Leasingverträge ab und leisteten Anzahlungen zwischen 1 000 und 5 000 Euro. Doch die versprochenen Autos, zumeist der Marken Audi oder Mercedes, wurden nie geliefert. Bis die Staatsanwaltschaft Verden die der Verantwortlichkeit Verdächtigen ausbremste.

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs müssen sich drei Angeklagte vor der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden verantworten. 27 Fälle aus der Zeit von Januar bis Juni 2015 listet die Anklageschrift. Sitz des Unternehmens war Wilstedt, aber auch Ottersberg wird als Tatort genannt.

Eine 28 Jahre alte Angeklagte aus Sottrum war laut der Anklageschrift Geschäftsführerin und alleine verfügungsberechtigte Inhaberin. Sie wird noch immer im Internet als Ansprechpartnerin des Unternehmens genannt. Die Verhandlungen mit den Kunden soll allerdings laut der Staatsanwaltschaft ein ebenfalls 28 Jahre alter Angeklagter aus Riede geführt haben.

Bei der dritten Angeklagten handelt es sich um eine 61-Jährige aus Sittensen. Sie soll die Mutter des 28-Jährigen sein und sich um den Internetauftritt des Unternehmens gekümmert haben.

Gezielt angesprochen wurden damit Personen, die sonst keinen Leasingvertrag bekommen hätten. „Sie sind in eine finanzielle Notlage geraten? Es liegen Schufa-Einträge oder eine Eidesstattliche Versicherung vor? Dadurch ist die Finanzierung über die Hausbank oder den Hersteller nicht mehr möglich? Dann sind Sie bei uns richtig“, hieß es in der vollmundigen Werbung. Das Unternehmen selbst hat sich dabei als „diskret, schnell, zuverlässig“ angepriesen, um Kunden anzulocken.

Zur Überzeugung der Staatsanwaltschaft war jedoch alles auf Betrug ausgelegt. „Es kam den Angeklagten alleine auf den Erhalt der Anzahlung an“, heißt es in der Anklageschrift weiter. Für einen BMW X3 wurden demzufolge 5 000 Euro Anzahlung kassiert, für einen Audi Q7 in einem Fall 3 000 Euro. Doch „in keinem Fall“ sei es zur Auslieferung eines Fahrzeugs gekommen.

Nach Verlesen der Anklageschrift geriet der Prozess durch einen Antrag der Verteidiger betreffend der Kammerbesetzung ins Stocken. Für die Angeklagten gab es gestern noch keine Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen gegen sie zu äußern.

Das Landgericht hat insgesamt zehn Verhandlungstage bis zum 14. Juni dieses Jahres eingeplant.

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