Investor kann für Wohnbauprojekt weiterverhandeln

Beschluss als Startsignal

Anstelle der Schuppen könnten in einigen Jahren Appartement-Häuser an der Wieste stehen.
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Anstelle der Schuppen könnten in einigen Jahren Appartement-Häuser an der Wieste stehen.

Sottrum – Dafür, dass es an diesem Abend nur um Aufstellungsbeschlüsse ging, war eine ganze Menge los. Die letzten neugierigen Besucher haben es noch ins Foyer des Heimathauses geschafft, wer später kam, musste aus Infektionsschutzgründen draußen bleiben. Doch der Plan des Hamburger Investors Quell Real Estate, zwischen der Straße An der Wieste und Bergstraße mehrere Appartement-, Einfamilien- und Doppelhäuser mit insgesamt bis zu 4 000 Quadratmeter Wohnfläche zu bauen, hat großes Interesse geweckt.

Aus der Ausschusssitzung für Bau, Planung und Wirtschaft am Montagabend haben die Besucher allerdings nur mitnehmen können, dass der politische Wille für das Projekt durchaus vorhanden ist.

Es ist nicht so, dass der Andrang auf die Sitzung die Ablehnung des Projektes bedeutet. Selbst wenn: Es ist schwer, gegen etwas zu argumentieren, wenn man nicht weiß, womit man es zu tun hat. Eine grobe Planskizze zum Vorhaben ist zwar bereits öffentlich einsehbar, hat aber wenig Aussagekraft. Darüber hinaus hat die Gemeindeverwaltung es versäumt, sie zur Sitzung mitzubringen, was Heinz-Wilhelm Oetjen (FDP) in selbiger ob des großen Interesses sehr bedauerte. Auch der Investor schickte keinen Vertreter zur Sitzung. Und so gab es für die Interessierten nichts zu sehen.

Bevor Quell Real Estate Details vorlegt, muss das Unternehmen noch Verhandlungen mit dem im Plangebiet ansässigen Landwirt abschließen, damit dieser seinen Hof aussiedelt. „Heute geht es nur um ein Signal an den Investor“, schickte Ausschussvorsitzender Achim Figgen (CDU) vorsichtshalber der politischen Aussprache voraus. Hätten Bau-, Planungs- und Wirtschaftsausschuss und der danach nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss am Montag gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans gestimmt, hätte der Investor die Verhandlungen mit dem Landwirt gar nicht erst finalisieren brauchen. Doch so ist es nicht gekommen, die Beschlussempfehlung im Bauausschuss war einstimmig.

„Wenn die sich einig werden“, so Oetjen mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Landwirt und Investor, „sollte die Gemeinde das unterstützen. Ich bin aber skeptisch, dass sie sich einig werden.“ Man solle vorangehen und dann abwarten, so Hans-Jürgen Brandt (SPD). Für Sven Plaschke ist das Projekt gerade durch die Mischung verschiedener Wohnformen „eine super Sache“. Carsten Fricke für die CDU: „Ich bin sehr positiv gestimmt.“ Er wies noch auf viele andere Möglichkeiten hin, in Sottrum beim Wohnungsbau nachzuverdichten. Es sei eine Chance nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für den Landwirt.

Der Verweis auf die Innenverdichtung ist wichtig. An mehreren Stellen in Sottrum behindern Bauernhöfe die Bebauung freier innerörtlicher Flächen – Stichwort Geruchsemission. Im Zuge des Entwicklungskonzeptes „Sottrum 2030“ möchte die Gemeinde mit den Landwirten ausloten, wie man dieser Problematik begegnen kann.

Der Investor Quell Real Estate wählt den pragmatischen Weg, in dem er sozusagen versucht, den Landwirt aus der Nachbarschaft heraus zu kaufen. Bis es wirklich losgehen kann, fließt noch einiges Wasser die Wieste hinunter. Erst müssen die Verhandlungen mit dem entsprechenden Ergebnis beendet werden. Und der Landwirt braucht einen neuen Standort und muss diesen noch ausbauen, ehe er mit dem Betrieb überhaupt umziehen kann.

Feuerwehr-Erweiterung: Ausschüsse leiten Verfahren ein

Die Samtgemeinde Sottrum möchte die Feuerwehr in der Wieste-Gemeinde ausbauen. Das tut sie, weil sie in den kommenden Jahren die Einwohnerzahl von 15 000 überschreitet und daher eine Schwerpunktfeuerwehr vorhalten muss. Ins Auge gefasst hat sie den vorderen Teil der Freifläche direkt neben dem bestehenden Feuerwehrhaus. Der Ausschuss für Bau, Planung und Wirtschaft und der Verwaltungsausschuss des Sottrumer Gemeinderates haben nun das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Bekommt die Samtgemeinde diese Fläche nicht, würde sie wohl für viel Geld andernorts einen komplett neuen Feuerwehr-Standort entwickeln müssen. Die Grundstücksbesitzer sind laut Gemeindedirektor Holger Bahrenburg aber gewillt, die ins Auge gefasste Fläche zu verkaufen.

Sie möchten im hinteren Teil allerdings noch selbst zwei Appartement-Häuser bauen. Das stößt im Ausschuss auf Wohlwollen, schließlich wünscht man sich die Schließung von Baulücken. Hier muss man wieder das Thema Geruchsemission näher betrachten, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein landwirtschaftlicher Betrieb ist.

Laut den Planern vom beauftragten Büro Instara sind Lösungen aber in Sicht, indem man die Wohnhäuser zum Beispiel weit genug von der Grundstücksgrenze baue und in der Argumentation mit einbeziehe, dass der Wind meistens in die nordöstliche Richtung wehe, also Gerüche von den geplanten Häusern wegtrage.  mro

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