Ganztagsunterricht an Grundschulen

„Die Bedürfnisse sind unterschiedlich“

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Der Schulhof der Grundschule in Horstedt. An dieser wünschen sich die Eltern einer Umfrage zufolge mehrheitlich den Ganztag. - Foto: Röhrs

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Das Gymnasium hat ihn schon, bei den Grundschulen in der Samtgemeinde Sottrum soll er noch kommen: Der sogenannte Ganztag für die Schüler in den Klassenstufen eins bis vier steht in dieser Woche wieder auf der lokalpolitischen Agenda.

Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag glaubt daran, dass der Ganztag an den Grundschulen gewollt ist. Offen ist allerdings, wie und in welchem Umfang er umgesetzt werden soll und kann. Am Donnerstag berät der Schulausschuss des Samtgemeinderats darüber.

Freytag weiß: Es gibt viele Optionen, aber mindestens genauso viele Interessen in dieser Sache. Die Schulen selbst, die Mitgliedsgemeinden, die Eltern und der für die Beförderung der Schüler zuständige Landkreis Rotenburg. „Die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich“, sagt Freytag. Er geht aber davon aus, dass in diesem Herbst zumindest eine politische Entscheidung fallen wird.

Eine erste steht am Donnerstag an, wenn die Mitglieder des Schulausschusses über die Einrichtung des Ganztages an den Grundschulen im Sitzungssaal des Rathauses diskutieren. Eine Beschlussempfehlung sieht die Tagesordnung, die ab 17 Uhr abgearbeitet wird, allerdings noch nicht vor. Diese soll die Arbeitsgruppe „Nachmittagsbetreuung“ am Dienstag während einer Versammlung formulieren.

Das Thema ist kein neues. Vor einem Jahr stand der Ausbau der Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen schon einmal zu Diskussion. Auch Umfragen hat es bereits gegeben, um zu ermitteln, wie groß der Bedarf eigentlich ist. Anfang September 2016 ergab eine Fragebogenaktion unter Eltern mit Kindern im Kindergarten oder in der -krippe: Der Großteil benötige keine Ganztagsschule. 

Von den 1 029 verteilten Fragebögen wurden laut Verwaltung damals 623 an die Samtgemeinde zurückgesandt. Die Rückläuferquote betrug damit 60,54 Prozent. Davon gaben 41,51 Prozent an, sich eine Ganztagsschule zu wünschen, 52,83 Prozent haben kein Interesse an dem Angebot und 5,66 Prozent wünschten sich einen Hort.

Täglich 70 Schüler bei Nachmittagsbetreuung

Den größten Zuspruch für ein Ganztagsangebot gab es unter Eltern, deren Kinder eines Tages an die Löwenzahn-Grundschule Horstedt wechseln könnten. Dort stimmten 58,02 Prozent der befragten Eltern für das Angebot.

Dabei gibt es bereits eine freiwillige Nachmittagsbetreuung an den Sottrumer Grundschulen. Diese fällt von Schule zu Schule bei Häufigkeit, Dauer und Annahme durch Schüler unterschiedlich aus. So gibt es an der Morgenstern-Grundschule in Sottrum sowie an der Löwenzahn-Grundschule in Horstedt keine Betreuung nach Schulschluss am Freitag. In Ahausen gibt es die Nachmittagsbetreuung zwar täglich, dafür aber nur für eine Stunde. Dort gilt allerdings der Sonderfall, dass sich die Gemeinde einen Hort leistet.

Insgesamt, so Holger Bahrenburg, Abteilungsleiter für Schulverwaltung im Rathaus, würden auf eine Woche gerechnet durchschnittlich pro Tag 70 Schüler diese freiwillige Nachmittagsbetreuung nutzen. Am beliebtesten ist sie an den Grundschulen „Am Eichkamp“ in Sottrum mit 22 Kindern und in Horstedt mit bis zu 24 Kindern täglich.

Ganztag überall notwendig?

Daher steht zur Diskussion, ob es den Ganztag überhaupt an allen Schulen geben muss. Denkbar ist, ihn nur an einzelnen Schulen anzubieten. Eltern, die den Ganztag für ihre Kinder wünschen, müssten sie dann gegebenenfalls an einer Schule außerhalb ihres eigentlichen Bezirks anmelden. Und hier liegt die Schwierigkeit: „Wir wollen die einzelnen Schulstandorte nicht schwächen“, sagt Freytag. Für diese Möglichkeit spreche aber, dass bei flächendeckenden Ganztagsschulen auch alle Einrichtungen beispielsweise mit Mensen erweitert werden müssten. Und das kostet.

Ebenfalls entschieden werden muss, welchen Umfang das Betreuungsangebot haben soll. Auch ob es ein sogenanntes offenes Angebot wie am Gymnasium – sprich: freiwillig – oder ein geschlossenes ist. Für Freytag ist klar: Eine Entscheidung pro oder kontra Ganztag soll bald politisch fallen, sie darf es aber nur in Zusammenarbeit mit Schulen, die schließlich die Stundenpläne gestalten, und den Eltern geben.

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