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Bauausschuss der Samtgemeinde Sottrum stimmt für Abriss in der Kirchstraße

Das Gebäude in der Sottrumer Kirchstraße 16.
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Das Gebäude in der Sottrumer Kirchstraße soll einem Rathausneubau weichen.

Das Gebäude in der Sottrumer Kirchstraße 16 soll dem Rathausneubau weichen: Der Bauausschuss der Samtgemeinde beschloss am Donnerstag den Abriss des Hauses - allerdings nicht ohne Widerspruch.

Sottrum – Mehr Platz für die Mitarbeiter des Sottrumer Rathauses – und der Weg dahin führt über das Grundstück Kirchstraße 16. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Ratsmitgliedern und Mitarbeitern der Verwaltung hatte sich in den vergangenen Monaten mit dem Thema beschäftigt und unter anderem eine Begehung des Grundstückes an der Rückseite des Rathausgeländes vorgenommen.

Am Donnerstag stimmte der Bauausschuss der Samtgemeinde dafür, das Gebäudeensemble auf dem Grundstück abzureißen und dort einen Erweiterungsbau für das Rathaus zu errichten. Das schmeckte allerdings nicht jedem Ausschussmitglied.

Eine Sanierung wäre eine Schraube ohne Ende.

Robert Abel

„In der heutigen Zeit, gerade in Sottrum, werden Häuser einfach abgerissen. Aber man muss erhalten und nicht kaputt schlagen“, kritisierte Siegfried Gässler (CDU). Dabei sei das Gebäude in der Kirchstraße sehr dominant. Er werde nicht für einen Abriss stimmen, bis nicht ein Statiker einen eventuellen Erhalt zumindest einmal geprüft habe. „Alle Mitglieder der Arbeitsgruppe sind sich einig: Die Bausubstanz des Gebäudes ist marode, alles ist veraltet, die Dämmung ist schlecht. Es ist abbruchreif“, machte die Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt deutlich. „Und wenn man zumindest die Außenfassade erhalten will, wird das sehr teuer.“ Das sah auch Robert Abel (FDP) so: „Eine Sanierung wäre eine Schraube ohne Ende.“

Planung von innen nach außen

Neben dem Befürworten eines Abrisses votierte der Ausschuss für den Vorschlag der Verwaltung, den Neubau von innen nach außen zu planen. Im Vordergrund steht daher die Frage, wie bedarfsgerechte Büros aussehen sollen, sodass sie den Anforderungen eines modernen Rathauses nach heutigen Standards entsprechen. Eine flexible Infrastruktur, die gerade dem dynamischen digitalen Wandel zukunftssicher gerecht wird und nachträgliche Organisationsveränderungen reibungslos ermöglicht, sei aus Sicht der Arbeitsgruppe unabdingbar, heißt es dazu in der Vorlage.

„Wir rechnen zwar schon damit, dass einige Mitarbeiter ins Homeoffice gehen, aber angesichts unserer Digitalisierungsrate sind wir noch nicht so weit“, erläuterte Wendt. „Wir sind nicht gut beraten, wenn wir die Präsenz jetzt schon einschränken.“

Fachwerk oder architektonische Abgrenzung?

Derzeit umfasst das Gebäude 1010 Quadratmeter Nutzfläche, der weitere Bedarf beträgt etwa 320 Quadratmeter für Büro- und Funktionsräume. Mit dem Grundstück in der Kirchstraße stünden nach einem Abriss 1319 Quadratmeter zur Bebauung zur Verfügung, baurechtlich ist zudem ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen möglich.

Ein weiterer Schritt ist die Frage, wie das Gebäude aussehen soll. Einig waren sich alle Mitglieder der Arbeitsgruppe in dem Punkt, dass das bisherige Rathaus erhalten bleibt. „Jetzt geht es darum, ob der Neubau auch ein Fachwerkbau sein oder sich architektonisch abgrenzen soll“, so Wendt. Aber vor allem sei wichtig, dass sich das Gebäude ortsbildprägend anpasse. Den Planern wolle man daher freie Hand bei dem Entwurf lassen. „Auf jeden Fall ist uns wichtig: Es ist nicht nur das Rathaus der Samtgemeinde und der Gemeinde Sottrum, sondern das aller Mitgliedsgemeinden.“

Immerhin geht es um Sottrums gute Stube.

Wolfgang Harling

In einem Fall wich der Ausschuss von der Beschlussvorlage der Verwaltung, die die Beauftragung eines Planungsbüros vorgesehen hatte, ab und entschied sich für einen Architektenwettbewerb, eine Idee, die Ratsherr Wolfgang Harling (SPD) in den Raum geworfen hatte. „Immerhin geht es um Sottrums gute Stube, und mit so einem Wettbewerb haben wir schon in Hellwege gute Erfahrungen gemacht.“

Vorschlag der Verwaltung war zudem, den Abriss des Gebäudes mit einem konkreten Zeitplan für den Neubau zu verzahnen, „damit wir da nicht lange eine Brachfläche mit Bauzaun mitten im Ort haben“, so Wendt. Am kommenden Donnerstag, 15. Juli, steht dann der endgültige Beschluss auf der Tagesordnung des Samtgemeinderates.

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