Fachausschuss empfiehlt drei weitergehende Konzepte für „Sottrum 2030“

Basis für alles

Die Bundesstraße 75 ist wohl die Verkehrsader Sottrums schlechthin. Sie wird in einem integrierten Verkehrsentwicklungskonzept eine tragende Rolle einnehmen.
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Die Bundesstraße 75 ist wohl die Verkehrsader Sottrums schlechthin. Sie wird in einem integrierten Verkehrsentwicklungskonzept eine tragende Rolle einnehmen.

Sottrum – „Es ist die Basis für alles.“ Wenn Sven Plaschke (Grüne) die am Montag auf den Weg gebrachte Ausschreibung dreier Entwicklungskonzepte für Sottrum so zusammenfasst, dann können die meisten Beteiligten wohl nur zustimmen. Der Ausschuss für Bau, Planung und Wirtschaft der Gemeinde Sottrum hat erwartungsgemäß grünes Licht gegeben für ein integriertes Verkehrsentwicklungskonzept, ein Einzelhandels- und Gewerbe-Entwicklungskonzept sowie ein städtebauliches Konzept für das Lienworth-Areal.

Der Beschlussvorschlag erfolgte im Vorgriff auf konkrete Maßnahmen, die sich aus dem Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ herleiten sollen. Im Prozess habe es verschiedene Theorien zur Umsetzung gegeben, die müssten aber planerisch auf stabile Füße gestellt werden, so Bahrenburg.

Wenn Plaschke von einer „Basis für alles“ spricht, greift er im Prinzip nur knapp auf, was bis auf die FDP jede Fraktion am Montagabend zum Besten gibt – etwas abgewandelt ebenfalls Gemeindedirektor Holger Bahrenburg: „Diese drei Bausteine greifen ineinander über. Keiner geht ohne den anderen.“ Um rund 60 Maßnahmen soll es bei „Sottrum 2030“ dem Vernehmen nach konkret gehen, sie sollen in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses auch endlich öffentlich behandelt werden, ehe dann der Rat mit seinem Votum alles festzurrt. Doch die drei Punkte Verkehr, Gewerbe und Lienworth seien jene, so Bahrenburg, die die Bürger mit am meisten beschäftigen. „Das sind Wünsche der Bevölkerung.“

Dass die drei Konzepte bereits jetzt Thema sind, ist auch dem geschuldet, das Bahrenburg oder auch Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU kürzlich in dieser Zeitung „Dynamik in Sottrum“ nennen. Sie beziehen sich dabei auf anstehende Projekte – etwa der Edeka-Neubau, Wohnbebauung sowie auf den Umstand, dass die Grünen-Fraktion bereits im Winter versucht hatte, einige Ideen aus „Sottrum 2030“ per Antrag vorzeitig anzustoßen. Ein Vorgehen, dass von vielen politischen Mitbewerbern schon früh als „Rosinenpickerei“ bezeichnet wurde und auch immer noch wird – etwa von Hans-Jürgen Brandt (SPD) am Montag.

Einstimmigkeit im Ausschuss herrscht allerdings nur beim Thema Verkehrskonzept. „Es ist die wichtigste Voraussetzung für das, was in Sottrum passiert“, so Heinz-Wilhelm Oetjen (FDP). Man spreche über Innenverdichtung, wo man wissen müsse, wie sich das auf den Verkehr auswirke. Dasselbe gelte für das Gewerbegebiet an der Autobahn 1, „wenn das mal fertig ist“. Bereits jetzt gilt es als Ursache vieler Verkehrsprobleme in Sottrum. Bahrenburg spricht in seiner Einleitung ebenfalls von einer „extremen Zunahme an Verkehr“, und er erwarte noch mehr davon. Die beiden anderen Konzepte sind nach Ansicht Oetjens allerdings nicht notwendig, dafür gebe es Bebauungspläne. Zudem müsse man etwa beim Thema Lienworth auch die Grundstückseigentümer mit ins Boot holen.

Widerspruch gibt es umgehend. Bahrenburg: „Wir wollen eine Strategie entwickeln und kein Flickwerk haben. Natürlich reden wir mit Grundstückseigentümer. Es muss aber eine Strategie sichtbar sein, wo man hinwill.“ Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn: „Wenn man mit den Anliegern spricht, muss man auch was in der Hand haben. Wir werden nicht einfach etwas aufstülpen.“ Gerd Helms (SPD): „Wir werden doch ausgelacht, wenn wir jetzt wieder Sachen streichen.“ „Wer will, dass Sottrum vorankommt, kann den Vorschlägen nur zustimmen“, so Hans-Jürgen Brandt. Das gelte unabhängig von der Partei. Dass einzelne Sachen an den Konzepten dranhingen, müsste jedem klar sein.

Es ist eine gewisse Eile geboten. Am liebsten würde der Ausschuss noch vor der Wahl über die dann fertigen Konzepte beraten. „Sonst sind wir erst Mitte nächsten Jahres dabei, Aufträge zu vergeben“, so zum Beispiel Krahn. Das ist allerdings sportlich: Bis zum Urnengang im September ist auch noch eine Sommerpause angedacht. Es ist noch nicht einmal sicher, ob ein Planungsbüro den Auftrag überhaupt bis dahin zu Ende bringen kann. Krahn wirbt darüber hinaus dafür, in den bald anstehenden Haushaltsberatungen Mittel für „Sottrum 2030“ einzustellen, damit der Rat nach seiner Konstituierung direkt weiterarbeiten kann.  mro

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