Dr. Barbara Haubold-Reuter berichtet vom Screening-Programm / Momentan Station in Sottrum

Die meisten Befunde sind harmlos

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Helene Philippsen (l.) und ihre Kollegin Ursula Hintze sind für die Untersuchungen in Sottrum zuständig.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Mammographie – ein Wort, das bei vielen Frauen erst einmal Unbehagen auslöst. Doch mit der wichtigen Untersuchung lässt sich frühzeitig eine Brustkrebserkrankung erkennen. In Sottrum steht bis Ende Februar das Mammographie-Mobil, in dem Dr. Barbara Haubold-Reuter mit ihren Kollegen das Screening anbietet. Die Radiologin erklärt, was die Untersuchung so besonders macht.

Das Mobil ist wie eine kleine Praxis aufgebaut. Direkt neben dem Empfang befindet sich ein kleiner Warteraum mit einigen Stühlen. Ein paar Schritte weiter bietet der Bus Platz für zwei Umkleiden, durch die es direkt in den Behandlungsraum geht. Dass das Fahrzeug so geräumig ist, lässt sich auf den ersten Blick von außen gar nicht vermuten. Doch es ist alles da, was das Team um Dr. Barbara Haubold-Reuter für die Untersuchungen braucht.

Vor Ort ist die Programmverantwortliche Ärztin nur selten. Sie und zwei Kollegen werten die Bilder der Patientinnen unabhängig voneinander aus. In Sottrum sind an diesem Tag Helene Philippsen und Ursula Hintze mit den Untersuchungen beschäftigt.

Nach ein paar Tagen bekommen die Frauen den Bericht der Ärzte zugeschickt – auf Wunsch auch der behandelnde Gynäkologe. „Sollte der Befund auffällig sein, gucken wir uns die Frauen noch einmal genauer an“, berichtet Dr. Haubold-Reuter. Dann geht es ins Rotenburger Diakonieklinikum für Spezialaufnahmen und, wenn nötig, für eine Gewebeprobe. „In den meisten Fällen stellt sich der Befund aber als harmlos dar“, versucht die Radiologin den Frauen die Angst zu nehmen. In acht von zehn Fällen sei das so.

Sollten die Ärzte doch etwas finden, so befindet sich der Brustkrebs noch in einem sehr frühen Stadium. 90 Prozent der Frauen, bei denen durch das Screening Brustkrebs entdeckt worden ist, haben noch keine Lymphknoten-Metastasen (Streuung in die Lymphknoten). „Dadurch können die Frauen schonender behandelt werden, und ihre Prognose verbessert sich“, macht die Ärztin deutlich.

Immerhin sei das Risiko einer Frau Brustkrebs zu bekommen höher als bei den anderen Krebserkrankungen – jede achte Frau erkranke in ihrem Leben einmal daran, heißt es. Und die Gefahr steigt mit dem Alter – daher richtet sich das Screening speziell an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. „Die Frage, warum ausgerechnet ich, darf man sich bei Brustkrebs nicht stellen. Dafür kommt die Krankheit einfach zu häufig vor.“ Was Frauen aber tun können, ist, zur Vorsorge zu gehen. „Bei einer Untersuchung spielt auch Angst eine Rolle. Das ist aber ganz menschlich. Das geht uns allen so“, so die 60-Jährige.

Bevor es das Screening gab, sei die Erkrankung meist sehr spät entdeckt worden – beim Ertasten seien die Knoten teilweise schon zwei Zentimeter groß. „Beim Screening finden wir 80 Prozent schon im ersten Stadium.“ Knapp 40 Prozent davon bei einer Größe kleiner als zehn Millimeter. Die Strahlenbelastung bei der Untersuchung sei durch die hochmodernen Geräte minimal. „Sonst könnte man sie gar nicht machen.“

Für Männer ist die Untersuchung übrigens nicht gedacht. Dafür komme Brustkrebs bei ihnen einfach zu selten vor.

Das Screening

Das Mammographie-Screening ist eine bundesweite Früherkennungsuntersuchung zur Entdeckung von Brustkrebs. Das Angebot richtet sich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten, bei Privatkassen ist eine vorherige Anfrage erforderlich. Mit hochmodernen digitalen Mammographiegeräten werden je zwei Aufnahmen beider Brüste mit geringer Strahlenbelastung gemacht. Die Brust muss dabei zusammengedrückt werden. Das ist wichtig für die Bildqualität. Außerdem reduziert sich dadurch die Strahlenbelastung. Weitere Infos zum Programm und der Untersuchung gibt es im Internet.

www.mammascreening-bremerhaven.de

www.mammo-programm.de

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