Bademeister Henry Kraft erzählt, wie es ihn in den Wiesteort verschlagen hat

Wo liegt eigentlich Sottrum?

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Spaß bei der Arbeit: Der Sottrumer Schwimmmeister Henry Kraft spielt den Kindern auch mal eben den Ball zurück, wenn dieser aus dem Wasser fliegt.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Ein Junge kommt mit einem Schuh in der Hand auf Henry Kraft zu. Was auf den ersten Blick ein wenig seltsam aussieht, hat eine ganz simple Erklärung – es ist das Verleihgeschäft im Freibad. „Die Kinder lassen den Schuh als Pfand hier und leihen sich dafür Tauchringe oder ähnliches“, berichtet Henry Kraft, Leiter des Sottrumer Freibades.

510 Gäste tummeln sich an diesem Augusttag im Freibad. Einige ziehen gemütlich ihre Bahnen, andere planschen mit den Kleinen im Nichtschwimmerbecken, und die Mutigen versuchen sich auf dem Sprungturm. „Es wird immer mehr, dass die jungen Besucher sich mit einem Salto herunter stürzen“, berichtet Kraft. Da kann es auch mal passieren, dass den Schwimmmeister ein Schwall Wasser trifft. „Es ist eine Todsünde, den Bademeister ins Wasser zu schmeißen oder ihn nass zu machen. Wenn ich aber selbst Schuld bin, weil ich zu nah am Becken vorbeigehe und dann nass werde, ist das okay“, sagt der 50-Jährige scherzhaft.

An diesem Nachmittag ist Kraft schon alleine. Kollege Patrick Wallbaum hatte Frühschicht und hat sich daher schon verabschiedet. Wichtig sei aber eine gute Übergabe. „Dabei informieren wir uns, was in der Frühschicht alles passiert ist, was noch an Dingen offen ist und was noch gemacht werden muss“, erklärt Kraft. Bei richtig gutem Wetter sind die beiden zu den Stoßzeiten am Nachmittag zu zweit. Feierabend gibt es dann, wenn das Bad wieder so hergerichtet ist, dass es an den Kollegen am kommenden Morgen übergeben werden kann.

Doch ausruhen kann sich der Frühdienst nicht. Der muss das ganze Gelände kontrollieren. „Wir müssen ausschließen, dass sich unsere Gäste verletzen“, betont Kraft. Dafür überprüfen die beiden auch die Spielgeräte. „Wenn die Gäste da sind und wir die Badeaufsicht haben, haben wir dafür keine Zeit mehr“, erklärt der Schwimmmeister, der übrigens auch kein Problem damit hat, wenn ihn die Besucher liebevoll als Bademeister betiteln. „Ich bin ja auch der Bademeister.“

Der 50-Jährige ist seit zwölf Jahren Leiter des Sottrumer Freibades und hat für alle Wehwehchen den Hut auf. Vom Wespenstich über die vergessenen Badesachen bis hin zum ausgebüxten Kind, Henry Kraft und sein Kollege sind für alles Ansprechpartner. Auch für Kritik sind die beiden offen. „Das hat auch nichts mit rummäkeln zu tun, sondern gibt uns die Möglichkeit, es wieder in Ordnung zu bringen.“

Bereits seit 1992 ist Henry Kraft im Schwimmbereich tätig – in Hessen war er zeitweise Betriebsleiter eines großen Freizeitbades. Doch das war nicht ganz das Richtige für den 50-Jährigen. „Ich war gar nicht mehr am Wasser und wollte wieder ins Freibad“, erklärt er. Bei der Suche nach einer Stelle entdeckte er eine Anzeige in einer Fachzeitschrift – seine jetzige Stelle in Sottrum. „Ich hatte damals überhaupt keine Ahnung, wo Sottrum liegt“, gibt Kraft zu. Doch der erste Besuch überzeugte ihn sofort, und er zog nach Hassendorf. „Ich wurde gleich auf der Straße von Fremden gegrüßt, da wusste ich sofort, hier kann ich hinziehen und wäre gerne Schwimmmeister. Das war eine sehr gute Entscheidung.“

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