Von Bach bis Chopin

Pianistin Elena Järisch verzaubert die Zuhörer im Kulturhaus

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Die Pianistin Elena Järisch spielte für das Publikum im Kulturhof Ahausen viele anspruchsvolle Stücke bekannter Komponisten. 

Ahausen - Von Heidi Stahl. Warm und anheimelnd schimmerten die Kerzen am Samstagabend schon von weitem durch die Türen der Konzertdiele des Kulturhofes Ahausen den Besuchern entgegen. Die Hausherren Natalie Usselmann und Claus Kock hatten gemeinsam mit Horst Herzog, Vorsitzender der Marien-Stiftung, die in Hamburg lebende Pianistin Elena Järisch zu einem Benefizkonzert eingeladen.

Diese Verbindung kam durch ihren Mann, Karsten Järisch, der aus Ahausen stammt, dort noch viele Freunde hat und sich an diesem Abend besonders freute, dass er wieder einmal Plattdeutsch reden konnte, zustande. Elena Järisch ist 1963 hoch im Norden in einer russischen Siedlung auf Spitzbergen geboren und verbrachte ihre ganze Jugend in St. Petersburg, damals noch Leningrad, wo sie auf der berühmten Rimski-Korsakov-Akademie schon mit 15 Jahren ihr Musikstudium begann. Später war sie in der weltweit bekannten Vaganova-Ballett-Akademie, die von dem großen Ballett-Choreografen Marius Petipa in St. Petersburg gegründet worden war, als Pianistin tätig, bevor die Liebe sie 1990 nach Hamburg lockte.

Ohne ein Wort Deutsch zu können, arbeitete sie zunächst auch hier als begleitende Pianistin in der berühmten Ballettschule von John Neumeier, bevor sie später als Musiklehrerin an die Rudolf-Steiner-Waldorfschule in Hamburg-Altona ging. Neben dieser Tätigkeit stellt sie ihr Können immer wieder für einen guten Zweck zur Verfügung und spielt in ganz Norddeutschland Benefizkonzerte, wie beispielsweise für eine neue Orgel in der St.-Pauli-Kirche in Hamburg oder in verschiedenen Kirchengemeinden in Bad Harzburg, im Kreis Dithmarschen und in vielen Senioren-Residenzen. Es ist ihr ein Anliegen, ihre Musik auch zu denen zu bringen, die keine Möglichkeit mehr haben, in Konzerte zu gehen und spielt immer nur Konzerte ohne Gage.

Leichte Läufe und schwere Akkorde

In Ahausen begann die sympathische, weißhaarige Frau im langen Rock mit grünschillernder Bluse ihr Klavierkonzert mit Auszügen aus Bachs strenger Partita Nr. 2, BWV 826, wobei ihr Anschlag den Charakter dieser klaren und harten Musik überzeugend nachempfand. Bei der folgenden „Sturmsonate“ von Ludwig van Beethovens Opus 31, Nr. 2 in d-Moll konnte sie ihr ganzes russisches Temperament einsetzen und ihre Finger bei leichten Läufen und schweren Akkorden über die Tasten fliegen und sich ihre Hände in filigraner Beweglichkeit überkreuzen lassen.

Mit Claude Debussys „Claire de Lune“ leitete sie sanft in die Pause über, in der die Zuhörer bei einem Glas Wein dann in lebhaften Gesprächen beieinanderstanden. Der zweite Teil des Konzertes stand ganz im Zeichen von Frederic Chopins technisch sehr anspruchsvollen Polonaisen und Balladen, die Elena Järisch leicht und locker mit der Genauigkeit und Präzision russischer Schule meisterte.

Russisch war dann auch die Zugabe mit Auszügen aus einer Klaviersonate von Sergei Rachmaninow, bevor sich Horst Herzog mit Blumen bei der Pianistin und auch der Gastgeberin Natalie Usselmann im Namen der Marien-Stiftung für diesen außerordentlich genussvollen musikalischen Abend bedankte.

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