Autor Marc Bredemeyer liest aus seinem Umweltthriller „Grüne Guerilla Fraktion“

Wenige finden Weg nach Sottrum

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Marc Bredemeyer trotzt der geringen Resonanz und liest aus seinem Roman.

Sottrum - Von Matthias Daus. Das Thema Fracking einem breiten Publikum auf einfache Art näher bringen – das war die Idee der Bürgerinitiative (BI) „Gegen Gasbohren im Kreis Rotenburg“. Dafür haben sich Jochen Richert, Initiator der Veranstaltung, in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung van der Pütten den Autor Marc Bredemeyer in den Gemeindesaal Sottrum geholt. Mit im Gepäck hatte dieser seinen Umweltthriller „Grüne Guerilla Fraktion“. Viele Besucher waren jedoch nicht dabei.

So machte Jochen Richert auch keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Einige hatten mir persönlich zugesagt, dass sie heute vorbeikommen würden“, so der Aktivist, um dann seiner Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass sich vielleicht manch einer verspätet hätte. Ein frommer Wunsch, der sich nicht erfüllte.

Von der spärlichen Kulisse gänzlich unbeeindruckt las dann Marc Bredemeyer souverän einige Passagen seines Buches vor. Dessen Handlung beschreibt, wie ein multinationaler Konzern im niedersächsischen Flachland, mittels Fracking, Erdgas in einem Naturschutzgebiet fördern lässt und dabei eine Katastrophe heraufbeschwört. Bredemeyer spannt einen großen Bogen, der mit den menschenverachtenden Machenschaften des Konzerns im Kongo beginnt, weiterführt indem er beschreibt, wie die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens umweltpolitische Entscheidungen in Niedersachsen beeinflussen und damit endet, dass bei der Gasförderung Bakterien zutage gefördert werden, die zu einem höchst gefährlichen Nervengas mutieren. Dazwischen beschreibt er detailliert den aussichtslosen Kampf einer Gruppe von Umweltaktivisten gegen skrupellose Geschäftemacher und korrupte Politiker. Die Schilderung der Ereignisse und Fakten ist derart lebensnah, dass sich so manch einer im Publikum an eigene Erlebnisse in dieser Hinsicht erinnert fühlt.

Das Hauptwerk des Autors bildet eigentlich eine mehrteilige Fantasysaga namens Runenzeit. Der sechste Band soll demnächst erscheinen. Als eine Art Nebenprojekt begann er im Jahr 2007 mit den Arbeiten an „Grüne Guerilla Fraktion“. Bredemeyer wollte damals einen Ökothriller mit lokalem Bezug schreiben. Das Thema Fracking sei seinerzeit noch gänzlich unbekannt gewesen. Informationen bezog er aus dem englischsprachigen Ausland. Besonders in den USA häuften sich diverse Störfälle, die für seine Geschichte von großem Nutzen waren. „Als dann in unserer Region das öffentliche Interesse an Fracking aufkeimte, wurde mein Roman sozusagen über Nacht hoch aktuell“, erinnerte sich der Autor.

Im Jahr 2014 erschien das Buch und es folgten einige Lesungen. Unter anderem auch in Rotenburg – doch auch die war schlecht besucht. Anscheinend ein regionales Problem, denn in anderen Ortschaften, wie Twistringen seien auch mehr als 50 Personen anwesend. Warum gerade im Landkreis Rotenburg, wo doch sozusagen vor der eigenen Haustür das Thema Fracking brisant und aktuell ist, ein solches Desinteresse herrscht, stellte alle Anwesenden vor ein Rätsel. „Wahrscheinlich ist das kulturelle Programm in Sottrum derart vielfältig, dass man die ein oder andere Veranstaltung übersieht“, meinte jemand aus dem Publikum scherzend. Vielleicht läge es aber auch daran, dass die BIs zu sehr zersplittert seien. Fünf Organisationen gibt es, die in der näheren Umgebung agieren. Was bleibt, ist der Wunsch, auch mal auf größeres Interesse zu stoßen. Verdient hätten es Thematik und vor allem der Autor auf jeden Fall.

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