90 Aussteller locken mehrere tausend Besucher / Kulinarische Entdeckungsreisen

Kräuterfestival in Horstedt

+
Kräuter-Elfe Selina hatte sichtlich Spaß.

Horstedt - Von Bettina Diercks. Wieder einmal hat Horstedt am Sonntag mit seinem Kräutertag bewiesen, dass der Ort würdige Keimzelle für die „GesundRegion Wümme-Wieste-Niederung“ ist. 90 Aussteller mit etwa 100 Ständen bestückten die „Kräutermeile“, geschätzte 10000 Besucher bummelten durch die Ausstellung und deckten sich mit Pflanzen ein.

Der Großteil begegnete sich mit vollgepackten Kartons, Taschen und Körben. Heraus ragte in den meisten Fällen, wie kann es anders sein, eine üppige Vielfalt an Kräutern. Aber auch Rosen, außergewöhnliche Stauden und farbenfrohe Ziergewächse waren zu entdecken in den Kartons und am Wegesrand der Kräutermeiler.

Bei der Gärtnerei „Rühlemann's Kräuter und Duftpflanzen“, die Horstedt europaweit bekannt gemacht hat, herrschte den ganzen Tag großer Andrang, und in manchen Pflanzenreihen klafften schon am frühen Nachmittag große Löcher. Das Personal hatte mit nachfüllen, beraten, kassieren alle Hände voll zu tun.

Wer sich dort nicht mit ins Getümmel stürzen wollte, hatte auf dem Hof genug zu gucken und zu kauen. Neben Gierschsuppe und Kräuterfrikadellen fielen dort vor allem zwei Stände auf: Eine Anbieterin überzeugte mit aufwendigen, selbstgemachten kulinarischen Kleinoden wie Zitronenblüte- und Löwenzahngelee, Kapuzinerkresse-Blütenessig und Fichten-Tannen-Likör. Wer sich selbst einmal an diesen Spezialitäten versucht hat weiß, wie kompliziert es ist, einige dieser Produkte herzustellen. Dem einen oder anderen Kräuterfan vielleicht schon bekannt: Heike König aus Syke mit „Die wilde Kost“. Die junge Frau hat sich umfassend mit Wildkräutern und Essbaren im Wald und auf Wiese ausein-andergesetzt und gab in Horstedt Kostproben. Dabei geht es König nicht allein um die große Nahrhaftigkeit, sondern auch die medizinische Wirkung.

Olivenöle und sogar -marmeladen in verschiedenen Geschmacksrichtungen waren genauso zu finden wie eine Auswahl an Chili- und Senfspezialitäten. Bei letzteren war der Senf mit Osterholzer Moorbier der „Kräuter-Insel“ eine echt leckere Erfahrung. Dafür wird das Bier so stark eingekocht, dass es unveredelt nahezu ungenießbar ist, aber mit Senf verlängert zu einem Zungen-Highlight wird.

Direkt am Bibelgarten konnten sich Kinder Blumenkränze binden oder binden lassen und werteten die Menge an bummelnden Passanten zusätzlich auf mit ihrer üppigen und bunten Pracht und wirkten allesamt wie kleine Elfen.

Völlig hingeben konnten sich alle, die dem Kulinarischen zugetan sind: Heidschnuckenbraten und -frikadellen, selbstgebackene Kräuterzungen und Bärlauchfladen der Kirchengemeinde, Eis aus Intschede, Butterkuchen aus dem Holzbackofen beim Heimatverein, Wildspezialitäten aus Ahausen und das bewährte Kuchenangebot der Landfrauen.

Kräutertag in Horstedt

Hungrig musste keiner nach Hause gehen. Wer noch Wegzehrung für den Heimweg suchte, war mit den Keksen von Lukas Bahrenburg gut beraten: Wahlweise hatte der Nachwuchsbäcker sein Gebäck mit Lavendel, Rosmarin oder Knoblauch verfeinert. Der junge Mann hat das Prinzip des Kräutertages verstanden – und lecker umgesetzt.

Mehr zum Thema:

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Meistgelesene Artikel

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Kulturinitiative wird nicht in den Heimatverein aufgenommen

Kulturinitiative wird nicht in den Heimatverein aufgenommen

Zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort

Zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort

Kommentare