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Ausschuss diskutiert über den Ruheforst in Hellwege

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Von: Nina Baucke

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In dem Mischwald neben dem Friedhof könnte auf Betreiben des Realverbandes ein Ruheforst entstehen.
In dem Mischwald neben dem Friedhof könnte auf Betreiben des Realverbandes ein Ruheforst entstehen. © Baucke

Der Feuerwehrsausschuss der Samtgemeinde über den angedachten Ruheforst in Hellwege. Das Projekt hängt allerdings noch in der Schwebe, als nächsten Schritt will sich das Gremium vergleichbare Ruhewälder ansehen.

Hellwege – Ruhe finden im Wald: Für viele Menschen ist diese Art der Bestattung eine mögliche Option. Im Südkreis gibt es allerdings bislang lediglich einen Ruheforst – den in Lauenbrück. Geht es allerdings nach dem Realverband Hellwege, soll ein weiterer dazu kommen, nämlich der Mischwald in direkter Nachbarschaft zum Hellweger Friedhof. Doch eine Entscheidung darüber liegt nach wie vor auf Eis, und da machte auch der zuständige Ausschuss für Feuerschutz, Katastrophenschutz und Ordnung lediglich zaghafte Schritte nach vorne.

Bereits vor einer Woche hatten die Mitglieder des Ausschusses bei ihrer Bereisung der einzelnen Feuerwehrhäuser der Samtgemeinde einen Stopp am potenziellen Ruheforst eingelegt. „Letztendlich geht es jetzt erst einmal darum: Wollen wir uns mit dem Thema, dass ein Ruheforst in der Samtgemeinde entstehen soll und wenn, dann auch am Standort Hellwege, beschäftigen, oder nicht“, betonte am Donnerstagabend Ordnungsamtsleiter Matthias Röhrs.

Da sind für mich noch zu viele Fragen offen.

Annemarie Lange

Das zwölf Hektar große Areal ist im Besitz des Realverbandes. Dieser hatte bereits im vergangenen Jahr Kontakt mit der Gemeinde Hellwege aufgenommen und dort das Projekt vorgestellt. „Aber da sind für mich noch zu viele Fragen offen“, kritisierte Annemarie Lange (CDU) aus Hellwege. So sei beispielsweise noch nicht entschieden, wie die finanzielle Beteiligung der Samtgemeinde an dem Vorhaben aussehen könnte. „Das ist etwas, was dann ausgehandelt wird“, erklärte Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt, „Bei den Ruheforsten Lauenbrück und Kirchlinteln sind es beispielsweise je vier Prozent. Aber das ist deren Regelung, das muss bei uns nicht so sein.“ Sie betonte allerdings, dass die Samtgemeinde erst einmal irgendwie einen Auftakt finden müsse. „Es wäre komisch, wenn wir jetzt gleich schon mit einer fertigen Satzung um die Ecke kämen.“ Man wolle sich an eine endgültige Entscheidungsfindung herantasten. Möglich wäre laut Wendt eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) als Rechtsform.

„Wir brauchen auf jeden Fall einen ersten Schritt, denn die Idee mit dem Ruheforst ist grundsätzlich gut, und ich sehe da auch keine Konkurrenz zu bestehenden Bestattungsformen“, betonte Cord Trefke (CDU).

Laufzeit über 99 Jahre

Nach der Vorstellung des Realverbandes soll die Laufzeit des Ruheforstes ab der Widmung 99 Jahre betragen, dementsprechend lang ist die Laufzeit der Urnengräber. Angedacht ist zudem eine Gedenkstätte für Trauerfeiern im Wald, zudem sollen Trauernde die Möglichkeit haben, gegen ein Entgelt die Kapelle am Friedhof mitzunutzen. Grabschmuck und spezielle Bepflanzung soll es im Ruheforst nicht geben, der Bestattungsplatz soll nach der Beisetzung in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, und auch die Urnen müssen ausschließlich aus biologisch abbaubarem Material sein.

Der Blick der Samtgemeinde wandert daher immer wieder zu den benachbarten Ruheforsten bei Lauenbrück und Kirchlinteln. Dementsprechend waren die Mitglieder des Ausschusses einmütig dafür, sich zumindest eine der beiden Anlagen im Rahmen einer Bereisung anzuschauen. „Die Zeit dafür ist ja da“, so Hans-Jürgen Brandt (SPD). „Wir können da gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren“, bot Sandra Intemann vom Realverband an. Ebenso einstimmig votierten die Ausschussmitglieder, sich – vorbehaltlich des Ergebnisses der Bereisung – für die Errichtung eines Ruheforstes auszusprechen, zudem soll die Verwaltung beauftragt werden, die notwendige Änderung im Flächennutzungsplan, die Friedhofssatzung sowie die Beauftragung des Realverbandes mit dem Betrieb des Ruheforstes vorzubereiten.

Anfang Juli beschäftigt sich dann der Samtgemeinderat mit diesem Projekt. Auch die Gemeinde Hellwege wird sich noch mit dem Vorhaben auseinandersetzen müssen, wenn es um die Vereinbarung zwischen ihr und dem Realverband geht, was die Nutzung der Parkflächen und der Kapelle betrifft.

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