Keine größere Flexibilität in Sottrumer Kindergärten

FDP scheitert mit Reformplänen für Betreuungszeiten

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Eine Kinderbetreuung sozusagen nach Baukastenprinzip wurde abgelehnt.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Das große Ziel war es, die Betreuungsstruktur in Sottrum zu reformieren. Doch nun muss sich die FDP-Fraktion im Gemeinderat mit dem Scheitern ihres Antrags auf flexiblere Betreuungszeiten und einer Gebührenanpassung abfinden.

Einen Teil haben die Ratskollegen auf der vergangenen Sitzung des zuständigen Fachausschusses abgewiesen. Der zweite Teil wird dem Vernehmen nach durch die vermutlich neue niedersächsische Landesregierung hinfällig.

Die Idee der FDP: Die Eltern sollten zukünftig Pakete à fünf Betreuungsstunden buchen können, die in den Zeiten zwischen 6.30 und 18.30 Uhr verteilt werden können. Eine Kernzeit könnte demnach von 8.30 bis 11.30 Uhr bestehen. Zwecks besserer Planung für die Verwaltung wären einmal gewählte Betreuungszeiten nicht beliebig veränderbar gewesen, sondern ein Jahr lang verbindlich.

„Bereits genügend Flexibilität“

Während der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur haben sich erstmals die Kita-Leitungen zu der Idee geäußert, und zwar dagegen: „In unseren Betreuungszeiten steckt bereits genügend Flexibilität“, sagte Thomas Morick vom Wiestekindergarten. Dieser ist von 7 bis 17 Uhr geöffnet mit einer Kernzeit am Vormittag. Auch müssten Eltern nicht für komplette fünf Tage die Woche buchen, sondern könnten es wahlweise bei drei belassen. 

Grundsätzlich, so Morick, bedeute mehr Flexibilität mehr organisatorische Arbeit und das wiederum eine höhere Fehlerquote. Seine Kollegin Iris Heidmann vom Stuckenborsteler „Kunterbunt“ warnte, dass eine Ausweitung der Zeiten nach Vorstellung der FDP dazu führen könne, dass die Kinderbetreuung so ablaufen wird „wie im Kinderparadies bei Dodenhof“.

Wichtige Bezugspersonen der Kinder würden verschwinden, auf individuelle Bedürfnisse könne nicht mehr eingegangen werden. Auch die Arbeit als Erzieher würde an Attraktivität verlieren. Insgesamt, so Morick, gebe es außerdem kaum Bedarf für eine Ausweitung der Zeiten. Damit rannten sie bei den übrigen Parteien offene Türen ein. „Das Wohl der Kinder geht vor, und Kinder brauchen feste Abläufe“, so Reiner Loss (CDU). Er befürchtet, dass Kinder irgendwann mehr Zeit in den Kitas verbringen als Zuhause. Auch Hans-Jürgen Brandt (SPD) meinte, dass die „bisherige Flexibilität praktikabel ist“. Das FDP-Konzept sei nicht umsetzbar und undurchdacht, sagte er.

FDP hält an Grundidee fest

FDP-Ortschef Andreas Zack räumte später zwar ein, dass das, „was organisatorisch nicht zu leisten auch zu lassen ist“, er hielt aber an der Grundidee fest und forderte beispielsweise, dass Eltern sich auch zwei oder vier Betreuungstage wählen können dürfen.

Auch beim Thema Gebührensatzung wird es zunächst keine Veränderungen geben. Die Liberalen hatten vor, Geringverdienende zu ent- und Gutverdienende dafür mehr zu belasten. Gemeindedirektor Holger Bahrenburg merkte zwar an, dass die Sottrumer Satzung durchaus angepasst werden könnte, verwies aber auch auf die Pläne der sich andeutenden rot-schwarzen Landesregierung, nach denen Kindergartenplätze grundsätzlich kostenfrei sein sollen.

Sollte dieser Vorschlag zur Abstimmung kommen, wird auch einer der Initiatoren der Sottrumer FDP-Idee zur Urne schreiten. Landtagsabgeordneter Jan-Christoph Oetjen übte schon einmal Kritik am Vorgehen von Verwaltung und Rat. „Ich habe den Eindruck, dass keiner Lust hat, sich damit zu beschäftigen“, sagte der Liberale gegenüber der Kreiszeitung. Früher oder später müssten beide aber genau dies tun, denn „für die Krippen etwa wird es weiter keine Gebührenfreiheit geben“.

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