Augenmerk auf die Genetik

Milchviehbetriebe lassen sich zu Hygiene und Gesundheit ihrer Tiere beraten

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Andrea Peters berichtete aus ihrer Praxiserfahrung.

Sottrum - Ausruhen gilt nicht. Das scheint zumindest bei der Landwirtschaft die Devise zu sein. Derzeit scheinen die Milchpreise stabil. Doch für Axel Escher, Geschäftsführer von CRV Deutschland, kein Grund, sich keine Gedanken mehr über die vergangene Krise zu machen. Er gastierte mit seinem Unternehmen und Geschäftspartnern mit der Roadshow „Wirtschaftliche Milchproduktion unter wechselnden Marktbedingungen“ in Sottrum.

Logisch, dass Escher eine Praktikerin dabei hatte. In Sottrum die Landwirtin Andrea Peters, die mit ihrem Mann seit 1999 in Kalkar (Nordrhein-Westfalen) einen 146 Hektar großen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. Die dreifache Mutter berichtete von steigenden Pachtpreisen in der Region (1 000 Euro/Hektar), die sich durch die neue Düngeverordnung weiter verschärfen. Wichtig war ihr zum Beispiel die Hygiene.

Peters und ihr Ehemann ließen die 40 Jahre alte Melkanlage überprüfen und fanden tatsächlich eine Schwachstelle, die für Keimbelastungen sorgte. Einen genauen Blick legt sie auf die Genetik und entsprechende Anpaarung bei ihren 120 Milchkühen, um eine noch gesundere Herde zu erhalten. Und, sie zögen nur noch das an Nachwuchs auf, was sie bräuchten. „Plus fünf bis zehn Stück zum Verkauf.“

"Jede Kuh braucht einen eigenen Fressplatz"

Neben einer gezielt eingesetzten Genetik hat Familie Peters an Stellschrauben wie Futter und Verbesserungen im Stallbereich gedreht. Die Spaltenböden ließ der Betrieb verbessern, das heißt, kleiner machen, da Peters feststellten, dass sich gerade Färsen (Erstkalbende) mit ihren kleineren Klauen beim Begehen oder Wenden an ihnen verletzen. Die Futtertische wurden beschichtet und sind seitdem laut der Landwirtin pflegeleicht und damit hygienisch. Was sie in den Jahren ihrer Versuche und Betriebsoptimierung feststellte: „Jede Kuh braucht einen eigenen Fressplatz. Auch im Abkalbebereich. Es erfolgt eine bessere Futteraufnahme, die die Färsen dann auch nach dem Abkalben beibehalten.“

Was die Landwirtin über die Jahre noch feststellte: „Rinder, die jung kalben, machen keine Probleme.“ Sind sie älter, sind sie durch die intensive Fütterung oftmals schon zu fett und haben nach dem Kalben schneller Probleme mit dem Stoffwechsel. Was Peters noch zu vermeiden versucht: Stress. „Deshalb wird maximal drei Mal im Monat zugestallt, um Rangkämpfe zu vermeiden.“ Ihr Fazit bezieht sich allerdings vor allem auf eins: Genetik. „Ich hätte niemals gedacht, dass sie so viel ausmacht.“

Euterentzündungen richtig behandeln

Neben diesem Bericht erhielten die gut 40 anwesenden Landwirte Informationen zur Fütterung und zur Reduzierung und Behandlung von Euterentzündungen. Je nach Art des auftretenden Umweltkeims riet Tierarzt Dr. Andreas Steinbeck dazu, lieber einmal richtig zu behandeln, als halbherzig. Er gab auch zu bedenken, dass ein Wirkstoff, ohne Wartezeit oftmals nichts bringe, da er nicht ankomme.

bd

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