Nachwuchsfeuerwehren erfreuen sich großer Beliebtheit

Im Aufwärtstrend

Jens Schiller ist seit 25 Jahren Samtgemeinde-Jugendfeuerwehrwart. Foto: Woelki

Von Tobias Woelki

Sottrum – Das Freizeitangebot für Jugendliche ist groß. Und auch die Jugendfeuerwehren werben wie Vereine um Nachwuchs. In Sottrum mit Erfolg. In einem Rückblick und Ausblick erklärt Jens Schiller, mittlerweile seit 25 Jahren Samtgemeinde-Jugendfeuerwehrwart: „Wir verzeichnen einen Aufwärtstrend. Im Vergleich zu 2018 ist die Zahl der Jugendlichen gestiegen.“ Aktuell engagieren sich ihm zufolge in den Jugendfeuerwehren, die es in Sottrum, Stuckenborstel, Hassendorf, Bötersen, Ahausen und Reeßum gibt, insgesamt 82 Jugendliche. Angeleitet von 18 Betreuern und Jugendwarten, treffen sie sich regelmäßig in den Gerätehäusern zum technischen Dienst, fahren zu Wettbewerben und gehen gemeinsam ins Zeltlager.

„Der demografische Wandel scheint sich etwas abgeschwächt zu haben“, sagt Schiller. Die Jugendlichen würden viel Spaß haben und Gemeinschaftssinn lernen. Für den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren sind die Jugendabteilungen sehr wichtig. Weil kaum Quereinsteiger den Weg in die Ortswehren finden, gewinnen die Einsatzgruppen ihre Mitglieder zum Großteil aus ihrer eigenen Nachwuchsarbeit.

Und selbst diese hat in Sottrum mittlerweile einen eigenen Unterbau. Die Jugendfeuerwehren gewinnen zunehmend Mitglieder aus der Kinderfeuerwehr der Gemeinden Sottrum und Hassendorf mit Stuckenborstel. „Wir können stolz auf die Kinderfeuerwehr sein“, so Schiller. Es sei bisher die einzige dieser Art in der Samtgemeinde, aus der jedes Jahr Kinder in die Jugendfeuerwehren wechseln. „Mit dem Team um Hajo Schloen und Sabrina Schauer aus Erzieherinnen und motivierten Brandschützern läuft die Kinderfeuerwehr super.“ Sie boome geradezu.

21 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zählt sie aktuell. Momentan existiert in allen drei beteiligten Ortswehren eine Warteliste. Der Dienst findet dabei im Wechsel an allen drei Standorten in den Gerätehäusern statt. Und Schiller schiebt nach: „Die Kinderfeuerwehr hat großes Potenzial und bietet langfristig den Jugendfeuerwehren und den Ortsfeuerwehren große Chancen.“

Doch nicht nur die eigene Nachwuchsarbeit ist eine Herausforderung für die Jugendfeuerwehren in der Samtgemeine. Auch bei der Digitalisierung und in sozialen Netzwerken muss man präsent sein. „Aber eine sehr große Aufgabe sehe ich bei dem Thema Ganztagsschule, da der Alltag der Jugendliche sich dadurch verändert. Darüber müssen wir uns Gedanken machen“, so Schiller.

So sind die Jugendfeuerwehren stets bemüht die Mädchen und Jungen mit attraktiven Dienstgestaltungen Alternativen zu Smartphone und Co. aufzuzeigen. Neben den sechs bestehenden Jugendfeuerwehren existiert eigentlich auch eine in Hellwege. Die ruht allerdings. „Jugendliche aus Hellwege verrichten ihren Dienst in Ahausen in der Jugendfeuerwehr. Den Transfer zwischen den Orten übernehmen die Eltern. Und es läuft gut“, erklärt Schiller, der so langsam daran denkt, in den nächsten Jahren sein Amt an jüngere Hände zu geben.

Bislang existiert lediglich in der Gemeinde Horstedt noch keine Jugendfeuerwehr. Dass dieser weiße Fleck irgendwann einmal verschwindet, ist ein großer Wunsch Schillers. Dann wäre alles erreicht. „Wenn die in Horstedt oder Winkeldorf entstehen würde, dann würde ich mein Amt sofort abgeben“, sagt er vielsagend lächelnd. Aber er weiß ebenfalls, dass in absehbarer Zukunft sein Wunsch wohl ein Wunsch bleiben wird.

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