Start des Sottrumer Horts verschiebt sich / Sondersituation in Reeßum

Auf dem Weg

Zwei Klassenräume in der Sottrumer Oberschule werden für den Hort genutzt.
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Zwei Klassenräume in der Sottrumer Oberschule werden für den Hort genutzt.

Sottrum – Rund um das Thema Ganztagsschule und Hort ist in der Samtgemeinde Sottrum viel diskutiert worden. Mit dem Ergebnis, dass die Mitgliedsgemeinden eigenständig für die Einrichtung zuständig sind. In Sottrum ist spätestens seit der jüngsten Jugendausschusssitzung klar: In diesem Jahr wird es dort nichts mehr mit dem Hort, statt dem 1. August peilt die Gemeinde nun einen Start zum 1. Februar 2021 an.

Ohne größeren baulichen Aufwand sei die Einrichtung in der Oberschule Sottrum (OBS) möglich, dafür werden dann ab mittags zwei Klassenräume genutzt. Doch schon Ende 2019 räumte Gemeindedirektor Holger Bahrenburg ein, dass der Zeitplan „ambitioniert“ sei. Die Corona-Krise hat dem Ganzen nun nochmal eine Bremse verpasst – der Antrag zur Freigabe der Räume an die Samtgemeinde ist erst jetzt entschieden worden. Jetzt geht es daher in die weitere Planung, aber „der 1. August ist nicht mehr realistisch“, sagt Bahrenburg.

Die Klassenräume der OBS fallen in eine Doppelnutzung, vormittags findet dort Unterricht statt. Sonst ist nirgends ein Hort möglich gewesen, die Bau- oder Umbaukosten wären zu hoch geworden. Die OBS habe zudem einen Vorteil: Dort ist bereits eine Mensa, nebst vollfunktionaler Küche, die für den Hort mitgenutzt werden könne. Es habe gute Gespräche mit Schulleiter André Barth gegeben, so Bahrenburg. Das Landesjugendamt hat ebenfalls grünes Licht für die Räume gegeben, muss später noch die Betriebserlaubnis geben. Die Umbaumaßnahmen hielten sich im Rahmen, da gehe es um kleinere Verbesserungen wie einen frischen Anstrich und entsprechendes Mobiliar. „Die Räume sind in gutem Zustand“, so Bahrenburg. Eine Gruppe ist eingeplant, zwei wären möglich.

Die laufenden Kosten – also Reinigung, Unterhaltung und Personal – sollen sich aus den Elternbeiträgen decken. In welcher Höhe die sein werden, stehe noch nicht fest, es werde aber eine Sozialstaffel ähnlich wie im Kindergartenbereich geben. Aber gerade die Personalfrage ist eine derjenigen, die noch geklärt werden müssten, weshalb ein Start zum 1. August ebenfalls nicht denkbar war. „Der Erziehermarkt ist abgesucht, das wird schwierig, wenn wir eigenes Personal einstellen“, weiß der Gemeindedirektor. Zwei bis drei Erzieher würden benötigt, je nach Anzahl der Anmeldungen. Externe Möglichkeiten wie eine Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe (Sofa) müssten noch geprüft werden. Ob es dazu vielleicht eine Ausschreibung geben muss, will Bahrenburg ebenfalls noch prüfen. Sofa stellt derzeit unter anderem das Ferienangebot „Ferienstrolche“ bereit, das mit dem Hort-Start aber nicht mehr benötigt wird. Der Hort wird dann – angepasst an die Ferienzeiten der Kindergärten – auch in den Ferien betrieben.

Der Bedarf ist da: Derzeit sind in der Nachmittagsbetreuung, die es bis zum Hort-Start geben wird, in der Grundschule am Eichkamp beispielsweise 40 Kinder. Die geht aber nur bis maximal 14 Uhr, der Hort bietet Eltern mehr Betreuungszeiten. Dorthin können sechs- bis 14-jährige Schüler kommen. Während die Schüler vom Eichkamp zu Fuß rübergehen können, können die Morgenstern-Kinder den Bus nutzen.

Zwar war zu Beginn in der Überlegung, ob die Planungen gesammelt an die Samtgemeinde übertragen werden, doch sei das wieder verworfen worden, so Bahrenburg. Wie sieht es daher in den weiteren Mitgliedsgemeinden aus? Das teilt sich in die Einzugsbereiche der drei Schulstandorte Ahausen, Horstedt und Bötersen auf.

. Ahausen

Ahausen hat seit 2013 einen Hort. Dort gehen Grundschulkinder zwischen 12.30 und 16 Uhr hin. Aktuell können bis zu 24 Kinder pro Woche betreut werden, bei zwei Erziehern aber nur 20 Kinder gleichzeitig anwesend sein. Da sich der Betrieb nicht rein durch die Elterngebühren finanziert, gibt die Gemeinde einen Zuschuss. Im kommenden Kindergartenjahr wäre der Hort fast an seine Kapazitätsgrenze gestoßen, denn die Hellweger Kinder werden dort dann mitbetreut. Allerdings haben ein paar Eltern ihre Anmeldungen während der Corona-Krise zurückgezogen. Perspektivisch könnte der Bedarf aber durch die Planung eines neuen Baugebietes steigen.

. Bötersen

In Bötersen sind die Planungen vorangeschritten, das ehemalige Lehrerwohnhaus wird zum Hort umgebaut. Dazu gab es schon das Ja von der Landesschulbehörde für einen Betrieb mit maximal 13 Kindern und zwei Erziehern. Corona habe für eine Verzögerung gesorgt, erklärt Bürgermeister Hermann Holsten. „Eigentlich wollten wir dieses Jahr schon weiter sein“, jetzt folge die Eröffnung erst 2021. Finanziert wird er durch Elternbeiträge als auch Zuschüsse von der Gemeinde und dem Landkreis. Die Hassendorfer Kinder werden vermutlich ebenfalls nach Bötersen gehen, wenn der Hort aufmacht. „Wir sind im Gespräch und haben ein Interesse an der Mitnutzung“, so Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD).

. Horstedt

Er ist „Freund eines Horts“, erklärt Bürgermeister Michael Schröck (SPD) auf Nachfrage. Wann dieser in Horstedt realisiert werden könne, stehe allerdings nicht fest. „Das hängt noch in der Luft, da ist viel Geld zu investieren.“ Die Planungen an die Samtgemeinde auszulagern, hält Schröck nicht für sinnvoll, dann könne es noch teurer werden. Dennoch gebe es Möglichkeiten, die es nun auszuloten gebe: eine Immobilie, ein Neubau – „das wäre nicht schlecht, aber da brauchen wir ein Grundstück“ – oder ein Raum in der Schule. Letztere Idee ist allerdings schon verworfen worden – zu klein und nicht ausreichend. Denn wahrscheinlich würden auch Kinder aus Reeßum dazukommen, nämlich die, die im Grundschul-Einzugsbereich Horstedts liegen. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir damit umgehen.“ Sicher ist aber: In diesem Jahr wird nichts mehr umgesetzt werden können, man könne aber die Planung vorantreiben, so Schröck.

. Reeßum

Reeßum ist der einzige Ort in der Samtgemeinde mit einer Sonderstellung: Die Kinder gehören zu drei Schuleinzugsbereichen, entsprechend wird es darauf hinauslaufen, dass die Kinder dort auch in die jeweiligen Horte gehen werden, sobald diese eröffnen. „Es macht keinen Sinn, etwas eigenes zu machen“, erklärt Bürgermeister Marco Körner. Man werde sich dann an den drei Horts „kostenmäßig einklinken“.

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