Anwohner in Sottrum wollen Bau der Windräder verhindern / Thema im Rat

„Natur wird verschandelt“

+
Noch mehr Windräder in Sottrum? Für die Anwohner undenkbar.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Noch mehr Windräder in der Gemeinde Sottrum. Nur noch einen weißen Fleck gebe es dafür auf der Landkarte – in der Nähe der Kläranlage, so Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU). Doch dieser Standort ruft die Anwohner auf den Plan. Am Montag kommt das Thema im Gemeinderat zur Sprache – und die Bürger wollen ihrem Unmut Luft machen.

Zwei neue Windräder könnten im Bereich der Sottrumer Kläranlage entstehen, sollte ein entsprechender Beschluss, den die Gemeinde vor ein paar Jahren gefällt hat, gekippt werden. Darin hatte Sottrum gegenüber dem Landkreis deutlich gemacht, dass kein Bedarf an neuen Windenergieanlagen bestehe.

Sollte dieser Beschluss abgeändert werden, sei es allerdings gut möglich, dass es nicht bei den zwei Windrädern bleibt. Das zumindest befürchten die Anwohner an der Everinghauser Straße, der Straße An der Weide und dem Fährhof. Das könnte nämlich der Fall sein, wenn das Land Niedersachsen die Änderungen beim Mindestabstand zu Wohngebieten kippt. Momentan liegt dieser bei 1000 Metern. Sollte die Schranke auf 500 Meter fallen, sei auch im Bereich der Kläranlage noch Platz für weitere Anlagen. Das wollen die Bürger verhindern, und den Rat überzeugen, den Beschluss bestehen zu lassen.

Doch auch schon die zwei Windräder stören die Anwohner. „Wir haben nichts gegen Windräder, aber warum werden die nicht dort aufgestellt, wo es keinen stört. An Autobahnen zum Beispiel“, fordert Carl de Graauw. Außerdem beklagen die Betroffenen, dass die „BürgerEnergieGenossenschaft Sottrum“, die den Vorschlag für die Beschlussänderung im Juli bei einer Informationsveranstaltung aufgeworfen hatte, nicht direkt mit den Bürgern vor Ort gesprochen hat. „Wir hätten uns gewünscht, dass sie aktiv auf uns zugekommen wären“, macht de Graauw deutlich.

Die Befürchtungen der Anwohner gehen aber noch weiter. „Wir können nicht verstehen, warum sich die Grünen zum Beispiel dafür aussprechen, dass die Windräder an diese Stelle sollen“, ist Ilse Schmidt fassungslos. „Da grenzt direkt ein Naturschutzgebiet an“, teilt auch Gabi Röhrs die Sorgen der Nachbarin. Dort gehe ein Stück Natur verloren und auch das Naherholungsgebiet Fährhof sei damit zerstört. „Die Natur wird verschandelt“, macht Gabi Röhrs die Situation deutlich.

Auch das Gestüt Fährhof will sich wehren, muss es sich doch Sorgen um die hochwertigen Tiere machen. Daher hat sich der Besitzer in einem Brief an die Gemeinde gewandt. Das bestätigt auch Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn und gibt zu: „Ich kann die Ängste und Sorgen der Anwohner dort nachvollziehen.“ Er macht aber auch deutlich, dass es in dem Tagesordnungspunkt im Gemeinderat nicht darum geht, dass sofort Windkraftanlagen gebaut werden. „Es geht darum, ob die Gemeinde Sottrum noch einen weiteren Standort für die Windenergie zur Verfügung stellen will“, so Krahn. Da müsse aber auch genau aufgepasst werden, was die Folgen von einem solchen Beschluss sein könnten.

Wie es mit dem Thema weitergeht, entscheidet sich am Montagabend im Gemeinderat. Dann ist das Thema ab 19 Uhr auf der Tagesordnung – und die Anwohner haben Gelegenheit, sich dazu zu äußern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

„Lenna” im Kurpark

„Lenna” im Kurpark

Diese Fehler beim Wiegen passieren auch Ihnen

Diese Fehler beim Wiegen passieren auch Ihnen

Meistgelesene Artikel

Veranstalter erwartet 10.000 Besucher beim Ferdinands-Feld-Festival

Veranstalter erwartet 10.000 Besucher beim Ferdinands-Feld-Festival

Auto rutscht von nasser Straße: Schwangere schwer verletzt

Auto rutscht von nasser Straße: Schwangere schwer verletzt

22. Beeke-Festival begeistert Folklore-Fans in Scheeßel

22. Beeke-Festival begeistert Folklore-Fans in Scheeßel

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Kommentare