Annegret Leiding macht nach 23 Jahren als Küsterin Schluss

„Die Latte hängt hoch“

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Zum Abschied gibt‘s Blumen für die langjährige Küsterin Annegret Leiding.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Sie geht und hinterlässt eine nur schwer zu schließende Lücke: Annegret Leiding gibt ihr Amt als Küsterin in der St.-Georg-Kirche zu Sottrum nach 23 Jahren auf. Sehr zum Bedauern aller Beteiligten, wie die Pastoren Dietmar Meyer und Olaf Feuerhake am Sonntagabend zum Ausdruck brachten.

Weil die beiden wissen, dass Leiding ihre Bedürfnisse zurückstellt und nicht gerne im Rampenlicht steht, haben sie der bewährten Küsterin für den Abendgottesdienst als Überraschung viele Bekannte eingeladen. „Sie ahnt etwas, weiß aber nichts“, so Karin Fuge-Venzke, Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Leiding zeigte sich hoch erfreut über die ungewöhnlich vielen Gottesdienstbesucher am Sonntagabend – aber auch etwas irritiert.

Kantor Johannes Kaußler begrüßte mit einem fulminanten, begeisterndem Orgelwerk die vielen Kirchenbesucher, grinsend folgte Pastor Meyer. „Auf euch ist Verlass. Frau Leiding ist ganz verwirrt, es ist doch ,bloß‘ ein Abendgottesdienst“, feixte er. „Lasst uns miteinander und aneinander freuen. Kommt, es ist alles bereit. Seit ganz vielen Jahren ist alles bereit“, so Meyer und schien ein wenig spitzbübisch in sich hinein zu lachen.

Dann bat Fuge-Venzke Annegret Leiding nach vorne – eine „Institution“, wie Feuerhake sie bezeichnete. „Diese Kirchengemeinde wäre nicht das, was sie ist, wenn es dich nicht gegeben hätte. Dein Amt war Deine Passion. Die St.-Georg-Kirche ist deine Kirche“, sagte Fuge-Venzke. Leidings Aushängeschild: Immer frische Blumen – meistens aus dem eigenen Garten -– auf dem Altar und zu jedem Gottesdienst die Kerzen abgeschnitten. Und aus dem Kopf wisse Leiding immer, wer wann für was zuständig ist und schon im Sommer, woher der Weihnachtsbaum kommt. „Ich weiß noch gar nicht, wie es weitergehen soll; ich bin in Sorge. Du hast uns ganz, ganz viel gegeben“, so die Kirchvorständlerin.

Nicht nur als Küsterin engagierte sich Leiding mit Herz und Leidenschaft, auch beim Freitagstreff und Männerfrühstück legt sie Hand an. Letzte bestätigen: „Sie war nicht einmal krank, hat nicht einmal gefehlt, war immer zuverlässig und freundlich.“ Für die scheidende Küsterin gab es eine rote Strauchrose, „Red Eden Rose – Maidrason“. Etwas ganz Besonderes für die Gartenliebhaberin.

Feuerhake, seit elf Jahren in Sottrum: „Was mich immer beeindruckte: Du hast ein ganz präzises Gespür für diesen Raum. Du hast eine unheimliche Kenntnis und ein großes Gespür, wenn es etwas zu organisieren gibt. Das fühlt sich gut an.“ Eine Zahl habe er sich gemerkt: „Die 27. Denn bei den Konfirmationen passen 27 Familien in die Kirche. Du hast einen großen Erfahrungsschatz und weist, wie etwas gut funktionieren wird. Ich sage ‚Adieu‘ in dem Bewusstsein, was wir an Dir hatten.“ Dem Pastor fiel der Abschied schwer: „Wir brauchen eine neue Küsterin – oder einen neuen Küster. Wir sind auf der Suche. Aber die Latte hängt hoch.“

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