Broschüre an alle Schüler des Sottrumer Gymnasiums

38 Angebote für den Ganztag

Ferdinand Pals, Schulleiter des Sottrumer Gymnasiums, hält den Leitfaden zum offenen Ganztagsangebot bereits in den Händen und ist „stolz auf das Ergebnis“. - Foto: Ujen

Sottrum - Von Joris Ujen. Das Sottrumer Gymnasium startet ab Donnerstag seinen Schulbetrieb mit einem Novum: Ab sofort bietet die Schule an der Schillerstraße 11 eine Ganztagsbetreuung an, nachdem das Niedersächsische Kultusministerium im Mai grünes Licht für dieses Angebot gegeben hatte.

Durch den offenen Ganztag, der freiwillig von den Gymnasiasten wahrgenommen werden kann, erhofft sich die Schule, den arbeitenden Eltern entgegenzukommen, die in der Vergangenheit vermehrt diesen Wunsch geäußert hatten. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob das zusätzliche Angebot in der Praxis funktioniert und angenommen wird. Schulleiter Ferdinand Pals zeigt sich optimistisch: „Wir sind stolz auf das Ergebnis. Donnerstag wird unser Leitfaden an die Schüler verteilt.“

Diese 50 Seiten umfassende Broschüre konzipierte Geschichts- und Lateinlehrer Frank Lembke, gefüllt mit 38 Kursangeboten, die neben der Hausaufgabenbetreuung in sechs Themenbereiche aufgegliedert sind: Sprachen, Theater/Musik/Kunst, Naturwissenschaften, Sport, Medien sowie Gesellschaft/Geschichte. Bis Montag, 14. August, haben die Schüler Zeit, ihre Lieblingskurse zu wählen. Wenn sie denn möchten. Eine Woche später starten dann die Seminare. „Wir wissen noch nicht, was angenommen wird. Aber mit der großen Auswahl an Kursen ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei“, wirbt der Schulleiter.

So bietet das Gymnasium zum Beispiel einen Persischkurs für die Mittelstufe an, der sich mit der Sprache aber auch der Kultur befassen möchte. Für Hochbegabte plant die Schule unter anderem einen Altgriechisch- und einen Englisch-Plus-Kurs. Ein internationales Sprachdiplom in französisch ist ab Klasse 7 ebenfalls möglich sowie ein Förderunterricht bei Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Letzterer Kurs sei für Ferdinand Pals enorm wichtig, da rund zehn Prozent der Schülerschaft eine andere Muttersprache spricht. „Wenn die Schüler die deutsche Sprache nicht beherrschen, haben sie nicht nur im Deutschunterricht Probleme, sondern auch in vielen anderen Fächern. Zum Beispiel auch bei Textaufgaben in Mathe“, beschreibt der Schulleiter die Wichtigkeit vom DaZ-Kurs.

Fernab der linguistischen Fächer stehen auch viele Sportkurse zur Auswahl. Vor allem „Tanzen für Jungen“ und „Fit mit Kickboxen“ stechen hier heraus. Wer seine digitale Kompetenz steigern möchte, kann auch einen europäischen Computerführerschein mit Zertifikat absolvieren. Für die Prüfung und Zertifizierung fallen allerdings Kosten an, umsonst teilnehmen am Kurs kann aber jeder Interessierte, betont Pals. „Denn das schulische Ganztagsangebot muss auf einer öffentlichen Schule wie unserer kostenfrei sein.“

Sollte ein Kurs mal ausfallen, habe das Gymnasium auch schon vorgesorgt. „In einem solchen Fall werden die Schüler bei der Hausaufgabenbetreuung untergebracht“, so Pals.

Ein positiver Nebeneffekt für alle Schüler: Durch das neue Angebot können die Gymnasiasten mindestens 35 Minuten länger im Bett bleiben. Der reguläre Unterricht beginnt fortan erst ab 8.10 Uhr statt 7.35 Uhr und die sechste Stunde endet dann um 13.20 Uhr. Nun gibt es aber auch Eltern, die schon früher zur Arbeit müssen. Zwei Bundesfreiwilligendienstleistende („Bufdis“) sollen ab dem 11. September für Abhilfe sorgen, indem sie in einer Frühbetreuung von 7.30 bis 8.10 Uhr zur Verfügung stehen. Pals freut besonders, dass die beiden „Bufdis“ ehemalige Abiturienten seiner Schule sind. „Das hat Vorteile, weil wir uns bereits kennen.“ Zudem soll eine pädagogische Mitarbeiterin ab Mitte August den anfallenden Mehraufwand der Schule auffangen. Die drei Verträge werden laut Pals in den nächsten Tagen von den Helfern unterzeichnet.

Ursprung der Umstrukturierung des Schulbetriebs war die Umstellung vom G8-, dem sogenannten Turbo-Abitur, auf das alte G9-System, das bereits zum Schuljahr 2015/16 wieder eingeführt wurde. Dadurch entfiel ein Großteil des Nachmittagsunterrichts und die Erziehungsberechtigten mussten ihr Zeitmanagement mit Kind und Arbeit anders arrangieren. Bereits 2014 äußerten viele Eltern die daraus resultierenden Probleme und bildeten eine Arbeitsgruppe mit Schülern und Lehrern. Zusammen mit dem Schuleltern- und Schülerrat sowie dem Lehrerkollegium einigten sich die Beteiligten auf das offene Ganztagsangebot.

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