Andreas Rosebrock (SPD) will Sottrums Bürgermeister werden

Neustart in der Politik

Andreas Rosebrock will Bürgermeister in Sottrum werden.
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Andreas Rosebrock will Bürgermeister in Sottrum werden.

Sottrum – Kommt es an der Spitze der Gemeinde Sottrum zu einem Wechsel? Diese Frage bleibt mindestens noch bis zum 12. September, dem Tag der Kommunalwahl, unbeantwortet. Dass die Antwort „Ja“ lautet, darauf hofft Andreas Rosebrock. Denn der Sottrumer Sozialdemokrat tritt neben Lühr Klee (Grüne) gegen Amtsinhaber Hans-Jürgen Krahn (CDU) an. Für den 59-Jährigen ist es die erste Kandidatur.

„Ich habe schon vor einigen Jahren gedacht, dass mich das interessieren könnte, und jetzt gehe ich ja auch auf die Zielgerade meines Arbeitslebens zu“, sagt der Diplom-Ingenieur für Umwelttechnik, der als Vertriebsleiter für den Abfallentsorger Veolia arbeitet – wie so viele zur Zeit im Homeoffice statt im Büro in Bremen.

Lange Jahre allerdings lag der Fokus von Rosebrock weniger auf der Politik als auf dem Sport: Als Trainer betreute er ein Fußballteam des TV Sottrum. „Irgendwann, nach einem Double-Sieg dachte ich: Jetzt fängst du etwas Neues an.“ Vor fünf Jahren dann begann er, in die Politik hineinzuschnuppern: „Immer hin bin ich Ur-Sottrumer und habe ja die Lokalpolitik sowieso schon immer viel verfolgt.“

Er arbeitete in den Fraktionssitzungen mit, saß in Ausschüssen. „Das war interessant, ich habe verschiedene Standpunkte und Personen kennengelernt – und auch die Streitkultur miterlebt. Jetzt habe ich das Gefühl, ich bin soweit“, sagt der Sottrumer mit einem Lachen. Er bringe ein gutes Maß an Menschenverstand für dieses Amt mit: „Es geht darum, zu schauen, was ist machbar und was nicht, und dann auch Kompromisse zu finden. Und das bin ich aus Beruf und Ehrenamt gewohnt.“

Als Nachteil gegenüber seinem Kontrahenten Krahn sieht er seine noch eher junge politische Laufbahn nicht: „Hans-Jürgen Krahn hat zwar eine längere politische Erfahrung, aber ich kenne Sottrum ebenso gut, da stehe ich ihm in nichts nach.“

Verkehrssituation ist ein Anliegen

Ausreichend Herausforderungen sind da: „Sottrum ist in den vergangenen Jahren sehr gewachsen, und das zieht einen Rattenschwanz nach sich. Und da sind in letzter Zeit viele Entscheidungen so hopplahopp getroffen worden, bei denen Weitblick wichtig gewesen wäre. Und den bringe ich mit. Wir müssen jetzt das Richtige tun.“

Ein weiteres seiner Anliegen ist die Verkehrssituation in Sottrum: „Die steht vor dem Kollaps“, befürchtet Rosebrock. „Und daher müssen wir das Problem ganzheitlich angehen, mit einem gezielten Blick darauf, wie auch die Anwohner der Wohngebiete dorthin und wieder wegkommen – nicht nur mit dem Auto, sondern auch sicher mit dem Fahrrad. Gerade für Radfahrer muss Sottrum attraktiver werden.“

Ebenfalls Nachholbedarf sieht er im Bereich Wohnen. „Natürlich kommen Investoren nach Sottrum, weil sie sich hier eine hohe Rendite versprechen. Aber ich sehe auch mit Entsetzen, wie viele Menschen aus Sottrum in die umliegenden Gemeinden ziehen, weil sie hier nichts finden“, sagt Rosebrock

. „Wir brauchen auch gemeindeeigene Bebauung für sozial schwächere Mieter. Der Gemeinderat ist in erster Linie den Wünschen der Bürger und nicht der PGN verpflichtet. Von daher sind die Äußerungen von Herrn Behrens schon sehr befremdlich“, kommentiert er die Äußerungen von Investor Norbert Behrens zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Ich stehe da hinter der Verwaltung und den Rat. Dort wird nach bestem Wissen und Gewissen für die Sottrumer Bürger entschieden.“

Auch in Sachen Samtgemeindeumlage muss sich etwas tun: „Wir sind da mittlerweile der größte Einzahler, und da müssen wir prüfen, ob das noch so gerecht ist.“

Die Liste an Kandidaten, mit denen seine Partei in den Sottrumer Rat will, empfindet er als gelungen. Zu seinem Bedauern allerdings sind es nicht viele jüngere Menschen: „Viele in dem Alter fürchten den Zeitaufwand.“ Dennoch ist er optimistisch: „Wir haben auch ein paar Kandidaten unter 30 Jahren dabei, aber auf der anderen Seite auch erfahrene ,alte Hasen‘. Von daher sind wir doch recht breit aufgestellt.“

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