Alois Steiner liest aus seinem autobiografischen Roman

Zweiter Sieg mit dem Rad

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Alois Steiner stellt sein Werk „Der zweite Sieg“ vor.

Sottrum - Von Heidi Stahl. Eine Mischung aus Reisebericht, Kochbuch, Reparaturanleitung für Fahrräder, Trainingsprogramm für Ungeübte, Satire und einem Beispiel von eisernem Willen: Der 65-jährige Österreicher Alois Steiner bei einer Lesung sein literarisches Erstlingswerk „Der zweite Sieg“ in der Volksbank in Sottrum vorgestellt.

„Das Buch liegt gut in der Hand, hat eine angenehme Seitenzahl von 279 Seiten und lässt sich gut in einen Kurzurlaub mitnehmen“, beschreibt Matthias Dittrich vom Vorstand der Volksbank Wümme-Wieste mit einem freundschaftlich-verschwörerischen Blick auf den Autor in seiner Begrüßung. Nach einer Schlosserlehre zog die Sehnsucht nach dem Meer den weißhaarigen Österreicher an die Nordsee, aber statt auf einem Schiff landete er in Bremen und gründete eine Familie und 1991 in Brinkum die Firma A. Steiner Edelstahl GmbH, weil er es so gut haben wollte wie sein Chef. Über den Standort Ottersberg kam die Firma zu ihrem heutigen Domizil in Sottrum.

2010 warf ihn der lebensbedrohliche Hepatis-C-Virus aus der vorgesehenen Lebensbahn. Er gab die Firma an Sohn Daniel weiter und kämpfte gegen die Krankheit an. Er machte Bekanntschaft mit allen Nebenwirkungen der Interferon-Therapie, war „Out of Order“ , wie er sagt, aber gab nie auf. Seinen ersten Sieg über die Krankheit schaffte er mit seiner Liebe zur Kunst und begann mit der Motivation durch seine Frau Helga zu malen. Als er 2012 die Krankheit überwunden hatte, konnte Interessierte schon eine Ausstellung seiner Bilder in Sottrum sehen. Den zweiten Sieg beschreibt er in seinem Buch.

Mühsam wieder seine Kräfte aufbauend, beginnt er 2012 mit ganz kleinen Trainingseinheiten auf dem Fahrrad, seinen Plan, in 14 Tagen die 1000 Kilometer nach Österreich zu radeln, immer vor Augen. Wie er das geschafft hat und wie die ersten Kilometer um Bremen und Worpswede herum mit einem sehnsüchtig verdienten Weizenbier in Melchers Hütte zu einem Fiasko wurden, beschreibt er auf den 279 Seiten.

Alle Begebenheiten vor und während der Reise hat er unter 1000/14 auf Facebook aufgelistet und aus diesen Notizen ein wunderbar ironisches und sensibel beobachtetes, Mut machendes und immer schmunzelnd zu lesendes Tagebuch gemacht, dem die Zuhörer an diesem Abend amüsiert und doch bewundernd ob seiner eigenen Stärke, Selbstironie und Willenskraft lauschten. Was er für sich selbst geschafft hat, will er jetzt auch für andere wiederholen und plant im Sommer – als dritten Sieg über die Krankheit – eine weitere Radtour nach Österreich, bei der er zusätzlich noch Geld für die Kinderkrebshilfe sammeln will.

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