Verbunddorferneuerung Wiestedörfer hat viel vor

Alle Generationen im Blick

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Das gerade enstehende Reeßumer Mehrzweckgebäude ist das größte VDE-Projekt bisher.

Reessum - Von Inken Quebe. Erst vor wenigen Wochen ist der Grundstein für ein in der Gemeinde Reeßum lange angestrebtes Projekt gelegt worden: das Mehrzweckgebäude im Ortskern. Es ist das bisher größte und teuerste Projekt, das durch die Verbunddorferneuerung Wiestedörfer (VDE) durchgeführt wurde.

Weil es in der Gemeinde aber noch viele weitere Ideen gibt, hofft die dazugehörige Steuerungsgruppe, in die Verlängerung gehen zu können, sagt ihr Vorsitzender Stefan Stawicki-Seifert. Zwar ist das Mehrzweckgebäude einer der Gründe, warum die VDE überhaupt erst ins Leben gerufen wurde, aber nicht das einzige Projekt. Angefangen hatte alles mit Wilfried Kirchner, dem früheren Bürgermeister der Gemeinde. „Er ist der Vater der VDE “, erzählt der 56-jährige Stawicki-Seifert. 

Bereits vor zehn Jahren hatte ihn die Idee von einer generationenübergreifenden Begegnungsstätte für Reeßum umgetrieben, wie Kirchner auch beim ersten Spatenstich zum Ausdruck brachte. 1,7 Millionen Euro soll der Bau kosten, etwa 1,1 bis 1,2 Millionen entfallen auf die Gemeinde. Die Steuerungsgruppe, zu der aus jedem der sechs Dörfer (Reeßum, Taaken, Clüversborstel, Schleeßel, Bittstedt und Platenhof) zwei Delegierte gehören, hat ein klares Ziel vor Augen: „Dort wollen wir in diesem Jahr an Silvester nach der Fertigstellung symbolisch die neuen Umkleidekabinen, das Mehrzweckgebäude und die Dorferneuerung feiern“, sagt Stawicki-Seifert.

Die Idee für das Mehrzweckgebäude hatte Kirchner 2007 mit zu einem Workshop gebracht, bei dem Anregungen für Maßnahmen in den Wiestedörfern gesammelt wurden. Während einige davon bereits umgesetzt wurden – siehe Infokasten –, gibt es noch viele Ideen: Gerade werden laut Stawicki-Seifert die Friedhöfe in Schleeßel, Taaken und Reeßum zu Kommunikationsorten für die älteren Mitbürger ausgebaut. Auch private Projekte sind förderfähig, heißt es vom Planungsbüro Mensch und Region, mit dem die Steuerungsgruppe zusammenarbeitet. 

Die Nachfrage danach sei auch nicht erloschen. „Gerade bemüht sich jemand um die Umnutzung leer stehenden Gebäuden zur Innenentwicklung“, teilt Wolfgang Kleine-Limberg (Mensch und Region) mit. Förderfähig seien inzwischen aber auch soziale Projekte zum Beispiel, wenn ein Verein ein gemeinsames Kochen anbieten möchte.

Ziel: Dörfer attraktiver machen

„Ziel ist es, die Dörfer schöner und attraktiver zu machen und generationenübergreifende Angebote zu schaffen“, erklärt Stawicki-Seifert. „Die Bürger der Dörfer sollen spüren, dass sie zusammen gehören.“ Eine dieser Ideen ist ein Kultur-Historischer Pfad durch die Wiestedörfer, um die Identität der Gemeinde zu fördern. Auf dem Weg durch die Dörfer sollen die Wanderer oder Radfahrer Geschichten aus den Ortschaften kennenlernen: „Die gibt es ohne Ende.“ Aktuell sei man auf der Suche nach diesen, weshalb sich interessierte Erzähler bei Stawicki-Seifert und den anderen Mitgliedern der Steuerungsgruppe melden könnten.

Für wieder andere Projekte hofft die Steuerungsgruppe auf neue Impulse und Unterstützung – zum Beispiel beim Wiestekurier. „Der ist auch aus der Dorferneuerung entstanden und sucht Mitarbeiter, damit das Projekt nicht einschläft“, erklärt Stawicki-Seifert. Es würden sich auch immer Leute finden, die Beiträge für die von Bürgern gestaltete Dorfzeitung schreiben. Allerdings werden trotzdem weitere Helfer gesucht, denn mit den kleinen Geschichten sei es nicht getan. Es brauche auch Helfer bei der Gestaltung und dem Zusammensetzen. Ansprechpartner für den Wiestekurier ist Reinhard Hoops.

Ausgelegt war die VDE Wiestedörfer zunächst für fünf Jahre. Inzwischen ist man im sechsten Jahr, hat also schon eine Verlängerung bewilligt bekommen. Doch Stawicki-Seifert möchte, dass es weiter geht: „In Zukunft wollen wir auch noch schauen, was wir für Kinder und Jugendliche machen können, denn die sind die Zukunft. Aber die Senioren darf man auch nicht vergessen.“ Ziel sei es, die Verlängerung noch vor der Sommerpause in der Tasche zu haben.

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