300 Aufkleber für mehr Aufmerksamkeit

Aktion „Rettungsgassen retten auch Ihr Leben“ gestartet

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Benjamin Stapelfeld (l.) und Sebastian Schütte bringen den ersten Aufkleber an einem Oetjen-Anhänger an. Weitere sollen folgen.

Sottrum - Benjamin Stapelfeld (33) und Sebastian Schütte (26) haben im Sommer 2016 gemeinsam die Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sottrum begonnen und sind in diesem Jahr zum Feuerwehr Truppmann befördert worden. Beide haben es sich, wie alle Feuerwehrleute der Welt, auf die Fahnen geschrieben, Menschen, Tiere und Sachwerte zu retten, zu schützen und zu bergen, wobei die Menschenrettung die oberste Priorität hat. Doch das ist nicht immer einfach. Insbesondere, wenn Unbeteiligte die Retter an ihrer Arbeit hindern.

Aufmerksam haben Stapelfeld und Schütte im ersten Halbjahr 2017 in den Medien verfolgt, dass es auf den Autobahnen zu Verzögerungen bei der Hilfeleistung gekommen ist, keine Rettungsgassen gebildet worden sind. Zudem sei diese Tatsache bei den Einsatzbesprechungen thematisiert und emotional diskutiert worden.

Speditionsunternehmen Oetjen lässt sich sofort begeistern

Das Gesetz sagt klar aus: Auf Autobahnen sowie außerorts auf Straßen mit mindestens zwei Streifen pro Richtung gilt künftig, sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, müssen sie eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben bilden.

Dankeschön-Urkunden der Feuerwehr Sottrum an Hilke Böse (Firma Oetjen) und Hermann Aukamp (2.v.r.). 

Und genau das funktioniert of nicht. „Da kam mir die Idee, etwas dagegen zu tun und eine Aufklärungsaktion zu starten“, so Truppmann Stapelfeld, der als Leutnant in der Lent-Kaserne Rotenburg tätig ist. Mit Schütte hatte er sofort jemanden gefunden, der ihn beim Vorhaben tatkräftig unterstützt. „Ich habe in letzter Zeit einige Aufkleber wie ,Bei Staubildung: Rettungsgasse’ am Heck von Fahrzeugen gesehen“, so der Feuerwehrmann. Schüttes Chef, Hermann Aukamp, hat gute Beziehungen zum Speditionsunternehmen Oetjen. Und dessen Lkw sind im dreistelligen Bereich unterwegs – und genau das wollen sich die beiden Feuerwehrmänner zunutze machen. Schnell stellte Aukamp in einem Telefonat die Verbindung zum Unternehmen her, das sich sofort bereit erklärte, mitzumachen.

„Durch einen 30 mal 30 Zentimeter großen Aufkleber mit dem Hinweis auf das Bilden von Rettungsgassen am linken Heck der Fahrzeuge, Anhänger und Auflieger haben wir mit der Firma Oetjen einen idealen Multiplikator für die Aktion gefunden.“ Insgesamt 300 Aufkleber sollen in den kommenden zwei Wochen von einem Team der Feuerwehr an den Fahrzeugen angebracht werden. Die Aufkleber sind von Sponsoren finanziert worden. „Durch Rettungsgassen kommen die Helfer im Schnitt vier Minuten schneller an den Unfallort. Pro Minute erhöht sich die Überlebenschance bei Verletzten um zehn Prozent, das heißt, durch die Rettungsgasse steigen die Überlebenschancen um 40 Prozent“, so der Truppmann.

go

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