Nach Veruntreuung von 279 000 Euro setzt Landgericht Strafe zur Bewährung aus

Ahauser muss nicht ins Gefängnis

Knapp 279 000 Euro hat ein Mann aus Ahausen von den Konten seines Arbeitgebers abgezweigt. Das Landgericht in Verden hat seine Gefängnisstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Foto: dpa

Verden/ Ahausen - Von Wiebke Bruns. Knapp 279 000 Euro hat sich der Buchhalter eines mittelständischen Unternehmens aus Visselhövede über einen Zeitraum von fünf Jahren von den Konten seines Arbeitgebers abgezweigt. Aufgefallen war dies erst der Steuerberaterin des Unternehmens. In einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden wurde der Fall vergangene Woche neu aufgerollt; und es lief gut für den 41 Jahre alten Angeklagten aus Ahausen: Er muss nicht ins Gefängnis.

2012 war der Mann wegen seines zu aufwendigen Lebensstils in finanzielle Probleme geraten. „Aus Angst vor der Kündigung seiner Darlehen“, habe er sich zu den Taten entschlossen, stellte das Schöffengericht des Rotenburger Amtsgerichts im Dezember 2018 fest. Dabei hatte der gelernte Steuerfachgehilfe Rechnungen von Firmen gefälscht und das Geld auf eines seiner Konten überwiesen. Jeweils Beträge in vierstelliger Höhe. Zudem hatte er sich eigenmächtig Weihnachts- und Urlaubsgeld ausgezahlt.

Der Schwindel wäre vielleicht nicht aufgeflogen, wenn er nicht mit Bargeldabhebungen vom Firmenkonto begonnen hätte. Dafür nutzte er eine EC-Karte, die lediglich dem Drucken von Kontoauszügen diente. Jede der 24 Geldabhebungen wurde vom Schöffengericht als ein Fall des Computerbetrugs gewertet und die 52 Überweisungen als Untreue. Dabei hatte er gewerbsmäßig gehandelt, denn er wollte sich eine fortlaufende Einnahmequelle von erheblichem Umfang verschaffen.

Aufgeflogen war das Ganze während seines Sommerurlaubs. „An meinem ersten Arbeitstag war die Kripo da“, berichtete der Angeklagte. Er habe die fristlose Kündigung erhalten. „Dann bin ich mit den Beamten nach Hause und habe ihnen alles gezeigt. Alles mitgegeben, was sie benötigten.“

Drei Jahre Haft hatte das Schöffengericht verhängt. Mit dem Ziel einer Bewährungsstrafe, also maximal zwei Jahre, war der Angeklagte in die Berufungsverhandlung gegangen, die erst 14 Monate später stattfand. Eine Bewährungsstrafe fand auch der Staatsanwalt vertretbar. Und so lautete am Ende das Urteil: zwei Jahre ausgesetzt zur Bewährung, die Bewährungszeit beträgt insgesamt vier Jahre.

Begründet wurde es damit, dass die ersten Taten fast acht Jahre zurückliegen. Die letzten Taten drei Jahre. Seitdem sei der nicht vorbestrafte Angeklagte nicht mehr auffällig geworden. Er habe sich bereits bewährt, hieß es in der Urteilsbegründung. Berücksichtigt wurde zudem, dass es keine hinreichende Kontrolle in der Firma gab. Sonst wären die Taten vermutlich früher aufgeflogen. 50 000 Euro hat der Angeklagte bereits mit Hilfe seines Vaters zurückgezahlt. Weitere 50 000 Euro muss er innerhalb der nächsten drei Monate zurückzahlen, sonst droht ein Widerruf der Bewährung. Außerdem muss er 300 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Das Urteil ist rechtskräftig.

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