Gelassenheit und Gesellschaftskritik

Ahauser Herbst präsentiert Kunst zum Entdecken und Kaufen

Kunstwerk von Schnitzerin Ragna Reusch
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Beim Atelier von Schnitzerin Ragna Reusch gibt es für die Besucher des Ahauser Herbstes viel zu entdecken.

Zwei Tage lang lockte am vergangenen Wochenende der Ahauser Herbst Besucher nach Ahausen. Denn im ganzen Dorf verteilt gab es Kunsthandwerk und Kunst zu entdecken.

Ahausen – Eine extreme Gelassenheit liegt über dem Ahauser Herbst, dem ersten nach zwei Jahren wieder. Alle wirken entspannt und viele äußern sich froh darüber, dass diese Veranstaltung in nahezu bewährter Form stattfindet. Dazu beweisen die Organisatoren bei ihrer Auswahl an Ausstellern eine glückliche Hand.

Neben ein paar bewährten „Wiederholungstätern“ gibt es viel Neues zu entdecken: Der Blick schweift die Eiche hoch, an der Stühle als Sitzgelegenheit befestigt sind. Darunter ein gedeckter Tisch mit gesellschaftskritischen Hinweisen versehen und einem Spaten daneben; als Symbol, ob wir derzeit einen neuen gesellschaftlichen Graben ziehen. In dem alten Gebäude „Hof achtern Beek“ von Johannes Heine im Birkenweg kommt gediegen daher und hält immer Überraschungen sowie gute Kunst parat. Goldschmiedin und Künstlerin Judith Biehler zeigt in den Räumen Werke besonderer Art: Sie bringt Metall auf Stoff auf und lässt ihn oxidieren. In oftmals warmen Tönen gehalten, passen sie nicht nur gut in die Räumlichkeiten des Hauses, sondern schmeicheln dem Auge und verlocken, genauer hinzuschauen.

Einfühlsame Portraits im Schweinestall

Theater-Pädagoge Christoph Plünnecke aus, der vor zwei Jahren bei Heine auf dem Ahauser Herbst mit seinen Fotos von verlassenen Orten debütierte, ist erneut im Schweinestall anzutreffen. Dieses Mal mit einfühlsamen Portraits sowie inszenierter Fotografie. Außerdem dabei: Menschen, die sich an ihrem Lieblingsplatz haben ablichten lassen – und das erstaunlicherweise oft in der Küche.

Verschiedene Kunsthandwerker präsentieren ihre Erzeugnisse.

Zwei weitere Fotoausstellungen sind in diesem Jahr zu sehen: Modestudent Lennart Krause aus Rotenburg zeigt seine Arbeiten in der alten Sparkasse und überzeugt mit einer eigenen Bildsprache. Zum Leidwesen der Betrachter sind die Hochglanzabzüge hinter Glas und zum Teil nicht beschnitten, so dass sie sich im Rahmen Wellen schlagen und vor lauter Spiegelung ihre Wirkung verlieren.

Nimm Platz! Un sett di doal!

Dorfaktion in Ahausen

Fotografen-Autodidakt Volker Paetzold (Eversen) überzeugt vor allem mit den Portraits, die bezeugen, wie sehr ihn Menschen interessieren und er ihnen zugewandt ist. Die Nähe zwischen Fotograf und Protagonisten, die aus den Fotos sprechen, ist fast greifbar. Herausragende, professionelle Arbeiten zeigt Drechsler Eckhard Döring, mit wunderbaren Holzschalen, nebenan überzeugt Naturfotografin Angelika Ackermann mit Arbeiten zum Thema Pusteblume in der „Olen School“. Im Schützenhaus ist es Kerstin Piehl, die mit ihren handverlesenen, filigranen Arbeiten aus Minikiesel sowie -bernstein besondere Gemälde schafft. Ein Neuanfang in Boltenhagen an der Ostsee brachte die Floristin zu ihrer heutigen Kunst. „Da hat sich bei mir auf einmal alles gefügt“, verrät sie. Ein Clou sind die Taschen aus alten Fahrradreifen und weiteren recyclten Materialien.

Viel Schönes, Praktisches, Interessessantes und Kulinarisches gibt es beim Ahauser Herbst zu entdecken. Und dazu kommt Witziges bei der Dorfaktion „Nimm Platz! Un sett di doal!“, bei der sich viele Ahauser beteiligen. Und wenn die Besucher eine Wäscheschleuder mit Häkelkissen entdecken: Das ist kein Sperrmüll, das ist eine Sitzgelegenheit.

Die Werke von Künstlerin Judith Biehler reizen zum genaueren Hinsehen.

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