Auftakt zur Konzertsaison

Sänger Udo Klopke eröffnet die Saison auf dem Ahauser Kulturhof

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Udo Klopke trat auf dem Kulturhof in Ahausen auf.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Einen warmherzigen Abend haben am Sonntag die Gäste des Kulturhofes in Ahausen erlebt. Dort übernahm der Sänger und Songwriter Udo Klopke den Auftakt zur diesjährigen Konzertsaison.

Irgendwie weltgewandt und doch bodenständig kommen seine Songs daher. Letzteres liegt vielleicht daran, dass Klopke Niedersachse ist. Geboren und aufgewachsen in Quakenbrück (Kreis Osnabrück), verschlug es ihn erst später ins Rheinland. Der Scherz, sein Publikum am Abend mit „Guten Morgen“ zu begrüßen, könnte allerdings aus beiden Regionen Deutschlands stammen.

Klopke, der gerne mit Band unterwegs ist und sonst auch ortsansässige, befreundete Musiker mit auf die Bühne nimmt, bestreitet in Ahausen seinen Auftritt solo. Bewaffnet mit akustischen Gitarren, einer sogenannten Stompbox und einem Schellenkranz am Fuß, kompensiert er die fehlenden Instrumente.

Seine englischsprachigen Stücke handeln von vielfältigem Herzschmerz, Sehnsucht, Wehmut, alltäglichen und emotionalen Gedanken und Wünschen, Ambivalenz und manchmal auch Irrationalität – wie das Leben und vor allem die Liebe eben so spielt und wozu zwangsläufig auch Scheitern gehört. Offenbar auch bei einem Profimusiker wie Klopke, der beim Abreißen von Kilometern auf der Tour, Spaziergängen mit dem Hund im Wald und am Strand, auf Klo, im Kino und sonst wo auf Ideen für seine Stücke kommt. „Ich kann nur schreiben, wenn ich nicht auf Tour bin. Ich nehme auf meinem Smartphone Ideen auf und habe immer ein Textbuch dabei“, sagt Klopke, der sich als charmanter Geschichtenerzähler entpuppt und damit spezielle Wärme und Nähe zum Publikum erzeugt.

Angereichert mit viel Fantasie, entspinnt sich beim Vorbeifahren eines Containerschiffes eine Geschichte, eine Gedankenkaskade, in Klopkes Kopf, die von einem Seefahrer handelt, der nicht nach Hause kann, weil er eine Heuer nach der anderen annimmt und deshalb in der Zwickmühlen hängt: Die viele Arbeit, um Geld für seine Familie zu verdienen, und die ferne Familie, die er vermisst, aber nicht besuchen kann, weil er Geld verdienen muss. Oder der Wunsch, dass Kinder weiter springen und smarter seien sollen als man selbst, erzählt aus Sicht eines Piratenjungens. „Ich frage mich, was ich an dem Tag geraucht habe“, sagt Klopke, der über sich sagt: „Ich hätte ja auch etwas Vernünftiges lernen können.“ Seine Songs sind mal rockig, mal poppig mal voller Jazz oder Blues. Klopkes Stimme klingt mal nach Phil Collins, mal nach Sting und dann einfach nur nach Klopke.

Im zweiten Teil des Abends überzeugt Klopke mit anspruchsvoll zu spielenden Stücken, nachdem der erste Teil eher wie ein Warmlaufen wirkte. Nach der Pause wirkte der gebürtige Quakenbrücker noch authentischer, glitt nebenbei in Stücken und Erzählungen musikalisch zu den Beatles und Supertramp ab und unterhielt in jeder Hinsicht glänzend sein Publikum.

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