Vom Abfall im Wald

Insbesondere in Reeßum entsorgen Unbekannte zunehmend illegal Müll im Wald. Foto: imago images / Mario Hösel

Einige Bürgermeister in der Samtgemeinde sorgen sich um zu viel Müll, der in jüngerer Zeit widerrechtlich in der Natur entsorgt wird. Das passiert immer häufiger, sagt zum Beispiel Marco Körner aus Reeßum. In seiner Gemeinde liegt einer der Hotspots illegaler Entsorgung.

VON MATTHIAS RÖHRS

Reeßum/Sottrum – Dieses Mal waren es Steinplatten, weshalb Marco Körner (BLW) wieder einmal aktiv werden musste. Illegal entsorgt wurde sie, wie so oft, in der alten Sandkuhle zwischen Reeßum und Stuckenborstel. Immer wieder muss der Reeßumer Bürgermeister Leute zur Anzeige bringen, die Bauschutt, Hausrat oder Sperrmüll einfach so in der Natur entsorgen. Die Täter kommen zu oft ungeschoren davon, ab und zu findet man noch eine Adresse, die die Ermittlung der Umweltsünder voranbringen kann.

Die Sandkuhle ist ein Hotspot illegaler Entsorgung. „Das ist ein echtes Problem dort“, bestätigt der Ordnungsamtsleiter der Samtgemeinde, Matthias Röhrs. Früher musste die Abfallwirtschaft des Landkreises, die den außerörtlich illegalen Müll einsammelt, zwei oder drei Mal im Jahr kommen, so Körner. Mittlerweile sei das fast monatlich der Fall.

Verständnis für dieses rücksichtslose Verhalten ist in den Verwaltungen und wohl auch bei den meisten Bürgern wohl kaum zu erwarten. Schließlich gibt es Sperrmüllsammlungen und natürlich die regelmäßige Abfuhr des Hausmülls. Hellweges Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) stellt auch immer wieder fest, dass Rücksichtslose ihre Gartenabfälle im Wald entsorgen. Und das, obwohl in Richtung Ahausen der nächste Grünabfallsammelplatz gleich um die Ecke liegt.

Wobei Laub und Baumwurzeln noch zu den harmloseren Abfällen gehören. „Es landet auch schonmal ein Polstermöbel im Straßengraben“, sagt Röhrs. Hausabfälle, Elektrogeräte, Sperrmüll, Autoreifen, Bauschutt und Problemstoffe wie Chemikalien und Medikamente sind laut Angaben des Landkreises besonders häufig unter dem illegalen Müll. „Die Anzahl und Menge illegal abgelagerter Abfälle ist leider hoch, obwohl die meisten dieser Abfälle kostenfrei entsorgt werden könnten“, so der Erste Kreisrat Torsten Lühring. Sperrmüll und Elektrogroßgeräte würden sogar direkt zu Hause beim Grundstück abgeholt. „Dennoch laden manche Menschen Abfälle illegal in den Wäldern und am Wegesrand ab. Mir fällt dazu keine Erklärung ein, denn kundenfreundliche Entsorgungsangebote sind genug vorhanden.“

Neben der Sandkuhle bei Stuckenborstel sind auch Containerplätze immer wieder bevorzugte Ziele der widerrechtlichen Entsorger. Am Sottrumer Sportplatz geschieht das häufig. Abfall in der Umgebung der Wieste-Gemeinde ist laut Gemeindedirektor Holger Bahrenburg dagegen seltener das Problem: Aber auch nur, weil man sich sogenannte Läufer leistet, die regelmäßig an den Straßenrändern unterwegs sind, um Müll zu sammeln. Auf dem Containerplatz in Hassendorf hat Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD) vor Kurzem sogar alte Fotoalben gefunden – aber auch eine Adresse in Wilhelmshaven, wie er im Gespräch mit der Kreiszeitung berichtet. Er habe den Täter dann angeschrieben und sich mit ihm geeinigt.

Illegaler Müll an den Standorten der Altglascontainer ist ebenfalls nach Lesart der Landkreisverwaltung ein großes Problem, so Kreissprecherin Christine Huchzermeier. Die Containerstandorte müssten daher regelmäßig kontrolliert werden, um abgelagerten Müll zu entfernen. Für Abfälle in der freien Landschaft müsse man rund 60 Mal ausrücken. Insgesamt beziffern sich die Kosten für widerrechtlich entsorgten Müll im Landkreis auf schätzungsweise 60 000 Euro. Immerhin: Bei rund 90 Fällen im Jahr – Containerplätze mit eingeschlossen – können die Besitzer ermittelt werden. Sie erwarten teilweise hohe Bußgelder.

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