Investoren wollen großen Solarpark in Ahausen bauen

64 Hektar für Sonnenenergie

Uli Brodbeck präsentiert die Pläne für einen Solarpark in Ahausen.
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Uli Brodbeck präsentiert die Pläne für einen Solarpark in Ahausen.

Eversen – Für vergleichsweise rund 16 000 Haushalte will die „Solarwind GmbH“ in Ahausen Strom aus Solarenergie erzeugen. Zwischen der Bundesstraße 215, dem Büntebach und dem Ortsteil „Auf dem Adel“ auf einer Fläche von 64 Hektar möchte die Projektentwicklungsgesellschaft einen Solarpark bauen. „Die Fläche entspricht nur drei Prozent der Gemeindefläche“, so der Projektentwickler Uli Brodbeck bei der Präsentation im Ahauser Gemeinderat. Außerdem sei das Gebiet keine landwirtschaftliche Vorrangfläche, wodurch eine langfristige Pacht für dieses Vorhaben möglich sei. Mit den rund 210 000 Photovoltaikmodulen sei geplant, eine Leistung von 60 000 Megawatt Strom zu produzieren. Die einzelnen Bauteile sollen eine Höhe von 2,8 Metern haben und das Landschaftsbild nicht negativ beeinträchtigen.

„Die Fläche ist von außen nicht gut einsehbar und zusätzliches niedriges Gehölz kann hier auch Lücken schließen“, so Brodbeck. Dadurch sollen die Anrainer in der Siedlung „Auf dem Adel“ keine Einflüsse spüren. Die Gesellschaft mit Sitz in Ostfriesland und Hamburg habe schon eine Anlage direkt am Militärflughafen entwickelt, wo Sonnenblendung durch die Photovoltaikmodule auch kein Thema gewesen sein sollen. Ein Sonnenblendgutachten kläre diese Fragen im Vorfeld.

Durch das fehlende Fundament der Anlagen werde die Fläche nicht nachhaltig versiegelt und die ganze Nutzungszeit nur sehr extensiv genutzt. Zur Bewirtschaftung auf den Grünflächen mit einer regionalen Saatmischung würden Beispielsweise Schafherden eingesetzt, statt wie in der Vergangenheit durch eine Mahd die Wiese zu pflegen. „Dadurch ist die Bewirtschaftung sogar sehr gut für das Grundwasser an dieser Stelle“, sagte der Ingenieur von Solarwind. Sicher eine Botschaft, die wenige Meter abseits des möglichen Solarparks beim Wasserversorgungsverband in Unterstedt mit großem Interesse aufgenommen wird. So sei ein Solarpark in dieser Form ein Gewinn für die Biodiversität. Zum Wald werde ein Abstand von 30 Meter eingehalten. Eine Umzäunung werde ganz sicher entlang der bestehenden Straßen und Wege erfolgen.

Der Solarwind-Geschäftsführer Gerriet Arndt kam weiter auf die Ausgleichsmaßnahmen zu sprechen, die mit der Gemeinde in einem städtebaulichen Vertrag geregelt würden. „Die Ausgleichsmaßnahmen müssen immer einen Bezug zur Anlage haben“, sagte Arndt. In der Regel betrage dies flächenmäßig zehn Prozent von der Gesamtfläche, was hier 6,4 Hektar bedeuten würde. Teilweise könnten diese Ausgleichsmaßnahmen auch auf der Anlagenfläche selber untergebracht werden, je nach Ausgestaltung der Vereinbarung zwischen Entwickler und Kommune. Außerdem bemühte Arndt einen Vergleich zu den Biogasanlagen, weil die Solarkraft auf einem Hektar zwischen 20 und 30 Mal so viel Strompotenzial hätte, wie sonst der Maisanbau. So könne das Ziel der Energiewende nur mit einem sinnvollen Mix der erneuerbaren Energien erreicht werden, weil viele Förderungen der Biogasanlagen in den nächsten auslaufen werden.

Der Solarstrom sei hingegen sehr günstig und käme ohne staatliche Förderung, wie die EEG-Umlage, aus. Denn die Abnehmer des Ökostroms vom Büntebach wären Großkunden des Investors durch eine Direktvermarktung, wie die Deutsche Bahn, die übrigens mit der Strecke Rotenburg-Verden direkt an die Fläche angrenzt. Partner und Betreiber wäre für den Solarpark die Hamburger Enerparc AG. Der deutsche Marktführer im Segment der Photovoltaikfreilandanlagen und betreibe derzeit rund 320 Solarparks im Bundesgebiet.

Bei den Ahausern Gemeinderäten warben die beiden Vertreter von Solarwind mit einem vermeintlichen Geldsegen für die Gemeinde. „70 Prozent der der Gewerbesteuer geht an die Gemeinde am Standort der Anlage“, sagte Arndt. Dies sei seit dem Gewerbesteuersplittinggesetz so geregelt.

Auch wurden nach der Präsentation die weitere jagdliche Nutzung dieses Areals und die gesamte Betriebsdauer erörtert. Die Nutzung der Photovoltaikanlage im XXL-Format orientiere sich an der in Deutschland maximal mögliche Pachtzeit einer Fläche von 30 Jahren. Mit einer Rückbaubürgschaft von 10 000 Euro pro Hektar sei übrigens auch die Zeit nach dem letzten strombringenden Sonnenuntergang „Auf dem Adel“ geregelt. „Die Gemeinde entscheidet aber, ob gebaut wird oder nicht“, so Brodbeck. Einen Beschluss des Rates gab es indes aber noch nicht.

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