Gemeinderat ist uneins

Baugrund in Reeßum: 51 Anfragen, doch wie viele Flächen?

Reeßums Bürgermeister Julian Loh stellt die bisher vom Planungsbüro ausgearbeiteten Varianten für das neue Baugebiet vor.
+
Reeßums Bürgermeister Julian Loh stellt die bisher vom Planungsbüro ausgearbeiteten Varianten für das neue Baugebiet vor.

Reeßum – Die Nachfrage nach Bauland ist ungebrochen. „Wir haben 51 Anfragen für unser Baugebiet“, so Reeßums Bürgermeister Julian Loh, der kurz vor dem Jahreswechsel das Amt von Marco Körner übernommen hatte, am Montag auf einer Ratssitzung. Die Planungen für das gut zwei Hektar große Gebiet, das sich westlich an das in den 1970er-Jahren entstandene „Maschland“ anschließt, sind weit fortgeschritten.

„Es soll noch in diesem Jahr mit der Bebauung begonnen werden“, sagte Loh. Dennoch bleibt offen, wie viele der Anfragen berücksichtigt werden können.

Für die Sitzung hatte das Bremer Planungsbüro zwei Parzellierungsvorschläge ausgearbeitet, die zur Diskussion standen: Während bei einer Variante das Gebiet in 21 Grundstücke mit Größen zwischen 673 und 1 477 Quadratmetern aufgeteilt ist, sind es beim anderen Vorschlag 23 Grundstücke von 673 bis 1 319 Quadratmetern.

„Ich favorisiere den Plan, bei dem wir die maximal mögliche Anzahl von Grundstücken ausnutzen, denn wir haben viele Bewerber“, meinte Marco Bruns. Dagegen hielt Jürgen Worthmann: „Ich tendiere zu der Variante, die vier Plätze mit mehr als 1 000 Quadratmeter beinhaltet.“

Dem angeführten Vergleich, dass beim vor knapp 20 Jahren realisierten Baugebiet „Fuhrenkamp“, das sich an das „Oldenland“ anschließt, deutlich größere Grundstücke ausgewiesen wurden, entgegnete Dieter Precht: „Diese konnten aber für 37 Euro pro Quadratmeter verkauft werden, was heute nicht mehr möglich ist.“

Wegen der verschiedenen Ansichten, wie die Aufteilung des Baugebietes erfolgt, das in den kommenden zehn Jahren der Eigenentwicklung der Gemeinde dienen soll, wurde der Bürgermeister einstimmig beauftragt, eine weitere Variante vom Planungsbüro erstellen zu lassen.

Diese soll bei der nächsten Ratssitzung vorgestellt werden. „Da ich Diskussionsbedarf sehe, kann die Entscheidung nicht über einen Umlaufbeschluss erfolgen“, so Bürgermeister Loh. Bei anderen Vorlagen wurde dem Gemeinderat diese Möglichkeit, die sonst nur Verwaltungsausschüssen vorbehalten ist, coronabedingt eingeräumt.

Einig waren sich die Kommunalvertreter bei der Abstimmung über die Fällaktion von Bäumen, die auf einem Grabengrundstück an der Reeßumer Straße „Vor den Teilen“ stehen und sich teilweise zum benachbarten Haus neigen. Vorangegangen war aber eine Diskussion, ob alle Bäume der Säge zum Opfer fallen sollen.

„Bei einer Eiche könnte sowohl gepflegt als auch gefällt werden“, hatte der Bürgermeister in seiner Beschlussvorlage formuliert, die nach einem Vor-Ort-Termin mit zwei Spezialfirmen entstanden ist. Erschrocken über die Höhe des Kostenvoranschlags, bei dem je nach Anzahl der Bäume zwischen 8 000 und 9 000 Euro kalkuliert wurden, zeigte sich Herbert Cordes.

„Sinnvoll ist es, jetzt etwas mehr Geld auszugeben und die Eiche zu fällen, denn die Pflegemaßnahmen kosten auch Geld“, sagte Jürgen Worthmann. Mit dem Gedanken konnte sich keiner der Redner anfreunden. „Solange keine Notwendigkeit da ist, tue ich mich schwer damit, aus Kostengründen Bäume zu fällen“, meinte Loh. Bei der anschließenden Abstimmung waren alle einverstanden, den fraglichen Baum stehen zu lassen, aber kurzfristig ein weiteres Angebot einzuholen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh
Testzentren in der Region haben kaum noch Kapazitäten

Testzentren in der Region haben kaum noch Kapazitäten

Testzentren in der Region haben kaum noch Kapazitäten
Bombendrohung an den BBS Rotenburg: Polizei riegelt Schule ab

Bombendrohung an den BBS Rotenburg: Polizei riegelt Schule ab

Bombendrohung an den BBS Rotenburg: Polizei riegelt Schule ab
Bombendrohung an den BBS

Bombendrohung an den BBS

Bombendrohung an den BBS

Kommentare