K&S Unternehmen in Sottrum betroffen

37 Coronafälle in Seniorenresidenz

Ruhig ist es gerade vor der Sottrumer K&S Seniorenresidenz: Mehrere Bewohner und einige Pflegekräfte haben sich mit dem Coronavirus infiziert, Spaziergänge sind erst mal tabu.
+
Ruhig ist es gerade vor der Sottrumer K&S Seniorenresidenz: Mehrere Bewohner und einige Pflegekräfte haben sich mit dem Coronavirus infiziert, Spaziergänge sind erst mal tabu.

Sottrum – Nach dem ersten bestätigten Coronafall einer Mitarbeiterin gingen die Zahlen hoch: Bisher haben sich 26 Bewohner und elf Mitarbeiter aus einem der beiden Wohnbereiche der Sottrumer K&S Seniorenresidenz mit Covid-19 infiziert. Bisher seien es aber vorwiegend milde Verläufe, heißt es.

Keine Spaziergänge draußen, keine Besucher drinnen: Die K&S Seniorenresidenz in Sottrum ist vorerst abgeriegelt. 26 Bewohner und elf Mitarbeiter seien dort positiv getestet worden und in Quarantäne, erklärt Regionalleiterin Myriam Eggers. Zwar konzentriere sich das Infektionsgeschehen auf den Wohnbereich 2, vorsorglich gelten die Sicherheitsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt aber im gesamten Gebäude.

Am Montag sind nun auch Laborproben von Bewohnern aus dem anderen Wohnbereich genommen worden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, versichert Eggers. Die Testergebnisse, die bereits am Dienstag vorlagen, seien alle negativ gewesen. Die Zahlen sind zwar hoch, dennoch ist Eggers zufrieden: 13 Bewohner im Wohnbereich 2 sind negativ getestet worden, Wohnbereich 1 ist bislang verschont geblieben. „Das spricht für unsere Maßnahmen.“ Damit seien aktuell sechs Seniorenheime im Landkreis betroffen, erklärt Landkreissprecherin Christine Huchzermeier. Sowohl Personal als auch Bewohner seien infiziert, „es ist durchmischt“.

Bereits Anfang Dezember war bei einer Mitarbeiterin in Sottrum das Coronavirus nachgewiesen worden, Symptome hatte sie jedoch keine gezeigt. Heute könne sie bereits aus der Quarantäne zurückkehren, so Eggers. Danach durchgeführte Schnelltests für Bewohner und Mitarbeiter waren zunächst negativ, dennoch seien zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt worden. „Bereits seit wir einen Inzidenzwert über 50 haben, tragen alle FFP2-Masken. Seit Anfang Dezember arbeitet das gesamte Haus dazu in Pflegeschutzausrüstung“, so Eggers. Auch das regelmäßige Fiebermessen, das während des ersten Lockdowns eingeführt worden war, würde weiterhin gemacht, um Ansteckungen frühzeitig zu erkennen. Bereits seit Monaten seien Schnelltests vorhanden, die bei einem Verdacht durchgeführt werden können. Die Mitarbeiter wurden zudem mehrfach in Hygiene geschult. Durch den Ausfall mehrerer Pflegekräfte würden aber keine Engpässe entstehen, da die negativ getesteten Mitarbeiter sich derzeit ausschließlich um die Pflege kümmern könnten. Externe Mitarbeiter von K&S schaffen in anderen Bereichen wie der Reinigung Entlastung dafür.

Weitere Schnelltests eine Woche später hatten dann die ersten Ansteckungen unter Bewohnern ergeben. Wo es genau angefangen hat, könne keiner sagen – durch Mitarbeiter, Besucher oder die Bewohner. Denn die erste Mitarbeiterin hatte auch keinerlei Symptome gezeigt. Dennoch habe man schon davor versucht, die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten: Kein Besucher durfte ohne FFP2-Maske das Haus betreten, jeder musste sich die Hände desinfizieren, die Tische sind mit einer Scheibe getrennt. Aber: „Sottrum ist ein Hotspot geworden“, sagt Eggers.

Eine Frau liegt derzeit im Rotenburger Diakonieklinikum, ihre Covid-19-Erkrankung sei dort auch erst festgestellt worden. Die meisten würden aber einen milden Verlauf zeigen. Körperlich und psychisch gehe es den Bewohnern bislang gut, „die Ängste sind gering“. Man habe gelernt, mit den Auflagen umzugehen. Gerade jetzt sei es jedoch wichtig, dass die Mitarbeiter da sein können. Für Gespräche oder um mal die Hand zu halten. Denn die Bewohner bleiben vorrangig auf ihren Zimmern, um einer Verschleppung vorzubeugen. Gerade kurz vor Weihnachten sei das nicht schön, man versuche aber, das Beste aus der Situation zu machen. Es gibt „trotz allem ein weihnachtliches Menü“, meint Eggers. „Aber es macht schon einen Unterschied, dass sie ihre Angehörigen nicht sehen können.“ Tablets sollen das daher ermöglichen. Und Apps wie „Hallo Oma“, mit der Nachrichten ausgedruckt werden können. „Vielen geht es gut, die Hilfsmittel wie Videotelefonie sind sehr wertvoll.“ Bis wann es so weitergehen wird, vermochte Eggers noch nicht zu sagen. „Wir gucken von Tag zu Tag.“

Indes steigt die Zahl der Todesfälle im Landkreis Rotenburg weiter: Erst am Montag hatte das Gesundheitsamt zwei weitere Menschen gemeldet, die an oder mit Corona gestorben sind. Seit Dienstag gibt es einen weiteren Fall: Ein 75-jähriger Mann aus Visselhövede ist im Rotenburger Diakonieklinikum gestorben. Insgesamt 16 Menschen haben damit bislang in Zusammenhang mit dem Virus ihr Leben verloren. Eine Person war zwischen 20 und 29, eine zwischen 40 und 49, drei zwischen 60 und 69, jeweils vier zwischen 70 und 79 sowie 80 und 89 und drei waren zwischen 90 und 99 Jahre alt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist aber gesunken, acht neue Coronafälle meldet das Gesundheitsamt seit Montag. Von den damit derzeit 206 Infizierten befinden sich 16 Personen in stationärer Behandlung. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt hoch und knackt weiterhin die 100er-Marke: 109 Neuinfektionen sind es im Landkreis auf 100 000 Einwohner.

Die meisten aktiven Fälle verzeichnet die Stadt Rotenburg (51), gefolgt von der Samtgemeinde Sottrum (35), der Stadt Visselhövede (27) und der Samtgemeinde Tarmstedt (23). 800 Kontaktpersonen befinden sich Stand Dienstagmorgen in Quarantäne, so das Gesundheitsamt.  acb

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Super Bowl: NFL-Star Brady will Geschichte schreiben

Super Bowl: NFL-Star Brady will Geschichte schreiben

Neuer Mode-Stil für das Weiße Haus

Neuer Mode-Stil für das Weiße Haus

Wie werde ich Verfahrensmechaniker/in?

Wie werde ich Verfahrensmechaniker/in?

Russland protestiert: «Putin, hau ab!»

Russland protestiert: «Putin, hau ab!»

Meistgelesene Artikel

„Eine Ära ist zu Ende“: Möbellager der Flüchtlingshilfe Scheeßel wird aufgelöst

„Eine Ära ist zu Ende“: Möbellager der Flüchtlingshilfe Scheeßel wird aufgelöst

„Eine Ära ist zu Ende“: Möbellager der Flüchtlingshilfe Scheeßel wird aufgelöst
Auf A1 eingekreist und ausgebremst: Unbekannte schlagen auf Smart ein

Auf A1 eingekreist und ausgebremst: Unbekannte schlagen auf Smart ein

Auf A1 eingekreist und ausgebremst: Unbekannte schlagen auf Smart ein
Schließung der Friseurläden macht Visselhöveder kreativ

Schließung der Friseurläden macht Visselhöveder kreativ

Schließung der Friseurläden macht Visselhöveder kreativ

Kommentare