Erstes Stadtradeln in Sottrum im September / Offen für Anmeldungen

21 Tage mit dem Fahrrad

Das Dienstrad der Verwaltung ist ein E-Bike. Kirstin Taberski testet das schon einmal und ist bereit für das erste Stadtradeln in Sottrum.
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Das Dienstrad der Verwaltung ist ein E-Bike. Kirstin Taberski testet das schon einmal und ist bereit für das erste Stadtradeln in Sottrum.
  • Ann-Christin Beims
    vonAnn-Christin Beims
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Sottrum – Seit sechs Jahren macht es Rotenburg vor und ist jedes Jahr beim Stadtradeln dabei: 21 Tage für mehr Klimaschutz, Förderung des Radfahrens und eine lebenswerte Kommune, so beschreibt es der offizielle Flyer zu der bundesweiten Aktion. In diesem Jahr haben sich dafür 1 375 Kommunen angemeldet, mit bislang mehr als 200 000 Radelnden. Eine davon wird in diesem Jahr auch die Samtgemeinde Sottrum sein. Denn Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski hat die Idee als Klimaschutzprojekt aufgebracht, „um mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen“, wie sie während eines Gesprächs im Rathaus verrät.

Es gibt zwar keine Zählungen, aber der subjektive Eindruck der Klimaschutzmanagerin ist, dass noch sehr viele Menschen das Auto nutzen. „Das ist vielleicht auch eine Gewöhnung an das Auto und manche Strecke ist vielleicht auch zu lang“, mutmaßt sie. Hinzu komme der Durchgangsverkehr von und zur Autobahn. „Aber es sind auch viele Menschen, die aus den einzelnen Gemeinden nach Sottrum fahren.“ Privat hat Taberski bereits zweimal teilgenommen, erst kürzlich für Stuhr und im September fährt sie auch für Sottrum. „Das war so ein Aha-Effekt – oft war es gar nicht so weit, wie gedacht.“ Diesen würde sie sich auch für die Samtgemeinde wünschen. Zwar kommt Taberski ebenfalls mit dem Auto aus Stuhr zur Arbeit, nutzt aber vor Ort gerne das von der Verwaltung angeschaffte E-Bike. Einen Helm muss sie dabei nicht tragen, denn zum E-Bike gehört ein Airbag, der um den Hals getragen wird. „Es ist kein Verzicht, sondern es soll Spaß machen, ist gesundheitsförderlich und abgesehen vom Klimaschutzgedanken wird auch der Lärm reduziert – es hat viele Vorteile“, zählt die Klimaschutzmanagerin auf.

Auf die Rückmeldungen während und nach dem Stadtradeln sei sie inbesondere gespannt. Denn über die Meldeplattform „RADar“ auf der offiziellen Stadtradeln-Seite können Kommunen ihre Bürger einladen, Verbesserungen für die Fahrrad-Infrastruktur ihrer Umgebung vorzuschlagen. Die Kommunen, in diesem Fall Sottrum, können diese Meldungen einsehen und gegebenenfalls mit den Bürgern dazu in Kontakt treten. Diese Möglichkeit steht aber nur registrierten Nutzern zur Verfügung. Denn es gibt viele Radwege in und rund um Sottrum, auch zwischen den einzelnen Ortsteilen, die genutzt werden könnten. Taberski sieht die Aktion auch als eine Aktivierung: Die Teilnehmer können neue Strecken entdecken oder gewohnte Strecken einfach mal mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegen.

Dass das Stadtradeln schon vielen aus Rotenburg bekannt ist, wertet Taberski positiv. „Das ist eine gute Ausgangssituation. Wir führen das jetzt ein, mal gucken, wie es ankommt.“ Bislang haben schon einige Mitarbeiter aus der Verwaltung Interesse bekundet und sich angemeldet. Auch die Löwenzahnschule sowie die Grundschule Ahausen haben bereits Teams gegründet. Sechs sind es bislang insgesamt. „Das läuft jetzt alles an“, so Taberski.

21 Tage, also drei Wochen, haben die Teilnehmer dann Zeit, viele Kilometer für ihre Teams mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Zeitraum, den Taberski gewählt hat, ist bewusst so gelegt: Zum einen sind die Sommerferien dann vorbei, zum anderen fällt die Europäische Mobilitätswoche in das Sottrumer Stadtradeln. Die Kampagne der Europäischen Kommission ist in diesem Jahr vom 16. bis zum 22. September und biete Kommunen die Möglichkeit, ihren Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näherzubringen, heißt es dazu auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat Taberski sich mit Andrea Rieß vom Umweltbüro der Stadt Rotenburg, die das Stadtradeln dort organisiert, ausgetauscht. „Um zu sehen, ob das hier machbar ist.“ Ihre eigenen Erfahrungen fließen dabei ebenfalls ein. „Es geht auch um den Spaßfaktor, nicht nur den ernsthaften Wettbewerbsgedanken.“ Sie erwähnt dabei auch die Stadtradel-App, mit der zum Beispiel Strecken getrackt werden können und die Kilometer dann direkt in den eigenen Stand eingefügt werden. Aber es gibt auch die Möglichkeiten, die Kilometerstände auf Papierbögen einzutragen und diese im Rathaus abzugeben. Teilnehmen können alle Menschen, die in der Samtgemeinde Sottrum wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder in einem Verein aktiv sind. E-Bikes sind erlaubt. „Zum Beispiel für ältere Menschen, die dann auch Touren machen, aber auch für diejenigen, die weite Strecken zurücklegen“, meint Taberski.

Sottrum kann zudem fünf Stadtradel-Stars stellen. Bewerbungen dafür nimmt Taberski per E-Mail an klimaschutz@sottrum.de entgegen. „Wer Lust hat, 21 Tage komplett auf sein Auto zu verzichten, kann sich hier melden. Derjenige gibt dann seinen Autoschlüssel ab.“ Außerdem berichten sie während der Aktionsphase über ihre Erfahrungen als Alltagsradler in einem Blog. Einen Auftakt, wie es ihn in anderen Jahren in den Kommunen oft gibt, wird es dieses Jahr nicht geben können. Eine Abschlussfeier ist geplant, allerdings in kleinem Rahmen, stellvertretend nur mit den jeweiligen Teamkapitänen. Für die Preisverleihung sucht Taberski noch Sponsoren.  acb

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